Valletta

Valletta (maltesisch auch il-Belt Valletta, il-Belt Valetta, Valetta oder il-Belt − italienisch auch La Valletta) ist die Hauptstadt der Republik Malta. Sie ist sowohl nach Fläche als auch nach Einwohnerzahl die kleinste Hauptstadt eines EU-Staates. Aufgrund ihres kulturellen Reichtums wurde Valletta 1980 als Gesamtmonument in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.

Die Stadt gilt für die damaligen Verhältnisse als eine der am besten gesicherten der Welt, denn sie wird von einem Ring aus Bastionen umgeben. Der südliche Eingang durch das große Stadttor wird vom St.-James- und St.-Johns-Kavalier gedeckt. Im Uhrzeigersinn folgen die nach Heiligen benannten, nur nach außen wirkenden Bastionen Michael, Andrew, Salvatore, Sebastion, Gregor, das Fort St. Elmo, Lazarus, Barbara, Anthony und James. Zur Zeit der Ritterherrschaft auf der Insel war jeweils eine der sogenannten Zungen des Malteserordens für deren Verteidigung zuständig. Die entsprechenden Mauerabschnitte sind daher auch nach den jeweiligen Zungen bezeichnet (z. B. Arragon-Curtain). Dass es auch einen Lazarus-Curtain gibt, lässt die Vermutung zu, dass hier der Lazarus-Orden, ein weiterer Ritterorden mit nahezu gleicher Geschichte wie der Malteserorden, zuständig war. Der offizielle Sitz des Ordens ist das Castello Lanzun in San Ġwann auf der Insel Malta.

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Geographie:

Valletta liegt an der Nordostküste der Insel und befindet sich auf der Landzunge Monte Sciberras, die von den beiden größten Naturhäfen des Mittelmeers Grand Harbour und Marsamxett Harbour umschlossen ist. Valletta grenzt im Südwesten an die Nachbarstadt Floriana. In Längsrichtung (Nordost-Südwest) sind die Republic Street (früher Queen’s Street) und die parallel verlaufende Merchants Street von alters her die Hauptgeschäftsstraßen.

Klima:

In Valletta herrscht Mittelmeerklima. Es gibt warme, trockene Sommer mit Temperaturen um die 30 °C und feuchte, milde Winter, in denen die Werte auf etwa 15 °C fallen. Wegen der Insellage sind die täglichen Temperaturunterschiede meist sehr gering (5 bis 10 °C). Es fallen circa 519 Millimeter Niederschlag pro Jahr, wobei sich 81 % davon auf die Zeit von Oktober bis März verteilen. Es überwiegen aride Monate.

Lufttemperatur: 

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15°C16°C18°C21°C23°C27°C31°C32°C29°C25°C21°C17°C
9°C9°C10°C11°C15°C20°C23C23°C20°C17°C14°C11°C

Sonnenstunden:

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Wassertemperatur:

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Dez.
14°C14°C14°C15°C17°C21°C24°C26°C24°C22°C19°C16°C

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Sehenswürdigkeiten:

Es lohnt sich, sich die Stadt und Umgebung bei einer Hafenrundfahrt rund um Valletta anzusehen.

Großmeisterpalast:

Der Großmeisterpalast (Grand Master’s Palace) ist das prunkvollste Gebäude Maltas. Er wurde im Jahr 1571 nach Plänen von Gerolamo Cassar fertiggestellt und nimmt heute einen ganzen Straßenblock ein. Er liegt zentral am Republic und Palace Square.

St. Johan’s Co-Kathedrale:

Die St. John’s Co-Cathedral, von außen recht unscheinbar, wird gemeinhin als einer der innen am schönsten ausgestalteten Kirchenbauten des Mittelmeerraums angesehen. Der Kalksteinbau wurde unter der Federführung des Architekten Gerolamo Cassar in den Jahren 1573 bis 1577 errichtet. Es sollte allerdings noch mehr als einhundert Jahre dauern, bis auch die Innenausstattung und die Schmuckelemente vollendet waren. 1816 wurde sie vom damaligen Papst Pius VII. neben der Kathedrale von Mdina zum Zweitsitz (Co-Kathedrale) des Erzbistums Malta ernannt, um ihre Bedeutung für Land und Stadt auch nach dem Wegzug der Johanniter zu unterstreichen.

Die Kirche, als Hauptkirche des Ordens erbaut, verfügt über insgesamt zwölf Apsiden, von denen sieben der einzelnen Zungen (siehe: Auberges) des Malteserordens gestaltet worden sind. In den Boden des Gotteshauses sind auf einer Länge von 58 Metern 375 Grabplatten aus Einlegearbeiten in verschiedenfarbigem Marmor eingelassen, unter denen Ordensritter bestattet wurden. Auch fast alle Großmeister (bis auf zwei) fanden hier ihre letzte Ruhe. Ihre Sarkophage zählen zu den „vollkommensten Kunstwerken des Hochbarock“. Die Mehrzahl befindet sich jedoch in der Krypta. In einer angeschlossenen Galerie ist neben anderen Gemälden „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ von Michelangelo da Caravaggio zu besichtigen. Auch in der Kathedrale hängen wie im Grand Master’s Palace unzählige Wandteppiche.

