Peschiera del Garda

Peschiera del Garda ist eine italienische Gemeinde mit 10.465 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Verona der Region Venetien. Seit mehreren Jahren wirbt Peschiera für sich als eine barrierefreie Stadt. Teile der Altstadt trennen mit ihren Festungsanlagen den Ort vom Festland. Der Ort verfügt über einen kleinen Yachthafen, einen Bahnhof und ist Standort der italienischen Armee.


Geographie:

Peschiera liegt am venezianischen Südufer des Gardasees, in einem Gebiet aus Moränenhügel. Die Stadt ist komplett von den Hügeln umgeben. Entlang des Mincio eröffnet sich das Mincio-Tal mit einzigartiger Flusslandschaft. Das fruchtbare Hinterland umfasst das bekannte Weinbaugebiet „Lugana“, wo der berühmte Lugano Bianco produziert wird.

Lage:

Peschiera del Garda liegt am Südostufer des Gardasees an der Stelle, an der der Mincio, der einzige Abfluss des Gardasees, den See verlässt. Der Ort liegt etwa 25 km westlich von Verona.

Stadtteile:

Neben Peschiera sul Garda mit dem Gemeindesitz gehören zur Gemeinde noch die folgenden drei Fraktionen: San Benedetto di Lugana, Dolci und Broglie.

Nachbargemeinden:

Die Nachbargemeinden sind Castelnuovo del Garda, Desenzano del Garda (BS), Ponti sul Mincio (MN), Pozzolengo (BS), Sirmione (BS) und Valeggio sul Mincio.


Klima:

Klimastation Peschiera del Garda / Klimastationen Provinz Verona / Klima des Gardasees

Das Klima der Stadt wird deutlich vom Gardasee beeinflusst, dennoch können im Winter und Sommer kalte oder heiße Luftströmungen der Po-Ebene in die Stadt ziehen, d. h. im Winter werden die Temperaturen deutlich kälter und im Sommer die Temperaturen um einiges heißer. Grundsätzlich ist das Klima mediterran, was das Wachstum von subtropischer Vegetation ermöglicht. Die Winter sind für norditalienische Verhältnisse mild und die Sommer sind heiß. Peschiera del Garda liegt in einer windgeschützten Region.

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Geschichte:

Prähistorische Geschichte:

Die früheste Besiedlung Peschieras geht auf die Bronzezeitzurück. Aus dieser Zeit stammen zwei Pfahlbautensiedlungen am Lago di Frassino und am Ufer des Gardasees, die in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben wurden und in der sogenannten Peschierazeit angesiedelt werden. Seit 2011 zählen die Pfahlbauten von Peschiera zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Antike:

In der Römerzeit wurde der Ort unter dem Namen Arilica, in der Gallia cisalpina, vermerkt, in der Peutingertafel als Ariolica zu lesen. Wahrscheinlich zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert nahm der Ort den heutigen Namen Peschiera an.

Mittelalter:

899 nahm Peschiera Berengar I. nach seiner Niederlage gegen die nach Norditalien einfallenden Ungarn am Fluss Brenta auf. Während der Signorie fiel der Ort erst unter die Kontrolle der Familie Ezzelino. Nach der Niederlage Ezzelino III. 1259 in der Schlacht bei Cassano d’Adda und dem darauffolgenden Niedergang des Hauses Ezzelino fiel Peschiera 1260 an Mastino I. della Scala.

Skaliger:

Die Herrschaft der Scaliger dauerte bis zum Ende des 14. Jahrhunderts an, als Peschiera an Gian Galeazzo Visconti fiel.

Republik Venedig:

1440 konnte schließlich die Republik Venedig unter ihrem Condottiere Francesco I. Sforza den Ort einnehmen. Venedig baute zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert Peschiera zu einer Festung aus. Diese von den Venezianern erbaute Festung wurde 2017 ebenfalls in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Nach dem Wiener Kongress:

Königreich Lombardo-Venetien:

Nach dem Wiener Kongress wurde Peschiera Teil des Königreiches Lombardo-Venetien und bildete mit den Orten Mantua, Verona und Legnago das sogenannte Festungsviereck.

Risorgimento:

Während des Risorgimento bildete Peschiera, zusammen mit Verona, Legnano und Mantua, das Festungsviereck: „Quadrilatero“.

Unabhängigkeitskriege:

Während des ersten italienischen Unabhängigkeitskrieges nahmen piemontesische Truppen Peschiera am 30. Mai 1848 ein. Aber erst nach dem dritten italienischen Unabhängigkeitskrieg von 1866 gelangte Peschiera zum neu gegründeten Königreich Italien.


Sehenswürdigkeiten:

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem der historische Ortskern mit der Festungsmauer sowie Ausgrabungen aus der römischen Zeit.

