Merano

Meran (italienisch Merano, ladinisch Maran) ist, nach der Landeshauptstadt Bozen, mit 37.791 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2012) die zweitgrößte Stadt Südtirols in Italien. Über Jahrhunderte war Meran die Tiroler Landeshauptstadt.

Geographie:

Meran liegt in einem von Bergen bis zu einer Höhe von 3337 m (Texelgruppe) umgebenen Talkessel, in den das Passeiertal, derVinschgau und das Etschtal einmünden, und ist bereits seit dem 19. Jahrhundert vor allem als Kurort bekannt.

Klima:

Das Klima Merans ist mediterran geprägt; übers Jahr werden durchschnittlich ca. 300 Sonnentage gezählt. Von der Texelgruppe im Norden und Nordwesten wird der Talkessel vor Niederschlägen und kalten Winden gut geschützt. Das nach Süden geöffnete Tal sorgt für die Zufuhr ausgeglichen warmer Luft (auch im Spätherbst und im Frühjahr), wodurch das Wachstum mediterraner Pflanzen wie z. B. Palmen, Zypressen, Steineichen, Lorbeer, Myrthen und Libanonzedern begünstigt wird. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,5 Grad; die Januardurchschnittstemperatur 1,1 Grad, die Julidurchschnittstemperatur 21,7 Grad. (Mittlere Höchsttemperaturen: Januar 6,5 Grad; Juli 29,5 Grad; mittlere Tiefsttemperaturen: Januar −4,3 Grad, Juli 13,9 Grad). Jahresniederschlag im Mittel: rund 700 mm, mit relativ trockenen Wintern und relativ feuchten Sommern.

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6°C9°C12°C17°C21°C27°C28°C27°C24°C18°C10°C6°C
-5°C-3°C2°C5°C10°C13°C15°C15°C12°C6°C0°C-3°C

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Geschichte:

Im Meraner Stadtteil Zenoberg befand sich bereits in der Spätantike eine befestigte römerzeitliche Siedlung namensCastrum Maiense, die im Namen der ehemaligen Gemeinde und des heutigen Stadtteils Mais fortlebt. Meran selbst wurde zum ersten Mal im Jahre 857 als Mairania erwähnt. Bis 1420 Hauptstadt der Grafschaft Tirol(formell bis 1848), wurde sie als Gründung der Grafen von Tirol im 13. Jahrhundert zur Stadt erhoben. Ende des 14. Jahrhunderts wurde Meran durch Leopold III. mit zahlreichen landesfürstlichen Privilegien zur Förderung des Handels ausgestattet. In der Landesfürstlichen Burg verstarb 1445 der berühmte MinnesängerOswald von Wolkenstein, der dort auf Besuch weilte.

Landesherrn nach Innsbruck 1420 verlor Meran rasch seine Vorrangstellung und seine Bedeutung als Wirtschaftszentrum. Erst dieTiroler Freiheitskämpfe von 1809 rückten Meran wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Am Küchelberg oberhalb Merans erkämpften die Tiroler einen Sieg über Franzosen und Bayern. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Südtirol und damit Meran zu Italien. Jedoch entging die Stadt, im Gegensatz zur neuen Landeshauptstadt Bozen, weitgehend der Assimilierungs- und Majorisierungspolitik des faschistischen Regimes in Rom. Auch die geschickten Verhandlungen der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Dr. Max Markart (1922–1935) trugen hierzu bei. Im Zweiten Weltkrieg diente Meran als Lazarettstadt. Ein besonders grausames Schicksal ereilte die jüdische Gemeinschaft, die nach der nationalsozialistischen Okkupation des Landes nach dem 8. September 1943 willkürlichen Schikanen und Deportationen in die Vernichtungslager ausgeliefert war. An die im September 1943 nach Deutschland verschleppten Juden erinnert ein Denkmal im Hof der Otto-Huber-Straße 36. In Meran hielten sich 1945 bis 1947 bis zu 15.000 Holocaust-Überlebende auf.

Meran blickt auf eine lange Tradition als Kur- und Fremdenverkehrsortzurück und gilt als eine der ersten Touristenhochburgen des Habsburgerreiches mit vielen namhaften Gästen aus Politik und Kultur. Wissenschaftler und Ärzte schätzten vor allem das milde, mediterrane Klima und die reine Luft der Kurstadt, die besonders die Heilung von Lungenleiden begünstigte. Nach 1945 gelang es, aus Meran erneut einen der wichtigsten Fremdenverkehrsorte Südtirols zu machen. 1981 wurde hier die Schach-Weltmeisterschaft zwischen Karpow und Kortschnoiausgetragen, nachdem schon im Jahr zuvor das Kandidaten-Finale zwischen Kortschnoi und Dr. Hübner in Meran stattgefunden hatte.