Fort St. Elmo:

Dieses Fort an der Nordspitze Vallettas existierte schon vor der Gründung der Stadt und war ein bedeutender Schauplatz während der osmanischen Belagerung. Heutzutage wird das Fort als militärische Ausbildungsstätte genutzt. Daher sind die zahlreichen winzigen Raumeinbuchtungen zur Meerseite hin nicht mehr zu besichtigen. Einwohnern zufolge waren dort Gespielinnen der Johanniter untergebracht. Im anderen Teil des Forts befindet sich das National War Museum, in dem Dokumente der Zweiten Maltesischen Belagerung (1940 bis 1943) zu sehen sind. Ausgestellt sind des Weiteren eine Gloster Gladiator sowie der Originalorden, den die Insel als Ganze verliehen bekam, das George Cross, das noch heute auf der Nationalflagge zu sehen ist.

Paläste:

Der Souveräne Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta, heute kurz als Malteserorden bezeichnet, gliederte sich früher in verschiedene Nationalitäten, sogenannte Zungen (langues). Er ist noch heute eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft. Jede einzelne dieser historischen Zungen besaß eine eigene Herberge, das heißt, einen eigenen Palast. Diese Auberges (frühere Wortbedeutung: Unterkunft mit Verpflegung) wurden allesamt in den 1570er-Jahren vom Hauptarchitekten des Ordens, Gerolamo Cassar, entworfen.

Auberge de Castille et Léon ist die am besten erhaltene Herberge. Die Fassade wurde im Jahr 1741 von Andrea Belli ergänzt. Das Gebäude dient heute als Sitz des Premierministers.
Auberge de Provence: Diese Auberge beherbergt das National Museum of Archaeology. Hier werden all jene Gegenstände ausgestellt, die in den steinzeitlichen Tempeln des Landes geborgen worden sind. Zudem besitzt dieses Gebäude prachtvolle Wand- und Deckengemälde aus dem 18. Jahrhundert.
Auberge d’Aragon dient heute als Sitz des Finanzministeriums.
Auberge d’Italie: Dieses Gebäude beherbergte bis vor einigen Jahren das Hauptpostamt von Valletta und dient heute als Sitz der Landes-Touristen-Stelle.
Auberge d’Angleterre et Bavière: Auch sie dient heute als Justizbehörde.
Auberge d’Allemagne: Diese Auberge wurde im Jahr 1838 abgerissen.
Auberge d’Auvergne wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Auberge de France wurde auch im Zweiten Weltkrieg zerstört.
„Casa Rocca Grande“ beheimatet den Deutsch-Maltesischen Zirkel
„Casa Rocca Piccola“ ist eine private Residenz
„Palazzo Francia“ beherbergt einige Läden und Büros
„Palazzo Parisio“ beherbergt das Auswärtige Amt
„Palazzo Castellania“ beherbergt die Ministerien für Gesundheit und Rente
„St. James Cavalier“ (Befestigung)

Museen:

In Valletta gibt es zahlreiche Museen, von denen die meisten die Geschichte der Insel Malta darstellen.

Im Lascaris War Rooms befinden sich in Bunkern jene Räume, von denen aus alliierte Kommandeure wie Eisenhower oder Montgomery während der Zweiten großen Belagerung Maltas Operationen leiteten, unter anderen die Mittelmeer-Geleitzüge und die Invasion Italiens. Sie sind noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Benannt wurde die ursprüngliche Festungsanlage nach dem Bauherrn, einem Großmeister des Ordens, Jean de Lascaris-Castellar (1560–1657). Sie war durch hohe natürliche Stein- und Erdschichten auch Hunderte Jahre später noch vor Luftangriffen sicher.

Weitere berühmte Museen sind das Archäologische Nationalmuseum Maltas, das National Museum of Fine Arts (unter anderem mit Werken von Mattia Preti, Antoine Favray und Antonio Sciortino), das St.-John´s-Museum, das Toy-Museum, das Typewriter-Museum, das Armee-Museum im Großmeisterpalast, das Maltesische Kriegsmuseum, das Manoel-Museum und das Domus-Pauli-Museum.

Kirchen:

Anglikanische Pro-Kathedrale St. Paul
Christ-Erlöser-Kirche
Franziskanerkirche St. Maria
Franz-von-Assisi-Kirche
Jesuitenkirche
Karmeliterkirche
Unsere Jungfrau von Liesse
Kirche zur Pfeilermadonna
Unsere Jungfrau vom Siege
Schottische Kirche St. Andreas
St. Augustin
St. Barbara
St. Jakob
St. Katharina von Alexandrien
St. Katharina von Italien
St. Lucia
St. Nikolaus/Allerseelen-Kirche
St. Pauli Schiffswrack
St. Rochus

Plätze:

Freiheitsplatz
Großer-Belagerungs-Platz
Kastilien-Platz
Königinnenplatz
St. George’s Square
St. John’s Square
Unabhängigkeitsplatz

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Castellania, ehemaliger Gesetzesplatz der Ritter
Öffentliche Bibliothek
Stadttor
Tritonbrunnen
Denkmal – Siege Bell War Memorial (Belagerungs-Glocke, Kriegsdenkmal)


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