Siena

Siena ist der Name einer Stadt und eines früherenStadtstaates im Zentrum der italienischenToskana. Die Stadt hat 52.883 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) und ist bekannt für denPalio di Siena, ein Pferderennen, das am zentralen Platz Piazza del Campo ausgetragen wird. Bei dem Rennen, das seit dem Mittelalter eine sehr große Bedeutung für Siena hat, treten zweimal im Jahr jeweils zehn der 17 Bezirke (Contrade) der Stadt gegeneinander an. Siena gilt als eine der schönsten Städte der Toskana und Italiens. Schon von jeher befindet sie sich in Rivalität mit Florenz, in politischer, wirtschaftlicher oder künstlerischer Hinsicht. Während Florenz als Paradebeispiel einerRenaissance-Stadt vor allem durch die schiere Masse und Größe seiner Bauwerke und Kunstwerke beeindruckt, hat Siena den mittelalterlichen Charakter der italienischenGotik erhalten. Die historische Altstadt gehört seit 1995 zum UNESCO-Welterbe. DieUniversität Siena, gegründet 1240, gehört zu den ältesten Universitäten Italiens und wird heute von etwa 20.000 Studenten besucht. Aus Siena stammt die Heilige Katharina von Siena.

Geographie:

Siena liegt ca. 50 km südlich der Regionalhauptstadt Florenz und ca. 185 km nordwestlich von Rom. Sie liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1943 GR/G. Sie grenzt nördlich an den Chianti, südöstlich an dieCrete Senesi, südwestlich an die Maremma und nordwestlich an die Montagnola Senese. Zu den wichtigsten Flüssen im Gemeindegebiet gehören derTressa (13 km im Gemeindegebiet), der Bozzone (11 km), derArbia (9 km) und der Sorra (9 km). Keiner der Flüsse durchquert das Stadtzentrum, wobei der Tressa der am Stadt nächsten gelegene Fluss ist. Die Flüsse Sorra und Tressa entspringen im Gemeindegebiet von Siena, der Arbia und der Bozzone quellen nördlich von Siena im Chiantigebiet. Die bevölkerungsstärksten Ortsteile (Frazioni) von Siena sind Taverne d’Arbia (ca. 2350 Einwohner, 185 Höhenmeter), Isola d’Arbia (ca. 900 Einwohner, 176 m) und Sant’Andrea a Montecchio (ca. 900 Einwohner, 273 m).  Die Nachbargemeinden sind Asciano, Castelnuovo Berardenga, Monteriggioni, Monteroni d’Arbiaund Sovicille.

Klima:

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11°C12°C14°C19°C24°C28°C31°C31°C27°C21°C15°C10°C
3°C3°C5°C8°C12°C15°C18°C18°C15°C10°C6°C2°C

Geschichte:

Siena geht vermutlich auf eine etruskische Siedlung zurück und wurde unter römischer Herrschaft eine Kolonie mit dem Namen Saena Iulia. Ihre eigentliche Bedeutung erlangte die Stadt aber erst im Mittelalter. Wie andere italienische Städte wurde sie allmählich unabhängig und hatte im 12. Jahrhundert eine Konsularregierung. Im Streit zwischen Kaiser und Papsttum stand Siena – im Gegensatz zu Florenz – aufghibellinischer Seite und erhielt dadurch verschiedene Privilegien. Im Wesentlichen verbarg sich aber hinter diesem Konflikt eine wirtschaftliche Rivalität zwischen den beiden Handelsstädten. In der Schlacht von Montaperti 1260 wurden die Florentiner geschlagen. Die folgenden Jahre brachten aber einen Niedergang der Ghibellinen mit sich. Im Inneren kam es immer wieder zu politischen Machtkämpfen, die aber eine wirtschaftliche Blüte der Stadt nicht verhinderten. 1389 schlossen die Sienesen ein Bündnis mit Gian Galeazzo Visconti, das sie für einige Jahre in Abhängigkeit von Mailand brachte. 1487 ergriff Pandolfo Petrucci die Macht und regierte despotisch, wenn er auch formell die Regierungsformen nicht antastete. Anders als den auf ähnliche Weise in Florenz herrschendenMedici gelang es ihm aber nicht, eine Dynastie zu gründen, und nach seinem Tod 1512 stellte sich die Stadt bald unter den Schutz Karls V. Die Bürger lehnten sich gegen die zunehmende Tyrannei der Spanier auf, aber 1555 wurde Siena nach langer Belagerung eingenommen und zwei Jahre später als Lehen an Cosimo I. de’ Medici gegeben, unter dem es Teil des Großherzogtums Toskana wurde.

Sehenswürdigkeiten:

Der Dom aus schwarzem und weißem Marmor, heute eines der bedeutendsten Beispiele der gotischen Architektur in Italien, entstand aus einer dreischiffigen romanischen Basilika. Heute präsentiert sich der Bau immer noch als solche, jedoch mit gotisch erhöhtem und eingewölbtem Mittelschiff, kompliziertem, mehrschiffigen Querhaus und einem gotischen Chor. Romanisch blieb die unregelmäßig sechseckige Kuppel über der Vierung, die für viele der Unregelmäßigkeiten des Baues verantwortlich ist. Der Bau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen und zog sich bis in das 14. Jahrhundert hinein. Eine letzte Vergrößerung wurde 1339 begonnen, aber wegen Geldmangels und Probleme mit der Statik nie zu Ende geführt; heute sind nur Nordseitenschiff und Fassade des sog. „Duomo Nuovo“ zu sehen, die die Großartigkeit des unvollendeten Plans andeuten. Die Kirche, die den heutigen Dom als Querhaus weitergenutzt hätte, sollte in den Dimensionen Alt St. Peter, damals eine der größten Kirchen der Welt, übertreffen. Zu dem Baukörper gehört auch das Baptisterium San Giovanni, das in den Substruktionen des Domchores eingerichtet ist.

