Manfredonia

Manfredonia ist eine Stadt und Gemeinde (italienisch comune) mit 57.100 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) im italienischen Apulien, Provinz Foggia.

Geographie:

Sie liegt an der Küste auf einer Höhe von vier Metern am Südrand des Gebirgszugs Gargano, der Teil des Parco Nazionale del Gargano ist. Manfredonia heißt auch der Golf östlich des Ortes.

Landschaft:

Die Stadt Manfredonia liegt im gleichnamigen Golf südlich der Gargano-Halbinsel im Norden Apuliens. Sie gehört zu den größten Städten Apuliens und ist zugleich eine wichtige Hafenstadt. Das Gebiet um Manfredonia zeichnet sich durch niedrige Sandküsten und bergiger Natur aus. Im Norden liegt der Gargano-Nationalpark. Bis in die 1930er-Jahre befanden sich in der Umgebung mehrere Feuchtgebiete, diese wurden weitgehend trockengelegt. Der Lago Salso ist ein Überbleibsel der ehemaligen Sumpflandschaft. Der See bildet eine natürliche Oase für Tiere und Pflanzen. Bis in die 60er-Jahre durfte man dort Jagen, derzeit wird Jagen mit einer Strafverfolgung geahndet. Die beiden Bäche Candelaro und Cervaro speisen den See.

Nachbargemeinden:

Die Nachbargemeinden sind Carapelle, Cerignola, Foggia, Monte Sant’Angelo, San Giovanni Rotondo, San Marco in Lamis und Zapponeta.

Klima:

Das Klima der Stadt Manfredonia ist ein mediterranes Klima mit milden Wintern und heißen Sommern. Die Niederschlagsmenge ist recht gering und erreicht ihren Höhepunkt im Herbst. Die durchschnittlichen Wassertemperaturen liegen zwischen +14°C und +25°C.

Sehenswürdigkeiten:

  • Das mittelalterliche Schloss des Hauses Anjou-Plantagenet und Teile der Stadtmauer sind gut erhalten.
  • In der Kirche S. Domenico befindet sich die Kapelle der Magdalena, die alte Zeichnungen aus dem 14. Jahrhundert enthält.
  • Eine Sammlung daunischer Stelen ist im Archäologischen Museum von Manfredonia zu besichtigen.
  • Drei Kilometer im Südwesten befindet sich die Kathedrale Santa Maria Maggiore di Siponto, die 1117 im romanischen Stil erbaut wurde. Sie markiert die Stelle, an der sich früher Siponto befand, der Hafen von Arpi, das 194 v. Chr. römische Provinz wurde. Diese Kirche wurde auf antiken und frühchristlichen Vorgängerbauten ab 1025 in mehreren Baufolgen errichtet, im 11. Jahrhundert zweimal durch Erdbeben schwer geschädigt und durch einen 1117 geweihten Neubau ersetzt, der die Maße und die Anordnung des Vorgängerbaues wiederholt.
  • San Leonardo ist eine kleine, ehemalige Abteikirche in Apulien. Die an der Außenseite, insbesondere im Nordportal erhaltenen Steinmetzarbeiten gehören nach kunstgeschichtlicher Meinung zum „Schönsten“, was die apulische Romanik hervorgebracht hat. Eine weitere Besonderheit ist die Einfügung einer Öffnung im Gewölbe, das zur Zeit der Sommersonnenwende am 21. Juni jeden Jahres einen Lichtstrahl exakt zwischen zwei Pfeiler fallen lässt.

Umgebung:

Etwa zehn Kilometer südwestlich des Stadtkerns befindet sich der archäologische Fundort Coppa Nevigata. Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in den 1950er bis 1970er Jahren sowie die aktuell seit den 1990er Jahren laufenden, brachten unter anderem Reste einer befestigten Siedlung aus der Bronzezeit zu Tage, die von ca. 1800 bis ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. bestand. Viele tausend Gehäuse von Purpurschnecken deuten auf eine Purpurproduktion ab spätestens dem 15. Jahrhundert v. Chr., wahrscheinlich aber schon ab dem 18. Jahrhundert v. Chr. hin. Auch wurde hier das früheste bekannte Olivenöl Italiens für das 18. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. Ferner wurden in Coppa Nevigata noch deutlich ältere Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit entdeckt.