Treviso

Treviso ist Hauptstadt und Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz in der Region Venetien. Die Stadt hat 83.145 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) und liegt etwa 40 Kilometer nordöstlich von Padua und etwa 30 Kilometer nördlich von Venedig.

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Geographie:

Treviso liegt am Zusammenfluss von Botteniga und Sile in der venezianischen Ebene. Die durchschnittliche Höhe beträgt etwa 15 m s.l.m..

Lage:

Gelegen in der Venezianischen Ebene (Pianura Veneta) liegt Treviso in einem wasserreichen Gebiet. In der Umgebung gibt es zahlreiche Quellen. Durch das Stadtgebiet fliessen zahlreiche Flüsse, von denen der wichtigste die Botteniga ist. Die Botteniga fliesst durch das Stadtzentrum und verzweigt sich dort in vielen Cagnani.


Klima:

Klima der Stadt Treviso / Klimastationen der Provinz Treviso / Klima in Venetien (Veneto)

Das Klima in Treviso ist subkontinental und entspricht den klimatischen Bedingungen der Venezianischen Ebene (Padana Veneta). Der durchschnittliche Niederschlag übersteigt 900 mm pro Jahr. Die Maximalwerte fallen im Herbst und Frühling. Beide Klimastationen liegen außerhalb des Stadtzentrums und sind von der städtischen „Wärmeinsel“ nicht betroffen.

Winter:

Die Winter sind mäßig kalt und die Sommer schwül-heiß. Die durchschnittlichen Nachttemperaturen im Winter liegen für gewöhnlich unter dem Gefrierpunkt mit häufigen Frösten. Bei klaren Himmel können die Werte auch bis auf -8°C und weniger fallen. Typisch für die Norditalienische Ebene ist das hohe Nebelaufkommen, die manchmal den ganzen Tag über andauern. Der meiste Nebel kommt südlich des historischen Stadtzentrums vor. Schnee in Treviso ist nicht selten, da es mehrmals im Winter zu Schneefällen kommen kann. Jedoch ist die Ebene von Treviso weniger schneereich, als der östliche Teil der Ebene in Friaul-Julisch-Venetien. Aufgrund der östlichen Lage in Norditalien haben kontinentale Luftmassen aus dem Osten einen dominante Einfluss auf das Klima. Diese versuchen mitunter Eistage, d.h. Tage an denen die Höchsttemperatur nicht über 0°C steigen. Jedoch hat diese Phänomen in den letzen Jahren stark abgenommen.

Sommer:

Die Sommer sind heiß und schwül. Das Stadtzentrum ist deutlich wärmer, als das Umland. Vor allem bei subtropischen Antizyklonen, die in den letzten 15 Jahren jeden Sommer aufgetreten ist, kann einen Temperaturunterschied zwischen 4-9 Grad betragen. Mitunter ist die Temperatur im Umland, um 5 Grad kälter als im Stadtzentrum. Während des Sommers kann die Hitzeperiode, abrupt durch das Eindringen von Frischluft unterbrochen werden, diese gehen häufig mit Hagelgewittern und Downbursts einher.

Treviso Sant’Angelo (1961-1990):

Treviso Istrana (1961-1990):


Geschichte:

Die Stadt Tarvisium wurde 49 v. Chr. römisches municipium (Anerkennung der Stadtrechte). 1797 übernahmen die Franzosen unter Napoleon die Macht, ihnen folgten die Österreicher, die mit kleineren Unterbrechungen bis 1866 herrschten. Seitdem gehört Treviso zu Italien.


Sehenswürdigkeiten:

Kulturell zeichnet sich Treviso durch seinen Bischofssitz, sein Priesterseminar, ein literaturwissenschaftliches Institut, einige Museen, Bibliotheken und eine Gemäldesammlung aus.

  • Besonders sehenswert ist die Altstadt sowie die gut erhaltene alte Stadtbefestigung mit Mauern (ab 1509 von Fra Giocondoerneuert), Bastionen und Kanälen. Aufgrund der vielen Kanäle, die die Stadt durchziehen, wird Treviso auch „città delle acque“ genannt.
  • Bedeutendstes Bauwerk der Altstadt ist der Dom aus dem 12. Jahrhundert, der im 15./16. Jahrhundert vollständig erneuert wurde. Später wurde er immer wieder umgebaut und 1944 schwer beschädigt. Die Wiederherstellung dauerte von 1951 bis 1955. Interessant sind die romanische Krypta und die Fresken von Perdone sowie Gemälde Tizians.
  • Daneben gibt es noch die Kirche San Francesco, die zwischen 1255 und 1283 erbaut und im 14. Jahrhundert erweitert wurde. In der Kirche wurden ein Sohn von Dante Alighieri und eine Tochter von Francesco Petrarca begraben.
  • Mit dem Bau der ehemaligen Dominikanerkirche San Niccolo wurde 1282 begonnen, bis ins Jahr 1389 wurde sie ausgebaut. Im Kapitelsaal des zugehörigen Klosters findet sich auf den um 1352 entstandenen Fresken des Malers Tommaso da Modena die früheste Darstellung einer Brille.
  • Sehenswert ist außerdem der Palazzo dei Trecento (erbaut ab 1207, ebenfalls 1944 zerstört, ab 1951 wiederhergestellt).
  • An einigen Bürgerhäusern befinden sich sehenswerte Fassadenmalereien des 15./16. Jahrhunderts.

Villa bei Roncade (© Pixabay-License / Albert Dezetter)