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Weitere Kirchen:

  • Basilica dell’Osservanza, einzige der vier Basiliken, die außerhalb der Stadtmauern liegt.
  • Basilica di San Clemente in Santa Maria dei Servi im Ortsdrittel Terzo di San Martino
  • Basilica di San Domenico im Ortsdrittel Terzo di Camollia
  • Basilica di San Francesco, Franziskanerkirche im OrtsdrittelTerzo di Camollia, wurde ca. 1228–1255 erbaut und im 14. und 15. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut und erweitert.
  • Oratorio di San Rocco, Kontradenkirche der Contrada Lupa im Ortsdrittel Terzo di Camollia
  • San Niccolò del Carmine, Karmeliterkirche im OrtsdrittelTerzo di Città
  • San Martino, Kirche im Ortsdrittel Terzo di San Martino
  • Santo Spirito, Kirche im Ortsdrittel Terzo di San Martino
  • Santuario di Santa Caterina, Geburtshaus, Oratorium und Kirche zu Ehren der hl. Katharina von Siena im Ortsdrittel Terzo di Camollia

Die Opera del Duomo enthält neben dem Fenster des Domchores auch Duccios berühmte Madonna, die 1308–1311 für die Kathedrale gemalt wurde, sowie andere Kunstwerke, die aus dem Kontext der Kathedrale stammen. Durch das Museum kann man die Fassade des „Duomo Nuovo“ betreten, der nie vollendet wurde (s.o.).

Gegenüber dem Dom befindet sich die  Santa Maria della Scala schon kurz nach 1000 gegründete Pilgerhospiz, das etwa das vierfache Bauvolumen der Kathedrale besitzt. Im Obergeschoss sind verschiedene Säle und Kapellen von Interesse: neben dem Eingang blickt man in die Kapelle der SS. Annunziata, die im 15. Jh. errichtet und im 18. Jh. durch ein grandioses Fresko in der Apsis ausgeschmückt wurde. Daran schließt die sog. Sagrestia an, die von Vecchietta ausgemalt wurde. Der große Saal im Zentrum des Hospizes (Pellegrinaio) ist vollständig ausgemalt, die meisten der Fresken stammen von Domenico di Bartolo, aber auch Vecchietta und Priamo della Quercia führten einzelne Szenen aus. Von hohem Interesse sind die beiden Untergeschosse, die höhlenähnlichen Charakter besitzen. Sie sind zum Teil in verschiedenen Epochen ausgestattet worden, beherbergen heute außerdem viele Kunstwerke, darunter eine große Sammlung antiker Urnen und ein Altarretabel von Taddeo di Bartolo.
Der Palazzo Pubblico (dasRathaus) ist ein Palast, dessen Bau im Jahre 1297 begann als Sitz der republikanischen Regierung, der Podesta und desKonzils der Neun. Der Palast liegt zentral an Sienas Hauptplatz, der Piazza del Campo; der Platz wurde im 14. Jahrhundert am Ort eines antiken Theaters angelegt; 1347 erhielt er seine charakteristische roteBackstein-Pflasterung, die von hellen Streifen aus Travertin segmentiert wird. Hier findet auch derPalio di Siena statt, ein alljährliches lokales Pferderennen. Im Palast selbst befinden sich zahlreiche berühmte Fresken wie zum Beispiel dasjenige, dasGuidoriccio da Fogliano im Saal der Landkarten (Sala del Mappamondo) zeigt. Das Fresco stammt wahrscheinlich von Simone Martini. Die Wand des Saals zeigt außerdem Reste der Zeichnung einer Weltkarte von Pietro Lorenzetti. Eines der berühmtesten Werke im Palast ist die Darstellungder Guten und der Schlechten Regierung im Saal der Neun (Sala della Pace) von Ambrogio Lorenzetti. Der 102 Meter hohe Turm des Palastes (Torre del Mangia) wurde zwischen 1325 und 1344 errichtet, seine Spitze wurde von Lippo Memmi entworfen. Er ist der Öffentlichkeit zugänglich und bietet von seiner Spitze einen sehr guten Rundblick über die Stadt und ihre Umgebung.

 

 

Der Palazzo Tolomei in der Straße Banchi di Sopra wurde um 1205 gebaut und ist der älteste Stadtpalast von Siena. Er wurde später aufgestockt und umgebaut. Die Cassa di Risparmio di Firenze hat hier heute ihren Sitz.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Accademia Musicale Chigiana
  • Pinacoteca Nazionale di Siena
  • Banca Monte dei Paschi di Siena
  •  Palazzo Salimbeni
  • Palazzo Tolomei

 

Palazzo Tolomei

 

 

 

 

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