Südtiroler Unterland

Als Südtiroler Unterland (oft auch Bozner Unterland, italienisch Bassa Atesina) wird ein Abschnitt des Etschtals in Südtirol zwischen Bozen, Salurn und Tramin bezeichnet. Als Weinanbaugebiet ist es international bekannt und die Südtiroler Weinstraße führt durch das Tal. Es ist unter anderem das Herkunftsgebiet des Gewürztraminers.

Geographie:

Der markante Mitterberg bei Pfatten (südlich von Bozen)

Das Unterland wird von der Etsch, der Brennerautobahn und der Brennerbahn durchquert. Als Hauptort des Unterlandes gilt Neumarkt. Größter Ort ist Leifers. Zum Unterland gezählt werden Auer, Branzoll, Kurtatsch, Kurtinig, Leifers, Margreid, Montan, Neumarkt, Pfatten, Salurn und Tramin sowie die Berggemeinden Aldein, Altrei und Truden. Die Gebiete der Gemeinden Kaltern und Eppan, die der Mitterberg zum Talboden der Etsch hin abgrenzt, werden nicht zum Unterland gezählt, sondern als Überetsch bezeichnet. Unterland und Überetsch bilden zusammen die Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland. Nicht zu verwechseln ist das Unterland mit dem Tiroler Unterland. Teile der ostseitigen Talflanken des Unterlands sind im Naturpark Trudner Horn unter Schutz gestellt.

Landschaft:

Das Südtiroler Unterland ist die südlichste Region Südtirols und zugleich Teil des Etschtals. Es erstreckt sich von Bozner Talkessel bis zur Salurner Klause. Der flache Talboden des Etschtals wird maßgeblich von der Landwirtschaft geprägt, wie dem Anbau von Äpfeln und Weinreben. Das Tal wird von den hohen Flanken der abgrenzenden Felsen überragt. Kaltern und Eppan werden nicht zum Unterland gezählt, da die Gemeinden durch den Mitterberg vom Talboden der Etsch abgetrennt sind.

Klima:

Das Klima des Unterlandes ist generell gemäßigt mit deutlicher mediterraner Prägung, was man an der Flora der Region erkennt. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen +11°C und +13°C. Der kälteste Monat ist der Januar, während es im Februar am trockensten ist. Im Juni fällt der meiste Regen und der Juli registriert die heissesten Temperaturen. Das Südtiroler Unterland weist 300 Sonnentage im Jahr auf. Bedingt durch den meist wolkenlosen Himmel sind die Winter tagsüber sonnig und trocken, nachts dafür in der Regel eisig kalt mit Temperaturen weit unterm Gefrierpunkt.

Geschichte:

Zwischen 1921 und 1948 gehörte das gesamte Unterland zur Provinz Trient. Die Maßnahme wurde vom faschistischen Regime beschlossen, um die Italianisierung der sogenannten „gemischtsprachigen Gebiete“ zu forcieren. Am 30. Mai 1946 wurde auf dem Hügel Castelfeder mit einer von der Südtiroler Volkspartei organisierten Protestkundgebung die Rückführung des Unterlandes zur Provinz Bozen gefordert.