Provinz Tarent

Die Provinz Tarent (italienisch Provincia di Taranto) ist eine italienischeProvinz der Region Apulien. Hauptstadt ist Tarent. Historisch gehört die Provinz Tarent zum griechischen Kolonisationsraum Magna Graecia.

Sie hat 586.061 Einwohner (Stand 31. Dezember 2015) 29 Gemeinden auf einer Fläche von 2436 km². Im nördlichen Teil der Provinz wird Tarandíne, ein Dialekt der Italienischen Sprache gesprochen.


Geographie:

Die Provinz liegt am Golf von Tarent und gehört zur süditalienischen Provinz Apulien.

Die Provinz grenzt an das Ionische Meer. Im Hinterland geht es in Karstlandschaften und in die Murge über.

Klima:

Das Klima ist mediterran. Die Winter sind mild und kurz. Die Sommer sind lang, sehr heiß und trocken.

  • An der Küste herrscht ein mediterranes Klima mit milden und kurzen Wintern und sehr heiß-trockenen Sommern.
  • Das Hügelland hat ein mediterranes Klima mit etwas kühleren Wintern und teils höheren Temperaturen, als an der Küste.

Wassertemperatur:

Jan.
Feb.
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Sep.
Okt.
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Dez.
14°C14°C14°C15°C20°C23°C25°C28°C24°C22°C19°C16°C

Klimatabellen:

Grottaglie:

Jan.
Feb.
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Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
15°C15°C16°C20°C24°C28°C32°C32°C28°C25°C19°C16°C
6°C6°C8°C10°C14°C18°C20°C21°C18°C15°C11°C8°C

Marina di Ginosa:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
14°C14°C17°C20°C24°C30°C32°C32°C29°C24°C19°C14°C
7°C7°C8°C11°C14°C19°C22°C22°C19°C15°C12°C7°C

Metaponto:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
13°C14°C17°C20°C25°C30°C33°C33°C29°C24°C18°C15°C
5°C5°C6°C10°C12°C16°C20°C20°C17°C13°C10°C6°C

Tarent (Taranto):

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
13°C13°C15°C20°C23°C34°C35°C37°C30°C22°C17°C14°C
7°C7°C8°C11°C15°C22°C25°C25°C20°C15°C11°C8°C

Kulturelle Zentren:

Tarent (Taranto):

Die zweitgrößte Stadt Apuliens ist tausend Jahre älter als Rom und besticht durch ihre göttliche Lage zwischen einem runden Binnenmeer und der Ionischen Bucht. Das griechisch-spartanische Taras, damals bevölkerungsreicher als heute, war im 4. Jahrhundert v. Chr. eine so blühende Gewerbe-, und Handels- und Kulturstadt, dass begeisterungsfähige Historiker sich zu Bezeichnungen wie „Paris der Antike“ hinreißen ließen. Mit den beiden vorgelagerten Inseln San Pietro und San Paolo bot die Lagune des Mar Grande den Bewohnern einen beinahe perfekten Schutz. Dennoch konnten die Bürger nicht verhindern, dass die gemeinsam mit Syrakus mächtigste Stadt der Magna Greacia später ans Römische Reich fiel. Noch im Mittelalter war Tarent die bedeutendste Griechenstadt Apuliens. Besonders sehenswert:

  • Chiesa e Chiostro San Domenico Maggiore
  • Cattedrale San Cataldo
  • Palazzo Galeota mit Museo Etnografico
  • Neptuntempel
  • Castello Aragonese
  • Ponte Girevole
  • Museo Nazionale Archeologico
  • Isola Cheradi
  • Isola San Pietro
  • Isola San Paolo

 

Metaponto:

Metapont, war eine im Rahmen der griechischen Kolonisation von achäischen Siedlern am Golf von Tarent gegründete Kolonie. Der Sage nach wurde sie von Epeios, dem Erbauer desTrojanischen Pferdes, gegründet. Der heutige Ort Metaponto liegt auf dem Gebiet des Städtchens Bernalda in derProvinz Matera.

Ginosa und Laterza:

Zwillingsstädte im Küstennahen Hinterland. Beide haben einen antiken Ursprung.

Weitere Zentren:

  • Castellaneta
  • Massafra
  • Grottaglie
  • Francavilla Fontana
  • Oria
  • Manduria

 

Naturlandschaften und -monumente:

Golf von Tarent:

Der Golf von Tarent wurde im Zuge der großen griechischen Expansion gegen Ende des 8. Jahrhundert vor Chr. hellenisiert. Das schillerndste Zentrum griechischer Kultur auf der Apenninhalbinsel war das sagenumwobene Tarent die bedeutendsten Überreste der Magna Graecia finden sich in Metaponto, das knapp jenseits der Regionengrenze in der Basilikata liegt.

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Costa jonica:

Das Badeparadies mit dem mystisch klingenden Namen besticht durch eine meistenteils unverdaut gebliebene Küste mit einer überraschend schwach ausgeprägten Infrastruktur. Einen kulturellen Paukenschlag landet Tarent mit dem Archäologischen Nationalmuseum und die ehemaligen Griechischen Kolonie Metapontion an der Grenze zur Basilicata.

An der Grenze zum Salento ganz im Osten des Küstenabschnitts beschirmen kilometerlange Dünen die ellenlangen Sandstrände. Sie sind ein wichtiges Habitat seltner Pflanzen, weshalb ein Teil der Küstenpartie besonders Geschütz ist. Westlich von Tarent präsentiert sic hder Küstenabschnitt landschaftlich weniger interessant. Ein breite Piniengürtel trennt die Schnellstraße SS 106, die ein effizientes Vorankommen enorm erleichtre, vom Strandbereich ab.

