Vercelli

Vercelli ist eine Stadt in deritalienischen Region Piemont mit 46.754 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Geographie:

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 130 Metern über dem Meeresspiegel und dehnt sich über eine Fläche von 79 km² aus.

Klima:

Die Temperaturen sind kontinental geprägt, was typisch für die Westliche Po-Ebene ist.

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Piemonterisaie

Reisfelder

Geschichte:

In der Zeit des römischen Reiches hieß die Stadt Vercellae. Bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. bestand eine keltische Siedlung. Südlich der heutigen Stadt gewann Gaius Marius die Schlacht von Vercellae gegen die Kimbern im Jahre 101 v. Chr. auf den Raudischen Feldern. Zu Beginn der Kaiserzeit wurde die Stadt befestigt. In der Spätantike war die Stadt aufgrund ihrer Größe bedeutsam und wichtigstes Zentrum der Nizäner in Norditalien. Schon früh war Vercelli Bistum. Der erste Bischof war der sagenumwobene Eusebius von Vercelli. Im Mittelalter war Vercelli auch aufgrund seiner strategischen Lage im Vorfeld eines wichtigen Alpenpasses bedeutender Bischofssitz. Während der Zeit derLangobarden war V. Sitz eines Herzogs und besaß das Recht, Goldmünzen zu prägen. Die Bischöfe Atto von Vercelli und Leo von Vercelli konnten im 10. und 11. Jahrhundert die Machtstellung ihrer Stadt durch königliche Privilegien weiter ausbauen und gegen diverse Angriffe ihrer Gegner (unter Führung des Markgrafen Arduin von Ivrea) erfolgreich verteidigen. Machtkämpfe innerhalb des Klerus in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts schwächten die Position der Kirche in der Stadt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Vercelli in eine eigenständige Republik umgewandelt, die sich im Lombardischen Städtebund engagierte. In Vercelli wurde 1228 die erste Universität des Piemont errichtet. Machtkämpfe innerhalb der städtischen Fraktionen beendeten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Blüte der Stadt. Im 14. Jahrhundert stand die Stadt unter der Macht der Familie Visconti, die sie jedoch 1427 endgültig an das Herzogtum Savoyen abtreten musste.Vercelli gilt als größter Umschlagsplatz für Reis in Europa. Dort hatte auch das Istituto Sperimentale di Risicoltura di Vercelliseinen Sitz, welches etwa 50 Jahre lang von 1912 bis 1952 monatlich die Besonderheit der Baraggia und des dort angebauten Reises in der Zeitschrift „Giornale di Risicoltura“ beschrieb. Im Jahr 1952 wurde dieses Journal durch die Publikation „Il Riso“ ersetzt, die von der italienischen Reisbehörde (Ente Nazionale Risi) herausgegeben wird. In Vercelli befindet sich ein bekanntes Frauengefängnis. Im Jahr 2015 gründete Pier Giuseppe Dellavalle aufgrund eines Streites mit der Kommune in der Gemeinde einen eigenen Staat „Dellavalle“.

Sehenswürdigkeiten:

Basilica Sant’Andrea:

Die Basilica Sant’Andrea, um 1224, ist das bedeutendste Werk des romanisch-gotischen Übergangsstils in Norditalien. Der Bau ist außen romanisch, innen frühgotisch. Die Grundsteinlegung fand am 12. Februar 1219 statt, bereits 1227 war die Kirche vollendet. Diese Baugeschwindigkeit verdankt die Gemeinde ihren hohen finanziellen Mitteln. Der Baumeister ist unbekannt. Es ist eine der ersten gotischen Raumkonzeptionen auf italienischem Boden. Kreuzgang: Vom Bau des 13. Jahrhunderts stammen noch die Crochet-Kapitelle; die runden Bögen und Gewölbe wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Renaissanceformen ersetzt. Der freistehende Campanile stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Duomo S. Eusebio:

Der Duomo S. Eusebio stammt aus der Zeit um 1572. Die Vorhalle ist klassizistisch. Vom romanischen Bau nichts mehr erhalten.


 

Vercelli_PiazzaCavour

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/Piemonterisaie.jpg/Idéfix

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/36/Vercelli_PiazzaCavour.jpg/Alessandro Vecchi