Kirchen:

  • Chiesa parrocchiale di San Martino Vescovo
  • San Benedetto

Santuario della Madonna del Frassino:

Der Bau aus dem 16. Jh. ist heute ein Nationalmonument. Später guten die Franziskaner ein Kloster neben der Kirche. Die schluckte Fassade besitzt eine Rosette und ein Portal mit Fresken aus dem 17. Jh. Das Innere birgt eine Madonnenstatue und die schönen Fresken von Farinati, zu dem ein Gemälde von Zonen Veronese, was von den Malern B. Muttoni und A. Bertanza gemalt wurde.

Militärische Bauten:

  • La Fortezza – XVI Jahrhundert
  • Fortificazioni esterne – XVI Jahrhundert
  • Porta Brescia – XVI Jahrhundert
  • Porta Verona – XVI Jahrhundert
  • Forte Ardietti – XIX Jahrhundert

Archäologie:

römische Ausgrabungen:

Die Ausgrabungsstätte befindet sich im Zentrum der Stadt, neben der Kirche San Martino. Die Zimmer haben unterschiedliche Böden: Mosaike unterschiedlicher Arten. Der innere Hof ist gepflastert. Der südliche Teil umreißt Räume, deren Nutzung schwer zu definieren ist. Der jetzig entdeckte Teil ist gegenüber dem ursprünglichen Teil um einiges kleiner. 1981 wurde ein weniger interessanter Teil ausgegraben.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Haupttore von Peschiera del Garda:

Sehenswert sind auch zwei imposante Stadttore: die Porta Verona von Sammicheli und die antike Porta Brescia.

Festungsanlage der Stadt:

Das Städtchen ist noch heute das Beispiel einer österreichisch-ungarischen Befestigung des 19. Jh. Von der alten Rocca aus der Dante-Zeit sind nur noch geringfügig Reste zu sehen, während das Bollwerk der im Fünfeck gebauten Mauer mit im See verankertem Sockel gut erhalten ist.

Ponte dei Voltoni:

Die Ponte dei Voltoni ist eine wunderschöne Panoramabrücke über den Canale di Mezzo. Sie wurde während des 16. Jh. errichtet und besticht durch ihre Terrakotta-Bögen. In der Nähe der Brücke befindet sich eine grüne Insel, wo der Mincio aus dem Gardasee herausfliesst.


Verkehr:

Der Ort befindet sich an der Kreuzung wichtiger Verbindungswege, so dass Peschiera stets strategisch bedeutend war. Der Fremdenverkehrsort weist wichtige Bahn- und Straßenverbindungen auf und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Gardasee und dessen Autobahnanbindung.


Natur:

Lago del Frassino (Laghetto del Frassino):

Der Frassino-See ist ein kleiner See der zur letzten Eiszeit entstanden ist. Der See hat Anteil an der Provinz Verona und liegt nahe der Grenze zur Provinz Brescia (Lombardei). Er erstreckt sich landeinwärts von der Gemeinde Peschiera del Garda aus, zwischen den Dörfern San Benedetto di Lugana und Broglie. Die geografische und natürliche Umgebung wird von den Moränenhügeln des Gardaseebecken charakterisiert. Die Größe des Seebeckens beträgt ca. 80 ha und hat eine Länge von 770 m und eine Breite von 380 m. Die maximale Tiefe beträgt 15 m. Der See liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 80 m ü. NN. (Gardasee bei 65 m). Es gibt drei Zuflüsse und drei Abflüsse, daher ist die Schwankung des Wasserstands sehr gering. Der See ist ein Biotop von europäischer Bedeutung und bildet eine natürliche Oase für die hier lebende Flora und Fauna.

Parco del Mincio:

Der Parco del Mincio befindet sich im östlichen Teil der Region Lombardei und umfasst das Tal des Flusses Mincio. Das Territorium ist ziemlich vielfältig: Moränenhügel, terrassierte Ebenen und Landschaften aus altem Flussbetten. Im Süden befindet sich die Seenplatte von Mantua, die ein wichtiges Feuchtgebiet der Täler des Flusses ist. Zu den erwähnenswerten Wäldern des Parks gehört der Bosco Fontana.

Valle del Mincio:

Das Tal des Mincio beginnt südlich von Peschiera del Garda und endet im Seengebiet von Mantua. Der Mincio gräbt sich durch offene und bewaldete Hügellandschaften und ist eine einzigartige Landschaft. In der Provinz Mantua gräbt sich der Fluss in die Po-Ebene hinein und bildet somit ein kleines Tal. Im Tal herrscht ein eigenes Mikroklima.


Tourismus:

Pista ciclabile del Mincio: 

Peschiera del Garda ist Ausgangspunkt eines 43,5 km langen Radweges, der entlang des Mincio führt. Die Strecke befindet sich Peschiera del Garda und Mantua. Die Abfahrt ist am Eisenbahnviadukt von Peschiera del Garda. Der Weg beginnt am rechten Ufern des Mincio und wechselt kurz vor Monzambano auf die linke Seite, in der Nähe des Stausees Salionze.