Sehenswürdigkeiten: 
Historische Bauwerke:
  • Pfarrkirche St. Nikolaus mit Barbarakapelle
  • Stadtpfarrkirche St. Vigil
  • Spitalkirche – Heilig-Geist-Kirche
  • Synagoge
  • Landesfürstliche Burg
  • Ottoburg (Maiastraße 12, hier wohnte kurzzeitig Franz Kafka)
  • Pulverturm (Ortenstein)
  • Stadttore: Passeirer Tor, Bozner Tor, Vinschger Tor, Ultner Tor (abgerissen)
  • Altstadt mit Laubengasse
  • Stadttheater, 1899 im Jugendstil von Martin Dülfer erbaut
  • Kurhaus
  • Meraner Kurthermen
  • Kurpromenade (Winter- und Sommerpromenade)
  • Theaterbrücke
  • Postbrücke
  • Gilf mit Steinernem Steg
  • Terrasse beim Tappeinerweg (Überreste einer Sprengstofflagerhalle)

Pfarrkirche St. Nikolaus

Mussen:

  • Das Tourismusmuseum Touriseum wurde im Frühjahr des Jahres 2003 eröffnet und zeigt die historische Entwicklung des Tourismus in Südtirol
  • Das privat geführte Frauenmuseum Meran in der Meinhardstraße 2 bietet einen Einblick in verschiedene Epochen der Geschichte der Frau
  • Kunst Meran/Merano arte im Haus der Sparkasse ist ein von einem gemeinnützigen Verein geführtes Museum für zeitgenössische Kunst in den Meraner Lauben.
  • Das Stadtmuseum ist das älteste Museum Südtirols; bis zur Fertigstellung des neuen Museums am Pfarrplatz bleibt es geschlossen.

Umgebung von Meran:

  • Schloss Tirol, Stammburg der Grafen von Tirol mit dem Südtiroler Landesmuseum
  • Zenoburg am Zenoberg (Gemeinde Tirol)
  • Fundstelle von Ötzi, dem 5000 Jahre alten Mann aus dem Eis im Schnalstal

Skigebiete:

  • Meran 2000 in Hafling
  • Skigebiet Schnalstaler Gletscher im Schnalstal
  • Skigebiet Schwemmalm im Ultental
  • Skigebiet Pfelders in Passeier
  • Ortler Skiarena Skigebiete rund um Meran

Thermenanlagen und Hotel:

Ende 2005 wurde im Herzen von Meran in einem mehr als 50.000 Quadratmeter großen Park die neue Thermenanlage eröffnet, ein Kubus aus Stein, Glas und Stahl mit einer von Matteo Thun entworfenen Innenarchitektur. Teile der Außenarchitektur wurden bei der Gestaltung des ebenfalls im Park liegenden Hotels übernommen. Das Hotel Therme Meran wurde teilweise durch Gelder des Landes Südtirol finanziert und im März 2006 eröffnet. Von der Eröffnung bis Ende September 2009 wurde das Hotel von der Gruppe Steigenberger betrieben. Seit Anfang Oktober 2009 wurde das zum Verkauf stehende Hotel von der Therme Meran AG geführt. Im Juli 2011 wurde es für 30.601.000 € von Alpina Tourdolomit sowie den Unternehmerfamilien Nestl, Demetz und Sanoner gekauft.

Pferderennplatz:

Meran besitzt den europaweit größten Pferderennplatz. Er liegt in Untermais und verfügt über eine 5 km lange Rennbahn, auf der 1935 das erste Rennen stattfand. Höhepunkte der Saison bilden das Haflinger Galoppreiten am Ostermontag und der große Preis von Meran, ein hochdotiertes Hindernisrennen am letzten Sonntag im September.

Sonstige Sehenswürdigkeiten: 
  • Botanischer Garten
  • Schloss Trauttmansdorff
Veranstaltungen: 
Der Meraner Advent ist einer der Südtiroler Christkindlmärkte und wird seit 1992 jährlich veranstaltet. Zum Programm gehören der Krampusumzugund Benefizkonzerte.

Meraner Musikwochen:

International bekanntestes Südtiroler Musikfestival (Südtiroler Classic Festival) mit Schwerpunkt sinfonische Musik aus der Zeit der Klassik und Romantik. Seit 1986 hat es viele der wichtigsten europäischen und außereuropäischen Orchester und Solisten nach Meran gebracht und damit an das rege Musikgeschehen Merans in der Blütezeit der Kurstadt angeknüpft (Kurorchester). Es findet im Zeitraum zwischen Ende August und Ende September mit den Hauptveranstaltungsorten Kurhaus und Stadttheater statt.

Festival MeranJazz: 

Kleines renommiertes Jazzfestival, das seit 1997 im Juli stattfindet und eng mit der mitteleuropäischen Jazzakademie zusammenarbeitet. Der Programmschwerpunkt liegt auf bekannten US-amerikanischen und italienischen Jazzmusikern.

 

Kurhaus mit Blick auf den Bergen

Steinerner Steg

 

 

 

 

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