Rimini

Rimini ist eine Stadt an der italienischen Adriaküste in der Emilia-Romagna mit 143.731 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2012) und Hauptstadt der Provinz Rimini. Sie ist heute ein Zentrum des Badetourismus.


Geographie:

Rimini liegt an der Adria und somit am südöstlichen Ende der Emilia-Romagna. Nicht weit von der Landschaft Montefeltro und der Region Marken entfernt. Somit liegt Rimini an einer historisch-strategsich wichtigen Position, da sie am äußersten Ende der Po-Ebene und auch den südlichsten Punkt Norditaliens darstellt.

Landschaft und Flüsse:

Die Landschaft der Stadt reicht von der brettebenen Po-Ebene über niedrige und grüne Hügel. In den Hügellandschaften befinden sich Weinberge, Olivenhainen und Obstgärten sowie stattliche Villen. Diese Hügel besteht aus Sand und Lehm, diese Sedimenten stammen au Flussablagerungen der Marecchia und Ausa, den beiden Hauptflüssen von Rimini. Die Marecchia fließt durch das Tal in die Ebene und mündet nach einen breiten Kiesbett in die Adria. Der Bach Ausa stellt einen Wildgewässer dar und führt wenig Wasser. Die Ausa mündet in die Marecchia und versucht mit ihr periodische Überschwemmungen an der Mündung.

Küstenstreifen:

Die Küste von Rimini besteht aus jüngsten Meeresablagerungen und wird von einem 15 km langen und bis zu 200 m breiten Sandstrand geprägt. Entlang der Küste verläuft ein sandiger Kordon.

Nachbargemeinden:

Bellaria-Igea Marina, San Mauro Pascoli, Santarcangelo di Romagna, Verucchio, Serravalle, Coriano und Riccione.


Klima:

Klima der Stadt Rimini / Klimastationen der Provinz Rimini / Klima in der Emilia-Romagna / Klima der Romagna

Rimini liegt im Übergangsbereich zwischen der mediterranen Klimazone der Adria und der mitteleuropäischen Klimazone. Daher stellt dieses Gebiet einen großen naturalistischen Wert dar. Dadurch liegt in Rimini auch eine Mischtyp der Vegetationszone, zwischen dem mediterranen und mitteleuropäischen Pflanzenarten, dar.

Rimini weist ein warm-gemäßigtes Klima (Köppen-Klimaklassifikation) mit gleichmäßig verteilen Niederschlägen über das Jahr. Die Sommer sind heiß und feucht. Nach anderen Klima-Klassifikationen liegt Rimini in der mediterranen Klimazone (Rivas-Martínez). Das Klima ist mild und durch die Adria kommt es zu geringen Temperaturunterschieden. Die konstante Meeresbrise im Frühling und Herbst bringt recht wenig Regen. Grund hierfür ist die abschirmende Wirkung des Romagna-Apennin, der die atlantischen Luftströmungen weitgehend abhält. Rimini weist die höchsten durchschnittlichen Herbst- und Wintertemperaturen sowie die höchsten durchschnittlichen Jahresmindesttemperaturen der Emilia-Romagna auf.

Rimini Centro (1961-1990):

Rimini-Miramare (1961-1990):


Geschichte:

(© Pixabay-Licnese / Jakub Orisek)

Rimini wurde 268 v. Chr. von den Römern als Kolonie Ariminum (wegen der Mündung des Flusses Ariminus) gegründet, um gegen die vordringenden Gallier eine Garnison einzurichten. Von hier aus eroberten die Römer die Po-Ebene. Cäsar bemächtigte sich 49 v. Chr. der Stadt, um von hier aus den Rubikon zu überschreiten. 359 wurde das Konzil von Rimini abgehalten. Vom 13. Jahrhundert bis 1503/04 herrschten die Malatesta als Vikare der Kirche in der Stadt. 1504 fiel sie unter Besatzung der Venezianer, 1509 und nach Wechselspielen endgültig 1528 unter die direkte Herrschaft der Kirche bzw. des Kirchenstaates. Ein Erdbeben verschüttete 1671 den Hafen.


Sehenswürdigkeiten:

Burg Sismondo:

Castel Sismondo (© Pixabay-License / Viktor Levit)

Vom Originalbau, am 20. März 1437 vom Herrscher von Rimini Sigismondo Malatesta begonnen, ist heute nur noch der zentrale Kern erhalten, der ursprünglich von einer weiteren Runde von Mauern und einem Wassergraben umgeben war. Nach zeitgenössischen Chroniken soll Malatesta die Burg selbst entworfen haben. Es ist jedoch bekannt, dass mehrere Architekten am Bau beteiligt waren, darunter Filippo Brunelleschi, der 1438 zwei Monate in Rimini tätig war. Der Bau der Burg dauerte 15 Jahre. Der zentrale Teil der Burg war die Residenz des Herrschers und die Zimmer mit Teppichen, Vorhängen und Fresken geschmückt.

