Maremma

Die Maremma ist eine Landschaft inMittelitalien, zu der nach einem heute üblichen Pars-pro-toto-Verständnis die gesamte südlicheToskana und Teile des nördlichenLatiums gehören. Im engeren Sinne umfasst die Maremma aber nur den flachen, von den Hügelketten der Monti dell’Uccellina unterbrochenen Küstenstreifen zwischen dem Golf von Follonica, den Flussläufen derBruna und desOmbrone sowie der Lagune vonOrbetello am Monte Argentario, ursprünglich eine zusammenhängende, mit demTyrrhenischen Meer verbundene Sumpflandschaft, die in römischer Zeit Maritima Regio hieß. Hieraus ist der mit dem spanischen Begriff marisma (= sumpfiges Küstenland) verwandte Name der Landschaft entstanden. In der Maremma gelegene Orte führen daher häufig den Beinamen Marittimazum Ortsnamen, auch wenn sie gar nicht am Meer liegen. Besondere geschichtliche Bedeutung hat der Ort Talamonesüdlich des heutigen Naturparkes Uccellina; Talamone war in der Renaissance der Hafen der freien Stadt Siena.

Landschaft:

In der flachen Landschaft bringen die Flüsse im Winter mehr Wasser aus den Gebirgen mit als ins Meer abfließen kann; so entstehen zwischen den Flussläufen ausgedehnte flache Binnenseen, die auch im Sommer nicht austrocknen. Zwischen den Wassern häuft der Wind Sanddünen auf, durchsetzt mit großen Massen von Schutt, Felsbrocken und abgebrochenen Ästen, die die Flüsse vor sich hertragen. Das Salzwasser des Meeres und das Süßwasser der Flussläufe mischen sich so zu einer einzigen Sumpflandschaft.

  • 20% Flachland
  • 28% Bergig
  • 52% Hügelland

Klima:

Die Maremma und vor allem das grossetanische Becken hat ein warmes Mikroklima, das besonders für die Landwirtschaft günstig ist. In den Tälern ist es in der Regel mehrere Grad wärmer als in den Hügeln, zahlreiche Flussläufe und Entwässerungsgräben sorgen für die Wasserversorgung.

Im Sommer kann die stehende und oft schwüle Hitze im Hinterland sehr unangenehm werden, Erfrischung sucht man am besten am Meer oder in den bergigen Colline Metallifere. Reisende sollten sich unbedingt mit Sonnenhut, -creme und einem guten Anti-Mücken-Mittel ausstatten und (sportliche) Aktivitäten auf morgens oder abends legen.

In Frühjahr und Herbst ist das milde Küstenklima sehr angenehm und verlängert die Badesaison oft bis Oktober und die Wandersaison bis November, man sollte dann jedoch für Wolkenbrüche und windige Tage gerüstet sein.

 

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11°C12°C14°C19°C24°C28°C31°C31°C27°C21°C15°C10°C
3°C3°C5°C8°C12°C15°C18°C18°C15°C10°C6°C2°C

Sonnenstunden:

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Okt.
Nov.
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4 h5 h5 h7 h10 h10 h11 h10 h7 h6 h3 h3 h

 

Geschichte:

Den Etruskern, die auf Hügeln im heutigen Hinterland siedelten (Populonia, Vetulonia, Roselle), war, wie aus römischen Quellen bekannt, eine teilweise Trockenlegung der Bucht durch Anlage eines Kanalsystems, das ihre Siedlungen mit dem Meer verband, gelungen. Doch schon zu Zeiten der Römer bekamen die Naturgewalten wieder die Oberhand, und seit der Spätantike war das Land sich selbst überlassen. Einige Städte, die in der Römerzeit prosperierten, gingen völlig zu Grunde. Seit dem Mittelalter war die Malaria in den Sümpfen bekannt; weder Pisa noch Siena zeigten Interesse an dem Gebiet außer als Hafenstützpunkte zu strategischen Zwecken. Danteerwähnt den Fluch der Maremma in seiner Divina CommediaCanto V. 133–136 des Purgatorio (Klagelied der verlassenen Gräfin Pia von Tolomei aus Siena: „… es schuf mich Siena, es zerbrach mich die Maremma“), und ein altes Volkslied erzählt von der „bitteren Maremma“, die dem Ich-Erzähler die Liebste nahm.

Die Maremma heute:

Heute dominieren die Landwirtschaft und der Tourismus. DieWeine der Maremma sind sehr im Kommen; alle bekannten italienischen Weingüter haben sich Anbauflächen gesichert und produzieren qualitativ hochwertige Weine (siehe auch die Artikel Sassicaia und Weinbau in Italien). Die größte Stadt der Maremma ist Grosseto.

Der seit 1975 bestehende Parco Naturale della Maremma hat einen Teil der mittels der bonifica rekultivierten Landschaft absichtlich der Natur zurückgegeben. Diese kontrolliert den Pflanzen und Tieren überlassene Wildnis, die mit Einschränkungen auch dem Menschen zugänglich ist, unterscheidet sich aber deutlich von dem unkontrollierten, durch die Malaria beherrschten Urzustand der Vergangenheit.

Tiere aus der Region:

  • Maremmano (Pferd)
  • Maremmaner Rind
  • Maremmaner Hirtenhund

 

 

 

 

 

 

 

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