Sterzing (Vipiteno)

Sterzing ist eine Stadt und eine italienische Gemeinde mit 6849 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in Südtirol. Zur Gemeinde Sterzing zählen neben dem engeren Stadtgebiet die Ortschaften Tschöfs, Thuins und Ried. Aufgrund der Lage zwischen den alpinen Übergängen Jaufen- und Brennerpass sowie Penser Joch war Sterzing seit alters her eine wichtige Handelsstadt. Als Einkaufsstadt, Tourismus- und Wirtschaftsstandort hat sie auch heute große Bedeutung im südlichen Wipptal.

Geographie:

Sterzing liegt im Norden Südtirols (Italien) zwischen dem 46. und 47. Breitengrad und zwischen dem 11. und 12. Längengrad. Das Stadtzentrum befindet sich am nordwestlichen Rand des Sterzinger Beckens, der ersten Talweitung im Wipptal südlich des Brenners. Das Sterzinger Becken, in das von Westen das Ridnauntal und von Nordosten das Pfitscher Tal einmünden, wird von den Stubaier Alpen im Westen, Nordwesten und Norden, den Zillertaler Alpen im Osten sowie den Sarntaler Alpen im Süden und Südwesten begrenzt. Der an der Altstadt vorbeifließende Eisack ist der zweitgrößte Fluss Südtirols.

Lage:

Das Sterzinger Gemeindegebiet bedeckt eine Fläche von 33,18 km². Es wird im Talbereich des Sterzinger Beckens durch Eisack und Ridnauner Bach begrenzt, die südöstlich des Stadtzentrums zusammenfließen. Im Südwesten reicht es zudem mit einem schmalen Geländestreifen bis zu den Höfen von Unter- und Oberackern in den Anfangsbereich des Ridnauntals hinein. Nördlich des Sterzinger Beckens umfasst das Gemeindegebiet am Rosskopf (2189 m s.l.m.) und an den Telfer Weißen (2588 m s.l.m.) auch einige das Wipptal im Westen begrenzende Berggebiete des Aggls-Rosskopf-Kamms der Stubaier Alpen. Auf der gegenüberliegenden östlichen Talseite, im Tuxer Kamm der Zillertaler Alpen, findet Sterzing am Gipfel der Weißspitze (2714 m s.l.m.) seinen höchsten Punkt.

Entfernungen:

Vom nördlichen Alpenrand ist die Stadt rund 95 km entfernt, vom südlichen etwa 140 km. Der Brennerpass und damit die Grenze zu Österreich befinden sich in 15 km Entfernung. Sterzing ist damit die nördlichste Stadt Italiens und zählt mit einer Lage von 948 m s.l.m. zu den höchstgelegenen Städten der Alpen. Nahe gelegene größere Städte sind Innsbruck (gut 40 km nördlich), Meran (gut 30 km südwestlich) und Bozen (gut 40 km südlich).

Geologie:

Das Stadtgebiet von Sterzing befindet sich auf einer geologischen Trennlinie zwischen den Schieferformationen der aus Kalkglimmerschiefer gebildeten oberen Schieferhülle des Tuxer Kamms, einer Bergkette in den Zillertaler Alpen im Osten und dem Glimmerschiefer des Hausbergs Rosskopf, in dessen Gipfelregion auch Schiefergneise und Gneise zu finden sind. Nur an wenigen Stellen dieser Region im Westen des Eisacks sind Kalkglimmerschiefervorkommen zu finden. Im Gebiet des Vallmingtals östlich des Rosskopfs werden die Telfer Weißen aus Dolomitgestein gebildet, das auch den Gipfelkegel der Weißspitze bildet und vereinzelt auch in Flans nachweisbar ist. Der Talboden wird von Aufschüttungsböden dominiert, die durch die Verlandung eines großen Sees entstanden sind, der einst große Teile des heutigen Stadtgebietes bedeckte. Mächtige Moränenablagerungen sind bei Thuins, in Flans unterhalb des Rosskopfs und unter der Weißspitze zu finden.

Klima:

Sterzing liegt in der gemäßigten Klimazone und wird dem mitteleuropäisch-montanen Klimatyp zugerechnet. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen in Sterzing bei 8,6 °C und die mittleren Jahresniederschlage betragen 699,1 mm.

Temperaturen:

Der wärmste Monat ist der Juli. Hier werden im Mittel 18,5 °C erreicht, während die monatliche Durchschnittstemperaturen in den Wintermonaten zwischen 0 und -2 °C liegen.

Jan.
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1°C4°C11°C16°C20°C24°C25°C24°C21°C15°C6°C2°C
-8°C-5°C0°C4°C8°C11°C14°C12°C10°C5°C0°C-4°C

Jahreszeiten:

Die Winter sind schneereich. Im Sommer steigen die Temperaturen bis auf 30 Grad. Der Frühling und der Herbst sind mild.

Winde:

Die vorherrschenden Winde sind der kalte Nordwind vom Brenner sowie seltener vorkommende West- und Südwinde, die häufig mit kräftigen Niederschlägen einhergehen.

Sonnenstunden:

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Nov.
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3 h4 h5 h5 h6 h7 h8 h7 h6 h5 h3 h3 h

Geschichte:

Besiedelungsspuren finden sich schon aus prähistorischer Zeit. 14 v. Chr. entstand unter Drusus im Sterzinger Raum die römische Siedlung Vibidenum. Deren Name diente als Vorlage für die 1923 im Zuge der „Italienisierung“ aus politischen Gründen geschaffene italienische Ortsbezeichnung Vipiteno.

Sehenswürdigkeiten:

  • Das Heilig-Geist-Spital mit der Heilig-Geist-Kirche wurde 1399–1402 erbaut.
  • Pfarrkirche Unsere liebe Frau im Moos an der südlichen Peripherie der Stadt wurde in zwei Etappen errichtet. Den Chor erbaute die Bürgerschaft 1417–1456. Das Langhaus der spätgotischen Hallenkirche entstand 1496–1524. Der Hochaltar im Kirchenchor enthält fünf Figuren des Multscher-Altars des Ulmer Meisters Hans Multscher, aufgestellt 1459. Der Altar, ein Kunstwerk von europäischem Rang, ist nur fragmentarisch erhalten; einige der großen Bildtafeln (1,70 x 1,85 m) sind im nahe gelegenen Museum in der ehemaligen Deutschordenskommende ausgestellt.
  • Zwölferturm, Wahrzeichen der Stadt, 1468–1472
  • Rathaus mit spätgotischer Stube, 1468–1474
  • Ansitz Jöchlsthurn mit angeschlossener St.-Peter-und-Pauls-Kirche 1474 und 1496 errichtet.

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