Tempio Malatesta:

Der heutige Bau des Domes von Rimini (Tempio Malatestiano) wurde von Sigismondo Malatesta in Auftrag gegeben, wobei der bedeutende Architekt Leon Battista Alberti im 15. Jahrhundert den bestehenden gotischen Bau mit einer (nur unvollständig vollendeten)Renaissance-Fassade ummantelte. Sigismondo Malatesta war ein kultivierter und gebildeter Herrscher. Es setzte alle Mittel ein, um seinen Ruhm zu verbreiten und sich verherrlichen zu lassen: Tafelbilder, Fresken, Medaillen und Lebensbeschreibungen kündigten von seinem Ruhm. 1446 beschloss Sigismondo Malatesta, die Kirche in ein Mausoleum für sich und seine damalige Geliebte und spätere Frau Isotta degli Atti umzugestalten. Nach einigen Umbauten durch Agostino di Duccio beauftragte er Leon Battista Alberti mit der Neugestaltung der Kirche. Dieser gab der Kirche ein neues Äußeres, wobei die Fassade, die sich an den Typus des römischen Triumphbogens anlehnt, von größter Bedeutung für die Architektur der Renaissance ist. Ursprünglich sollten die Sarkophage in Nischen der Fassade des nunmehr Tempio Malatestiano genannten Baus ihre Aufstellung finden. An den äußeren Seitenwänden der Kirche fanden Sarkophage verschiedener Gelehrter und Humanisten ihren Platz, deren Gebeine Sigismondo von verschiedenen Orten nach Rimini bringen ließ, darunter der des byzantinischen Philosophen Georgios Gemistos Plethon, der den Platonismus in Italien bekannt gemacht hatte und dessen Grab Sigismondo auf seinem Feldzug für die Venetianer in Morea gefunden hatte. Sigismondo wollte sich auf diese Weise als Mäzen der Humanisten präsentieren und sich in einem Gelehrtenpantheon bestatten lassen. Der heidnische Charakter der Kirche stieß jedoch auf Ablehnung und wurde von Papst Pius II. angeprangert. Piero della Francesca schuf ein Porträt des Sigismondo, das sich heute im Louvre befindet, und im Tempio Malatestiano ein Fresko, das, wenn auch beschädigt, noch heute zu bewundern ist: Sigismondo Malatesta kniet vor seinem Namenspatron, der die Züge des Kaisers Sigismund trägt. Auch Pisanello schuf mindestens zwei Medaillen mit dem Konterfei Sigismondos. Bedeutendste Werke im Inneren: Grabkapelle des Sigismondo Malatesta. Kruzifix von Giotto (frühes 14. Jahrhundert) über dem Hauptaltar. Fresko von Piero della Francesca (2. Hälfte des 15. Jahrhunderts) mit der Darstellung Sigismondo Malatestas, der dem Papst huldigt. Das Fresko war ursprünglich in der Sakristei, wurde jedoch unlängst abgenommen und ist heute in der letzten rechten Seitenkapelle ausgestellt.

Fontana della Pigna:

Die Fontana della Pigna (Pinienzapfen-Brunnen) befindet sich auf der Piazza Cavour, sie wurde 1400 von Giovanni da Carrara konstruiert. Das Besondere an diesem Brunnen ist, dass seine Bestandteile größtenteils aus früheren Brunnen zusammengesetzt wurden. So stammt das Becken aus dem 15. Jahrhundert, andere Teile stammen sogar aus römischen Epochen. 1807 wurde die Fontana restauriert, dabei wurde der Zapfen durch eine Statue des San Paolo ersetzt, jedoch wurde dies später wieder rückgängig gemacht.

Arco di Augusto:

Arco di Augusto (© Pixabay-License / LLR)

Ein römischer Triumphbogen aus der Zeit des Kaisers Augustus.

Ponte di Tiberio:

Auch Ponte d’Augusto genannte Brücke aus der Zeit des römischen Kaisers Tiberius, über die noch heute der Verkehr läuft. Die Brücke über den Marecchia, der im Altertum Ariminus hieß und der Stadt ihren Namen gab, wurde im Jahr 14 n. Chr. von Augustus begonnen und, wie eine Inschrift innen an der Brüstung erinnert, von Tiberius im Jahr 21 n. Chr. vollendet. Aus istrischem Stein gebaut, entwickelt sie sich über fünf Bögen, die auf massiven Stützpfeilern mit Flutbrechern ruhen, welche schräg zur Brückenachse angeordnet sind, um den Durchfluss zu unterstützen.

Ponte di Tiberio (© Pixabay-License / Viktor Levit)