Solferino

Solferino ist ein kleiner Ort zehn Kilometer südlich des Gardasees in der italienischen Provinz Mantua (Lombardei) mit 2642 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Die Stadt ist bekannt geworden durch die Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859 und gilt aufgrund der Auswirkungen dieser Schlacht als Geburtsort der Idee zur Gründung der Hilfsorganisation Rotes Kreuz.

Geographie:

Der kleine Ort liegt südlich des Gardasees im Hügelland des Alto Mantovano und der Colline Moreniche Mantovane del Garda.

Landschaften:

Solferino liegt im Bereich der Endmoräne eines Seitenasts des eiszeitlichen Etschgletschers, die rund um das Südufer des vom Gletscher ausgeschürften Gardaseebeckens einen weiten Kranz gleichsam wie ein ausgedehntes, aber flaches Amphitheater mit Höhenunterschieden von bis zu 150 m bildet. Der markante Moränenhügel „La Rocca di Solferino“, der den oben erwähnten „Spion von Italien“ trägt, ist mit 206 m ü.d.M.besonders bedeutsam.


Klima:

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Geschichte:

Schlacht von Solferino:

Am 24. Juni 1859 kam es im Rahmen des Risorgimento, der italienischen Befreiungs- und Unabhängigkeitsbestrebungen, bei Solferino zu einer Schlacht zwischen den Truppen Königreich Sardinien-Piemonts und Frankreichs unter der Führung des französischen Kaisers Napoleon III. auf der einen Seite und der Armee Österreichs auf der anderen Seite. Diese Schlacht führte zur Niederlage Österreichs im Sardinischen Krieg. In der Folge musste Österreich die Lombardei über Frankreich an das Königreich Sardinien-Piemont abtreten. Die Schlacht von Solferino war damit aufgrund ihrer geopolitischen Auswirkungen ein wichtiger Schritt zur Vereinigung der italienischen Provinzen zu einem unabhängigen Nationalstaat.


Stadtbild und Sehenswürdigkeiten:

Solferino ist gegenwärtig ein Ort mit ca. 2.500 Einwohnern und vor allem durch seine historische Bedeutung geprägt. Noch heute finden die Landwirte in der Umgebung bei der Bewirtschaftung ihrer Felder häufig Knochenteile als Zeugnis der Schlacht von 1859. Jährlich besuchen hunderttausende Menschen den Ort, der bereits am Ortseingangsschild auf seine Bedeutung als Geburtsort der Idee des Roten Kreuzes hinweist.

Museum:

Im Ort befindet sich ein kleines Museum, das hauptsächlich der Geschichte des Risorgimento gewidmet ist. Gezeigt werden beispielsweise Waffen, Uniformen, Fahnen und Ausrüstungsgegenstände der beteiligten Armeen ebenso wie zeitgenössische Darstellungen der Auseinandersetzungen in Bildern und Skulpturen.

Ossario di Solferino:

In unmittelbarer Nähe des Museums auf einem Hügel befindet sich die Knochenkapelle Ossario di Solferino. In dieser kleinen Kirche werden die Schädel von 1.413 Gefallenen der Schlacht und Knochen von ca. 7.000 weiteren Opfern aufbewahrt.

Denkmal des Roten Kreuzes:

Auf einem Berg ist am Ende einer Zypressenallee das 1959 eingeweihte Denkmal des Roten Kreuzes zu finden, an dem jede nationale Rotkreuz- oder Rothalbmond-Gesellschaft durch eine Steintafel repräsentiert wird. Auf dem Weg zum Denkmal findet man mehrere Grabsäulen zur Erinnerung an verschiedene an der Schlacht beteiligte Regimenter und ihre gefallenen Soldaten. In der Nähe des Denkmals befindet sich der „Spion von Italien“ (Spia d’Italia). Die Plattform des Turms ist für Besucher begehbar, in der Eingangshalle werden wie im Museum einige Erinnerungsstücke an die Schlacht gezeigt.