Via Appia

„Alle Straßen führen nach Rom“, hieß es einst zu Zeiten des Imperium Romanum, als Rom den Römern als Nabel der Welt erschien. Von hier aus wurden weite Teile Europas und der gesamte Mittelmeerraum regiert, Militärstraßen garantieren die notwendige Logistik. Die wohl bekannteste dieser antiken Straßen ist die Via Appia Antica.

Noch heute ist die aus Basalt erbaute 540 km lange Straße befahrbar und gilt als „längstes Museum der Welt“, denn sie wird von einer Unzahl antiker Grabmäler, Tempo, Villen und frühchristlichen Katakomben gesäumt.


Rom:

Vom strahlenden Glanz des antiken Rom ist relativ wenig erhalten, aber das Wenige ist eindrucksvoll genug: Kolosseum, Caracalla-Thermen, Pantheon, Doms Aura, Titusbogen, Forum Romanum, Circo Massimo, Kaiserforen und das Kapitol. Viel stärker jedoch ist das heutige Rom von der schier ungebremsten Baulust der Päpste geprägt, die vor allem während der Renaissance und des Barock überall prunkvolle Kirchen, Paläste, Plätze und runnen von den besten Architekten ihrer Teilt schaffen ließen. Petersplatz und Petersdom sind noch heute das Herz der katholischen Christenheit. Ausgangspunkt der antiken Via Appia war die heutige Porta Sebastian, die ursprünglich nur bis Capua führte. Erst 190 v. Chr. wurde sie über Benevento und Tarent bis Brindisi verlängert. Eine Arte Nebenstrecke über Bari ließ Kaiser Trajan ab 113 n. Chr. anlegen.

Römisches Hinterland bis Capua:

Zunächst führt die Straße von Rom hinaus in das Hügelland der Colli Albani, wo sich im Mittelalter Päpste und römische Adelige Villen und Burgen bauen ließen, die berühmten Castelli Romani. Ab Velletri führt die Via Appia fast schnurgerade bis zum heutigen Terracina am Tyrrhenischen Meer und über Gaeta nach Capua ins Landesinnere.

Neapel, Vesuv und Golf von Neapel:

Von dort aus gab und gibt es eine Art Stichstraße zur einstigen griechischen Stadt Neapolis, dem heutigen Nepal. Hier faucht noch immer der Vesuv, der im 1. Jh. n. Chr. die antiken Städte Pompeji und Herculaneum zerstört hat und dessen nächsten Ausbruch so mancher Geologe befürchtet. Aber bis auf weiters hat man vom Kraterrand aus einen herrlichen Blick über den Golf von Neapel hinüber zur Insel Ischia und auf die brodelnde Weltstadt Neapel mit all ihrem Charme und Chaos.

Golf von Neapel nach Salerno:

Ab Neapel bewegt man sich rund um den Golf stets am Meer entlang bis nach Sorrent. Seit der römischen Kaiserzeit ist der malerische gelegnen Ort Treffpunkt der Oberen Zehntausend. Auf der südlichen Seite der Halbinsel Sorrent beginnt die felsige und steile Amalfiküste mit ihren pastellfarbenen Bilderbuchdörfern zwischen dem azurblauen Meer und den grün-gelb leuchtenden Zitronenbäumen. Endstation der berühmten Küstenstraße Amalifitana ist Salerno, wo der eigentliche Mezzogiorno beginnt.

Paestum zum Golf von Tarent:

Die Route führt an der Küste weiter nach Paestum mit seinen sonnenfarbenen griechisch-antiken Tempeln, di zu den schönsten Europas zählen. Die Griechen waren längst vor den Römern in Süditalien präsent, zu den nördlichsten Siedlungen gehört Neapel. Hinter Sapri verlässt man die Küstenstraße und fährt ostwärts quer durch das Landesinnere und die Region Basilicata hinüber zum Golf von Tarent.

Metaponto nach Tarent:

Von Metaponto aus macht die Tour einen Schlenker nach Matera, dessen „Sasse“, in den Fels gebaute Höhlenbehausung, die bis 1952 noch bewohnt waren, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Tarent nach Brindisi:

Tarent ist der Ausgangspunkt für die Fahrt durch das „Land der Trulli“, dessen Hauptstadt die Ortschaft Alberobello ist. Auf dem Weg über Ostuni mit seinen weiß getünchten Häusern kommt man schließlich nach Brindisi, wo noch heute eine der beiden antiken Hafensäulen an die Bedeutung erinnert, die die Stadt einst als Endpunkt der Via Appia für die Römer hatte.


 

Kulturelle Zentren an der Via Appia:

Latium:

  • Rom
  • Frascati
  • Castel Gandolfo
  • Albano Laziale
  • Genzano
  • Velletri
  • Latina
  • Terracina
  • Gaeta

Kampanien:

  • Capua
  • Caserta
  • Neapel
  • Sorrento
  • Positano
  • Amalfi
  • Salerno
  • Agropoli

Basilicata:

  • Metaponto
  • Matera

Apulien:

  • Tarent
  • Martina Franca
  • Ostuni
  • Brindisi

 

Reisezeit:

Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, da dann angenehme Reisetemperaturen herrschen. Im Sommer können die Temperaturen auf über 40°C steigen, am Meer kühlt die Meeresbrise jedoch die hohen Temperaturen.


