Padua

Padua (italienisch Padova; deutsch früher Esten) ist eine der ältesten Städte in Italien. Sie liegt am Rande der Poebene 30 km westlich von Venedig am Fluss Bacchiglione. Padua ist die Hauptstadt der Provinz Padua und hat 207.245 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012).

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Geschichte:

Padua ist eine der ältesten Städte in Italien. Nach der Sage wurde es von dem Trojaner Antenor um 1184 v. Chr. gegründet. Belegt ist, dass im 4. Jahrhundert v. Chr. am Fluss Bacchiglione ein Fischerdorf entstand. Schnell entwickelte sich die Region zu einem wichtigen Zentrum der Veneter. 302 v. Chr. schlug die paduanische Armee den spartanischen König Kleonymos zurück. Nach der Niederlage der Gallier gegen die Römer um 215 v. Chr. wurde das Gebiet der Veneter in das Römische Reich eingegliedert und Padua oder Patavium entwickelte sich zu einer der wichtigsten und reichsten Handelsstädte des römischen Reiches. 45 v. Chr. erlangte die Stadt den Status einesMunicipium. 59 v. Chr. wurde in Padua der römische Geschichtsschreiber Titus Livius geboren. Der Legende nach soll der Heilige Prosdocimus das Gebiet im 1. Jahrhundert christianisiert haben und der erste Bischof von Padua gewesen sein. 421 gründeten die Paduaner auf Rialto eine Hafenstadt. Nachdem Padua 452 von Attila zerstört und von Narses wieder aufgebaut worden war, fiel es an die Langobarden. 601 erhob sich die Stadt gegen König Agilulf, der sie nach 12-jähriger blutiger Belagerung eroberte und niederbrannte. Das antike Padua wurde vernichtet; die Überreste des Amphitheaters und einige Brückenfundamente sind das Einzige, was heute noch erhalten ist.

Die Stadt erholte sich nur sehr langsam wieder. Karl der Große brachte Padua 779 unter fränkische Herrschaft. Später wurde die Stadt dem Heiligen Römischen Reich zugeordnet. Otto der Große errichtete in Padua eine Munizipalverfassung mit zwei vorsitzenden Konsuln und erklärte die Stadt zur Freien Stadt. Unter Kaiser Friedrich Barbarossa trat sie 1164 dem Lombardischen Städtebund bei, schloss aber 1177 zu Venedig einen Waffenstillstand mit dem Kaiser, nachdem es 1175 einen Podestà an die Spitze der städtischen Regierung gestellt hatte. Die Podestàs bedrohten bald die Selbstständigkeit Paduas, besonders die aus dem Haus Romano, von denen Ezzelino III. 1237-1256 eine drückende Tyrannei ausübte. 1256 wurde Padova von den Guelfenerobert. Infolge der Eifersucht zwischen Volk und Adel übertrug man das Podestat wieder einer Familie, den Carraresi. In dieser Zeit erweiterte Padua seinen Herrschaftsbereich auf einen Großteil von Zentral-Venezien und baute die Stadt stetig aus. Es wurden die mittelalterliche Stadtbefestigung und die zivile und kirchliche Bebauung der Stadt erweitert. 1222 wurde – nach Bologna und Modena – die Universität Padua als dritte Universität in Italien gegründet, und einige der wichtigsten italienischen Künstler arbeiteten oder lebten in Padua. Dazu gehörten unter anderem Giotto di Bondone, Guariento di Arpo, Altichiero da Zevio und Giusto de‘ Menabuoi. Mit dem Niedergang der Familie der Carraresi 1405 verlor auch Padua seine politische Eigenständigkeit und kam unter die Herrschaft Venedigs, was der kulturellen Entwicklung keinen Abbruch tat. Bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts wirkten unter anderem Donatello und Andrea Mantegna in Padua.

Im Jahr 1405 kam Padua unter die Herrschaft der Republik Venedig, unter der es – mit einer kurzen Unterbrechung, als es 1509 während des Krieges gegen die Liga von Cambrai für einige Wochen in die Hände der Liga fiel – bis zum Ende der Republik blieb. Die Stadt wurde von zwei venezianischen Adeligen, einem Podestà für die zivilen und einem Kapitän für die militärischen Angelegenheiten, regiert, die für jeweils 16 Monate gewählt wurden. Unter diesen Gouverneuren besorgten weiterhin der Große und der Kleine Rat die Geschäfte der Stadt und wandten die paduanischen Gesetze an, die in den Statuten von 1276 und 1362 festgelegt waren. Die Finanzen lagen in den Händen von zwei Kämmerern. Ein Gesandter aus den Reihen des paduanischen Adels residierte für jeweils fünf Jahre in Venedig, um dort die Interessen seiner Heimatstadt zu vertreten. Im 16. Jahrhundert erfuhr Padua einen erneuten Aufschwung. Die Stadt wurde um einige Gebäude erweitert, die Stadtbefestigung weiter ausgebaut und die Universität baute ihren guten europäischen Ruf aus. In dieser Zeit lehrten an der Universität viele italienische Gelehrte, unter anderem Galileo Galilei, der 1599 zu den Mitbegründern der Accademia dei Ricovrati gehörte.

Unter der habsburgischen Regentschaft begann die Entwicklung der Industrie in Padua. 1845 wurde als eine der ersten Bahnstrecken Italiens die Strecke Padua–Venedig (heute Teil der Bahnstrecke Venedig–Rovigo–Bologna) errichtet.

