Punta San Vigilio

Die Punta San Vigilio ist eine kleine Landzunge am Gardasee zwischen Garda und Torri del Benaco am Fuße des Monte Baldo und ragt nach der Halbinsel Sirmione am weitesten in den See hinaus. Die Punta, italienisch für Punkt bzw. Spitze, besteht heute aus der Villa Guarienti di Brenzone, der Locanda San Vigilio mit einer Kirche gleichen Namens und einem kleinen Hafen mit Café. Im Norden schließt sich die Baia delle Sirene (Bucht der Sirenen) an, die als schönste Badebucht des ganzen Sees gilt.

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Geschichte:

Das älteste noch erhaltene Bauwerk auf der Halbinsel ist die kleine Kirche San Vigilio aus dem 13. Jahrhundert, die dem hl. Vigilius von Trient geweiht ist und der Punta ihren Namen gab. Ende des Mittelalters befanden sich daneben ein Wirtshaus und ein kleiner Hafen. Im Jahre 1540 erwarb der Humanist Agostino di Brenzone, Doktor beider Rechte und Mitglied einer Patrizierfamilie aus Verona, die Halbinsel und ließ dort ein architektonisches Gesamtkunstwerk aus Landschaft und Bauwerken im klassischen Stil erschaffen. Für die Durchführung konnte di Brenzone den namhaften Festungsbaumeister Michele Sanmicheligewinnen, der in seine Planung die alte Bebauung mit Kirche und Hafen einbezog. Es wurde eine heute noch erhaltene Zypressenallee zum höchsten Punkt der Halbinsel angelegt. Dort errichtete man die Villa Brenzone, die sich heute im Besitz der Familie des Grafen Guarienti di Brenzone befindet. Umgeben wurde die Villa von einem großen Renaissance-Garten, der zum See hin in Terrassen absteigt und beste Blicke auf den Gardasee bietet. Der Hafen wurde mit einem Gästehaus, der Locanda di San Vigilio, erweitert. Heute ist in diesem Gebäudekomplex ein Hotel mit Restaurant untergebracht. Durch ein Tor betritt man schließlich das Hafenareal. Zur Bucht nach Norden hin errichtete man dagegen keine Bauwerke, sondern bepflanzte den Hang zum See hin mit Olivenbäumen.

In der Villa Brenzone und der Locanda San Vigilio, früher das Gästehaus der Villa, weilten schonMarie-Louise von Österreich, 2. Gattin Napoleons, Zar Alexander III., Otto Hahn, an dessen Hochzeitsreise mit seiner Frau, der Malerin Edith Junghans im März 1913 eine in Latein verfasste Marmortafel erinnert, Winston Churchill, Laurence Olivier und Vivien Leigh. In neuerer Zeit zählten Prinz Charles, König Juan Carlos von Spanien und Richard von Weizsäcker zu den Gästen. Manchmal wird behauptet, dass die Punta San Vigilio als Vorlage für Arnold Böcklins Gemälde „Die Toteninsel“ gedient habe. Allerdings konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass Böcklin an diesem Ort jemals gewesen ist oder ihn aus Beschreibungen kannte.

 

 

 

 

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