 

Landschaften:

Latium:

Direkt nach Rom führt die Straße in die Colli Albani. Diese Hügellandschaft weist wunderbare Seen auf, wie den Lago Albano. Richtung Süden geht es durch das Campagna di Roma. Hinter Latina befindet sich der Parco Nazionale del Circeo, dieser Nationalpark weisst wunderbare Berg- und Küstenlandschaften auf. Die Vegetation besteht überwiegend aus der mediterranen Macchia. Bei Terracina befindet sich die Pontinische Ebene. Die Ebene ist ein ehemaliges Sumpfgebiet mit einer Fläche von über 700 km², dieses Gebiet werden auch Pontinische Sümpfe genannt. Von Terracina Richtung Gaeta befindet sich der Lago di Fondi, darauf hin folgt die Grotta di Tiberio. Im Hinterland von Gaeta befindet sich der Parco Naturale Monti Aurunci mit urigen Gebirgslandschaften.

Kampanien:

Kurz hinter der Grenze verlässt die Via Appia die Küste und führt in das Kampanische Hinterland. Bei Sessa Aurunca befindet sich der Parco Regionale di Roccamonfina-Foce Garigliano. Weiter geht es nach Caserta. Daraufhin folgt die Weltstadt Neapel. Dort befindet sich der Vulkan Vesuv, der Golf von Neapel und der Parco Regionale dei Campi Flegrei. Von Neapel aus kann man einen Abstecher auf die Insel Ischia unternehmen. Hinter Neapel folgt die Sorrentinische Halbinsel. Von Sorrento kann man einen Abstecher auf die Insel Capri machen. Von Sorrento Richtung Salerno befindet sich die Costeria Amalfitana mit ihren bezaubernden steilen und schroffen Küstenlandschaften. Bei Salerno öffnet sich der Golf von Salerno. In der Umgebung von Agropoli befinden sich der großflächige Nationalpark, Parco Nazionale del Cilento e Vallo di Diano. In diesem Schutzgebiet befindet sich das Capo Palinuro.

Basilicata:

Bei Sapri verlässt die Straße die Küste und führt einen in das Hügelland der Basilicata. Unmittelbar bei Lagonegro befindet sich der Parco Nazionale Val d’Agri e Lagonegrese. Die Via Appia führt einen direkt durch den Parco Nazionale del Pollino. Bei Senise befindet sich der Lago di Monte Cotugno, über diesen See geht die Strecke der Via Appia entlang. Schließlich führt die Strecke wieder an die Küste. Hinter den Lago di Monte Cotugno öffnet sich der Golf von Tarent. Danach gliedern sich die Stadt Policoro und die Ruinenstadt Metepontum an den Küstenstreifen. Von dort aus führt die Straße wieder ins Innenland der Basilicata. Kurz vor dem Lago di San Giuliano macht die Straße einen Knick und führt nach Matera. Unmittelbar bei Matera befindet sich der Parco delle Chiese rupestri del Materano. Gleich dahinter befindet sich die Grenze von Basilicata und Apulien.

Apulien:

Erst führt die Straße vorbei an der Stadt Castellaneta. Ab Palagiano führt die Straße hinunter an den Golf von Tarent zur Stadt Taranto (Tarent). Bei Taranto befindet sich die Lagune Mare Piccolo. Von Tarent geht es weiter nach Martina Franca. Bei Locorotondo macht die Strecke eine Knick Richtung Ostuni. Nach Ostuni befindet sich das Ziel der Strecke: Brindisi.


Abstecher:

  • Insel Ischia; von Neapel aus
  • Insel Capri; von Salerno aus

 

Antike Via Appia:

Die berühmteste römische Straße wurde nach ihrem Erbauer Appius Claudias Caecus benannt. Zunächst als Militärstraße konzipiert, wurde sie später immer mehr auch als Handelsstraße genutzt. Von der Porta Sebastian in Rom führte sie ursprünglich nur bis Capua, erst 190 v. Chr. wurde sie über Benevento und Tarnet bis Brindisi verlängert. Da die römischen Straßenbauer meist die Gerade wählten, verläuft die Straße trotz großer Steigungen in den Albaner Bergen und in den Pontinischen Sümpfen „Schnurgerade“. Die 4,10 m breite Straße, auf der einst zwei Schwertransporte aneinander vorbeifahren konnten, ist noch heute auf ihrer vollen Länge von etwa 540 km befahrbar. Hexagonal große Blöcke liegen auf einem festen Fundament.


 

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Via Appia Antica in Rom

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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/Capo_palinuro_nuvole.jpg/Rasterisk