Udine

Udine ist eine Stadt in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens und die Hauptstadt der Provinz Udine. Mit 100.510 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) ist Udine nach Triest die zweitgrößte Stadt der Region und zählt als wichtigste Stadt der historischen Landschaft Friaul. Eine Einwohnerzahl von über 100.000 bestätigte das Standesamt Anfang 2013 das erste Mal seit 25 Jahren.

Innenansicht des Doms (© Pixabay-License / Jade_Palace)


Geographie: 

Die Stadt liegt zwischen den Südalpen und der Adria, nur 20 km von der slowenischen Grenze entfernt. Aufgrund der Nähe zu Slowenien und Österreich stellt Udine eine strategische Position dar. Die Stadt ist Schnittstelle verschiedenen Korridors der Ost-West-Durchführung und des Nord-Süd-Korridors. Die Stadt liegt in der oberen Venezianischen Ebene.


Klima:

Klima der Stadt Udine / Klima in Friaul-Julisch-Venetien

Das Klima von Udine hat vorwiegend kontinentalen Charakter,  jedoch weniger ausgeprägt als in den Städten der zentralen und westlichen Poebene. Die Temperaturen sind im Sommer ziemlich hoch und im Winter relativ streng. Im Winter fällt am wenigsten Regen, wogegen im Sommer häufig Gewitter auftreten, die auch von schwerem Hagel begleitet sein können. Udine gilt als regenreichste Provinzhauptstadt Italiens. Ein Kälterekord wurde im Januar 1985 mit -14,8 °C erreicht.

Schneefälle:

Mit etwa 10 cm Schneefall jährlich ist Udine eine der schneeärmsten Städte Norditaliens. Der meiste Schnee der letzten Jahrzehnte fiel zu folgenden Zeiten:

  • Januar 1985 (50 cm Anhäufung),
  • Januar 1987 (40 cm),
  • 31. Dezember 1996 (30 cm),
  • 21. Februar 2005 (20–25 cm),
  • 3. März 2005 (15 cm),
  • 29. Dezember 2005 (18 cm),
  • 17. Dezember 2010 (20–25 cm).

Udine Centro (1961-1990):

Udine-Campoformido (1961-1990):

Udine-Rivolto (1961-1990):


Geschichte:

Loggia di San Giovanni e Torre (© Pixabay-License / Manfred Kindlinger)

Erstmals erwähnt wurde die Stadt im Jahr 983 in einer von Kaiser Otto II. verbrieften Urkunde, archäologische Funde jedoch weisen auf ein wesentlich höheres Alter hin. Zu jener Zeit waren Städte mit Stadtmauern befestigt; im Fall von Udine wurden sie im Laufe der Jahrhunderte fünfmal erweitert, um der wachsenden Bevölkerungszahl mehr Platz zu geben. Zur fünften und letzten Mauer, welche die Stadt fast kreisförmig umlief, gehört der Turm der Porta Aquileia. In der Via Mercatovecchio entstand der erste Markt, der im Jahre 1223 von dem Patriarchen Berthold von Andechs dem damals mittelalterlichen Flecken gewährt wurde. „Die Marktfreiheit zusammen mit der (1248 gewährten) Steuerfreiheit zogen viele Freie an, welche so <burgenses> d. h. Bürger von Udine wurden, neue Häuser errichteten, den von Mauern umgebenen Flecken vergrößerten und zur Stadt machten“. Erst im 14. Jahrhundert erlangte der Ort auf Betreiben des Patriarchen von Aquileia, Bertrand de Saint-Geniès, an Bedeutung. 1420 fiel Friaul unter die Herrschaft Venedigs. Im Unglücksjahr 1511 griffen bürgerkriegsähnliche Zustände um sich, ein schweres Erdbeben zerstörte die Stadt und schließlich brach die Pest aus. Nach dem Untergang der Republik Venedig, wurden im Frieden von Campo Formio die Machtverhältnisse in Oberitalien neu geregelt, Friaul kam unter die Herrschaft der Habsburger und wurde nach dem Wiener Kongress ein Teil des Königreich Lombardo-Venetien. 1866 fiel dann imPrager Frieden auch Friaul und Venetien an das neu gegründete Königreich Italien. Im Ersten Weltkrieg war Udine, bis zur Niederlage in der Schlacht von Karfreit, Sitz des italienischen Oberkommandos. Im Zweiten Weltkrieg stand Udine zwischen 1943 und 1945 unter deutscher Verwaltung. Im 17. und 18. Jahrhundert eiferten einheimische Adelsfamilien mit den reichen Patriarchen in einem kostspieligen Wettstreit um die prachtvollsten Paläste. So kam auch Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) von Venedig nach Udine, um die Ausschmückung der Palazzi vorzunehmen.

Hauptplatz (© Pixabay-License / Manfred Kindlinger)


Sehenswürdigkeiten:

  • Duomo Cattedrale di Santa Maria Annunziata: der Dom wurde 1236-1461 erbaut
  • Loggia del Lionello: das Rathaus wurde von 1448-1457 im Stil der venezianischen Gotik mit offener Loggia im Parterre erbaut
  • Schlosskomplex: der Bogen spannt sich von einer Galerie antiker Kunst, einem Archäologiemuseum, über eine Galerie der Entwürfe und Drucke bis hin zum Friulanischen Museum der Fotografie
  • Galerie der modernen Künste: Ende des 19. Jahrhunderts von Antonio Marangoni gegründet, setzte sich die Galerie zum Ziel, Werke junger Künstler anzukaufen, um eine Sammlung zeitgenössischer Kunst zu schaffen.
  • Palazzo Valvason Morpurgo: der Palast bewahrt die Archive von Architektur und Design auf, ist Gastgeber von Ausstellungen zur Thematik und nimmt sich verschiedener friulanischer Projekte an
  • Piazza Giacomo Matteotti: der älteste Platz in Udine nach der Piazza della Liberta
  • Kirchenmuseen:
    • Kapelle Manin: die Kapelle Manin kann wochentags nach Voranmeldung besucht werden
    • Diözesanmuseum und Dommuseum: beide Museen zeigen weitere sakrale Kunstwerke

(© Pixabay-License / Manfred Kindlinger)