Sehenswürdigkeiten: 

Padua hat viele Sehenswürdigkeiten, unter anderem die berühmte Basilica di Sant’Antonio, Basilika des heiligen Antonius mit seinem Grabmal sowie dem Hochaltar mit Bronzestatuen von Donatello. Die Basilika des Heiligen Antonius (italienisch: Basilica di Sant’Antonio, regional oft auch nur Basilica del Santo) in Padua ist eines der berühmtesten und meistbesuchten Heiligtümer Italiens. Sie gehört zu den weltweit 8 internationalen Heiligtümern. Sie ist päpstliche Basilika und Basilica minor. Sie ist der erste große Kirchenbau mit Gewölbe in der Terraferma und wurde zwischen 1232 und etwa 1310 im romanisch-gotischen Stil errichtet, um das Grab des heiligenAntonius von Padua († 1231 in Arcella, heute Stadtteil von Padua) aufzunehmen. Auf der Piazza del Santo, links vor der Basilika steht das bronzene Reiterstandbild des venezianischen Feldherrn Erasmo da Narni, genannt Gattamelata, von Donatello. Die Basilika ist 118 m lang und 32,5 m breit, das kurze Querhaus 55 m breit. Die grösste Innenhöhe beträgt 38,5 m.

In der Nähe liegt der Prato della Valle, der drittgrößte Innenstadtplatz Europas, nach dem Roten Platz in Moskau und dem Place de la Concorde in Paris.

Südlich des Prato della Valle erhebt sich die Basilica di Santa Giustina, Basilika der hl. Justina, in der sich das Grab des heiligen Lukas befindet. Das Bild des Hochaltars von Paolo Veronese (1575) zeigt das Martyrium der hl. Justina.

Der nahe gelegene, 1545 gegründete botanische Garten, Orto Botanico di Padova, gilt als der älteste noch bestehende botanische Universitäts-Garten (Weltkulturerbe). Hier studierte schon Goethe an einer 1585 gepflanzten, noch heute zu besichtigenden Palme das Blattwachstum.

Der Palazzo della Ragione, auch Salone genannt, gilt als das heimliche Wahrzeichen Paduas (errichtet ab 1218). Er steht zwischen der Piazza delle Erbe und der Piazza delle Frutta, wo Paduas große Märkte stattfinden. Das Obergeschoss nimmt der ehemalige Rats- und Gerichtssaal, der eigentliche „Salone“, ein, der von einer Schiffskiel-ähnlichen hölzernen Dachkonstruktion überspannt wird.

Im Herzen der Stadt liegt auch die Universität im Palazzo del Bo (Kurzname Bo, Ochse, nach einem einstigen Wirtshaus, das dem Bau der Universität Ende des 15. Jahrhunderts weichen musste). Bei Führungen sind das Teatro Anatomico (anatomischer Seziersaal von 1594), die Lehrkanzel Galileis (lehrte hier 1592 – 1610) und die Aula Magna zu besichtigen.

Südöstlich der Universität steht auf der Piazza Antenore die Tomba di Antenore, das Grabmal Antenors, des legendären Gründers von Padua, von 1284. Neuere Untersuchungen haben jedoch einen Zusammenhang mit dem trojanischen Helden ausgeschlossen, sondern datieren die Gebeine und Beigaben, die 1274 aufgefunden worden sind, ins 9. Jahrhundert – auch früher (2.-3. Jahrhundert n. Chr.).

Die Scrovegni-Kapelle ist aufgrund ihres Freskenzyklus von Giotto kunstgeschichtlich außerordentlich bedeutend.

 

Die Loggia dei Carraresi (Via Accademia 7) ist der Rest der Reggia Carrarese, der einst ausgedehnten Residenz der Familie Carraresi (s. oben) aus dem 14. Jahrhundert. Im Sitzungssaal (ehemalige Privatkapelle) befinden sich Fresken von Guariento mit biblischen Szenen. Auch hängt hier der Stadtplan Paduas von 1784. Die Loggia carrarese ist heute Sitz der Accademia Galileiana di Scienze, Lettere ed Arti.

Auch das Café Pedrocchi, ehemals Treffpunkt der Intellektuellen, gehört zu den unumgänglichen Sehenswürdigkeiten.

Außerdem gibt es in den Resten der alten Burg (la Specola), in der sich das astronomische Institut der Universität befindet, ein Museum über die Geschichte und alte Unterrichtsmethoden der Astronomie.

In der Altstadt befinden sich aus der Römerzeit einige der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt, die aber heutzutage überwiegend unzugänglich liegen: der Ponte San Lorenzo, der Ponte Molino, derPonte Altinate und der Ponte Corvo.

Ponte Molino

Die Kathedrale von Padua (Basilica cattedrale di Santa Maria Assunta – „Kathedral-Basilika Mariä Himmelfahrt“) in Padua ist die Bischofskirche desrömisch-katholischen Bistums Padua.  Die Kathedrale in den Formen der Renaissance und des Barock ist eine dreischiffige Basilika auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes. Der Chor und die Querhausarme schließen mit Rundapsiden. Über der Vierung steht eine laternenbekrönte Kuppel mit schlankem rundem Tambour. Ein niedrigeres Oktogon erhebt sich über dem dritten Langhausjoch, flankiert von zwei mittelschiffhohen Kapellen, sodass sich scheinbar eine zweite, kleinere Vierung ergibt.

Teatro Anatomico

Tomba di Antenore

Torre dell’Orologio

 

 

 

 

 

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