Massafra

Massafra ist eine italienische Gemeindein der Provinz Tarent in Apulien. Die Stadt ist berühmt für ihre Wohnhöhlen und die mit Fresken verzierten Grottenkirchen (chiese ipogeiche), von denen über 50 im Stadtgebiet liegen.


Geographie:

Massafra hat 32.989 Einwohner (Stand 31. Dezember 2016). Es liegt 100 m über dem Ionischen Meer und 18 km nordwestlich von Tarent. Die Stadt liegt an beiden Rändern der Schlucht „Gravina di San Marco“. Die Alt- und Neustadt verbinden nur zwei Brücken.

Nachbargemeinden:

Die Nachbargemeinden sind Crispiano, Martina Franca, Mottola, Palagiano, Statte und Tarent.


Geologie:

Karstlandschaft der Murgia:

Die bis zu 200 m tiefen Schluchten auf den Terrassen der Murgia, die sich zum Golf hin absenkt, entstanden durch Erosion, da der Karst den Regen nicht speichern kann und Karren bildet, die sich zu Gravinen erweiterten und Höhlen wie die Grotten von Castallana schufen.

Gravina Principale:

Am Ortsrand von Massafra öffnet sich die 40 m tiefe und 30 bis 50 m breite „Gravina Principale“ – eine weitere, vier Kilometer lange Schlucht. In ihr liegt hinter der an den Felsen geschmiegten Wallfahrtskirche „Madonna della Scala“, der ältesten Kirche der Gegend, ein ausgedehntes Areal mit Wohnhöhlen, die in den weichen Kalkstein gegraben wurden.


Klima:

Das Klima ist mediterran mit milden Wintern und sehr heißen Sommern. Die Sommer sind sehr trocken und es weht manchmal der heiße Schirokko. Die durchschnittlichen Temperaturen im Winter liegen zwischen 8-9°C. Minustemperaturen können auftreten und richten häufig einen erheblichen Schaden für die Landwirtschaft an. Im Sommer liegen die Durchschnittswerte bei meist über +30°C. Die Temperaturspitzen erreichen an heißen Tagen bis zu +40°C und mehr. Die Regenmenge liegt jährlich bei ca. 555 mm. In den letzen Jahren kam es im Herbst und Winter zu heftigen Regenfällen, diese führten Überschwemmungen herbei.

Die folgende Klimatabelle zeigt die Durchschnittswerte der Stadt Massafra der Messperiode 1961-1990:


Sehenswürdigkeiten:

Grotten von Massafra:

Urgeschichtliche Funde zeigen, dass die Höhlen bereits im Paläolithikum genutzt wurden. Im Frühmittelalterlebten in den Schluchten um Massafra Einsiedler, die sich vor Verfolgern verbargen. Im Spätmittelalter dienten sie als Zuflucht vor Piraten und Invasoren. Unter den Höhlen ragen die (unter diesem Namen in Italien mehrfach vorkommende) Grotta del Ciclope (Höhle der Zyklopen), die Farmacia del Mago Greguro und die Grotta del frantoio heraus.

Grottenkirchen:

Die Mönche, die in den Gravinen von Massafra lebten, kamen im 8. und 9. Jahrhundert vom Balkan und aus Kleinasien. Sie verließen ihre Heimat wegen der bilderfeindlichen Gesetze, die die Ikonenmalereiverboten. Einige Gebetszellen wurden zu dreischiffigen Grottenkirchenerweitert und ausgemalt. Die Fresken an den Höhlenwänden sind vergrößerte Motive der Ikonen. Noch heute ist die einstige Farbenpracht in einigen Grottenkirchen zu erkennen – bisweilen aber nur fragmentarisch. Nicht nur die Witterung vor allem auch Vandalismus haben hier Schäden angerichtet. Unter den 25 sehenswürdigen Grottenkirchen ragen die Chiesa Ipogeica di S. Posidonio, die Chiesa della Candelora, die Chiesa ed insediamento rupestre di Millarti, die Chiesa rupestre della Buona Nuova und die Chiesa rupestre Madonna della Greca heraus.

Thesaurus Massafrensis:

In der Grotta del tesoretto wurde 1973 ein Münzhort entdeckt. Er enthielt etwa 135 kleine byzantinische und vandalische Münzen aus dem Zeitraum vom Ende des 4. bis Anfang des 6. Jahrhunderts. Die vandalischen Bronzemünzen waren unter den Königen Geiserich, Hunerich, Gunthamund, Thrasamund und Hilderich geprägt worden.


Natur und Landschaften:

Parco naturale regionale Terra delle Gravine:

Die Stadt liegt unweit des Naturparks Terra delle Gravine entfernt. Die Schlucht ist ca. 10 km lang und um die 50 m tief. Die Breite der Schlucht liegt zwischen 10 und 300 m. Die Wände weisen viele Höhlen auf.

Gravina della Madonna della Scala:

Diese Schlucht weist eine Länge von 4 km auf und ist bis zu 40 m tief. Die Breite liegt zwischen 30 und 50 m. In dieser Schlucht befindet sich auch das Heiligtum der Madonna della Scala und ein unbewohntes Höhlendorf. Der nördliche Teil wird Capo di Gravina genannt und geht in das Tal der Rosen (ital. Valle Delle Rose) über. Die umgebende Landschaft der Schlucht ist bekannt für seien natürliche Vegetation.

Gravina di San Marco:

Nördlich der Stadt liegt die Schlucht San Marco. Diese Schutt wurde vollständig in die Stadt integriert und nach einer Kirche benannt. Entlang der Schlucht befinden sich Gärten und Terrassen mit üppiger Vegetation. Auf den Terrassen wurden Zitrusfrüchte angebaut und es werden Kaktusfeigen gepflanzt. Das Felsendorf Santa Marina erstreckt sich entlang der südöstlichen Schlucht und gehört zu den eindrucksvollsten archäologischen Wanderwegen der Gegend.

Gravina di Santa Caterina:

Die Schlucht von Santa Caterina liegt südlich der Stadt. Der Name kommt von der Kirche Santa Caterina d’Alessandria.

Riserva naturale del Monte Sant’Elia:

Das Naturschutzgebiet ist ein Geschützes Gebiet der WWF und schützt hundert Hektar von Wäldern und Ackerland. Das Reservat weist vereinzelte Trulli-Häuser auf. Die Wälder bestehen aus mediterraner Vegetation, wie die typische Macchia.

Riserva naturale Stornara:

Das Reservat schützt 1500 ha Land und umfasst die Gemeinden Castellaneta, Ginosa und Palagiano. Im Reservat erstreckt sich ein Küstenwald aus Pinien und Aleppo-Kiefern. Der Name „Stornara“ leitet sich von den zahlreichen Staren ab, die im Winter dorthin ziehen.