Küste westlich von Tarent:

Trotz der Nähe zu Tarent mit seiner Schwerindustrie in der Peripherie ist dieser Küstenabschnitt überraschend sauber ,touristisch jedoch nur punktuell entwickelt. Kilometerlange, bis zu 100 m breite Sandstrände säumen das Ufer, seit Jahren weht zuverlässig die blaue Flagge. Dahinter erstrecken sich Wacholderdünen und Pinienwälder. Die wenigen Badeorte platzen v. a. an Wochenenden schier aus den Nähten und sind in der Nebensaison völlig verwaist.

Küste östlich von Tarent:

Von den Küstenschutzgebieten am Übergang zum Salento bis zu den Außenbezirken von Tarent hält die außerhalb des Hochsommers spärlich befahrene Küstenstraße fast immer den Kontakt zum Meer.

Im östlichen Küstenabschnitt befinden sich ellenlange Sandstrände, die von der Straße durch ein dünnes Dünenband getrennt werden.

Zwischen Torre dell’Ovo und dem Capo San Vito am Beginn des Großraums Tarent erstreckt sich wiederum eine herrliche Klippenküste mit einladend-romantischen Badebuchten.

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Riserva Naturale del Litorale Tarantino Orientale:

Ein Salinen- und Dünenschutzgebiet, das eine Fläche von rund 1100 ha und wurde 2010 in die Liste schützenswerter Naturlandschaften aufgenommen, um dem rasanten Rückgang des einzigartigen Dünenökotops Einhalt zu bieten.

Terra della Gravine:

Von der Küste aus betrachtet bildet die Schluchtenstadt Massafra den spektakulärsten Auftakt. Alt- und Neustadt liegen auf einem System von Grotten und Höhlen, das seinesgleichen sucht. Die Eingänge zu den kunsthistorisch bedeutenden Zeugnissen in den Krypten und Chiese rupestri, Fresken von berückender Ausdruckskraft und beachtlicher künstlerischer Qualität, liegen oftmals denkbar unromantisch: in einem Hinterhof mit Charme der 70er Jahre des 20. Jahrhundert oder im Keller eines Hospizes mit verwitterter Fassade. Andere Grottenkrichen wiederum liegen in den Steilhängen der Schluchten und sind nur über schmale Treppenwege erreichbar. Wie feine Adern durchziehen die Schluchten das Hinterland der Golfküste. Sie sind das Resultat von eiszeitlicher Erosion und bedecken eine Fläche von nicht unerheblicher Größe:

Die Terra delle Gravina erstreckt sich bis weit in die Basilikata und in die Murgia hinein, wo u. a. Gravina in Puglia sowie Matera sehenswerte Destinationen sind. Den besten Einblick in die spezifischen topografischen Gegebenheiten dieser senkrecht abfallenden Klüfte erhält man während einer Wanderung, z. B. entlang der oberen Kante der Gravina di Laterza.

Murge Tarantine:

Gänzlich präsentieren sich die Murre Tarantine: Östlich von Tarent erstreckt sich flachhügeliges Bauernland, wo vorwiegend Wein angebaut wird, aber auch edle Wildkräuter, beispielsweise Safran gedeihen. Für Weinkenner steht natürlich ein Besuch der Genossenschaftskantine in Manduria, der Hauptstadt der Primitivo, auf dem Pflichtprogramm. Die Stadt lohnt jedoch noch aus ganz andere Gründen einen Besuch. Die lebendige Altstadt besticht durch eine architektonische Geschlossenheit, außerdem befinden sich am nördlichen Stadtrand die wichtigsten Überreste aus mesapischer Zeit in ganz Apulien. Wenige Kilometer von Manduria entfernt befindet sich mit Oria die alte Königstadt der Messapier, auch dieser Ort lohnt eine Stippvisite, auch wenn er ein wenig mehr aus seinen vielen Attraktionen machen könnte. Nach Francavilla Fontana, der Agrarmetropole ganz im Norden, verirren sich hingegen seltener Ortsfremde, obgleich das Kastell im Zentrum mit seiner feinen Barockfassade ein architektonisches Highlight ist. Genau auf halber Strecke zwischen Tarent und Francavilla Fontana liegt das Kunsthandwerkzentrum Grottaglie, dessen Alleinstellungsmerkmal die Keramikproduktion ist. Die Dicht der Kermikateliers hier erinnert ein wenig an Vietri sul Mare an der Amalfikküste auf der anderen Seite der Apenninhalbinsel.


Sehenswürdigkeiten:

Hier erinnern alte Zeugnisse an die einstige hellenische Kultur, die man in Archäologisches Nationalmuseum Tarent bewundern kann.

Von besonderem historischen und künstlerischem Interesse sind die Orte:

  • Grottaglie, die Töpferstadt,
  • Martina Franca mit seinen Barockbauten und die Aussicht auf das Itriatal,
  • das messapische Manduria,
  • Massafra mit seiner gleichnamigen Schlucht,
  • Castellaneta (Geburtsstadt von Rudolph Valentino) und Ginosa am Ionischen Meer mit seinen Pinienhainen und ausgedehnten Sandflächen.
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Villa in Tarent mit mediterraner Vegetation


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