Lazise

Lazise ist eine italienischeStadt am Gardasee mit 6760 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie gehört zur Provinz Verona.  Der Name Lazise stammt von „laceses“ und bedeutet übersetzt Ortschaft am See.  Lazise hat seit 1974 eine Städtepartnerschaft mit der süd-bayerischen Stadt Rosenheim, die sich am Alpenvorland befindet.

 Geographie:

Lazise befindet sich am Veroneser Südost-Ufer des Gardasees, das sandartige Strände aufweist, und liegt zwischen den Ortschaften Bardolino und Peschiera del Garda. Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Verona beträgt etwa 23 Kilometer. Der Ort besteht aus den drei Ortsteilen Lazise, Colà di Lazise und Pacengo di Lazise.

Klima: 

Vorwiegend herrscht in der südlichen Gardaseeregion mildes Klima. Die Sommer sind warm und nicht zu heiß; die Winter mild und mit wenig Regen. Schneefälle kommen höchst selten vor.

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3°C4°C6°C11°C15°C19°C22°C21°C18°C12°C8°C4°C

Sonnenstunden:

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 Vegetation:

Rund um den Gardasee prägen mediterrane Vegetationsformen wie Zypressen,Oleander, Zedern, Olivenbäume und auch Palmen das Erscheinungsbild. An den sonnenüberfluteten Hängen gedeihen Agaven, Opuntien und Kapernsträucher. Einige wenige Kilometer vom Ortszentrum entfernt befinden sich zudem zahlreiche Weingärten, Obst- und Gemüsepflanzungen sowie Weizen- und Maisfelder.

Geschichte: 

Die Geschichte reicht bis in die mittlere Bronzezeit (16.–13. Jahrhundert v. Chr.) zurück. Zahlreiche Funde in den Ortschaften La Quercia, Bor und Porto Pacengo wurden Zeugen dieser ereignisreichen Zeit. Im 11. Jahrhundert war Lazise eine Hafenstation, die im Besitz des Hauses Bevilacqua war, derer Vertreter hier eine Burg erbauten. Lazise war immer schon Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen. Der heutige Fischerhafen, der zur damaligen Zeit als Liegeplatz der venezianischen Galeerenund Boote galt, welche die Aufgabe hatten, das Veroneser Süd-Ostufer zu bewachen und zu beschützen, diente einst als Kriegshafen. Der Ort konzentrierte sich zu dieser Zeit auf den Handel und das Militärwesen. Weiterer Ausbau sowie die Verstärkung dieser Schwerpunkte wurde durch nachfolgende Herrscher realisiert. Erst durch die Scaliger verwandelte sich die heutige Altstadt in ein Bollwerk, das der Verteidigung der errichteten Waffenlager diente.

Im Mai 1509 unterlag das venezianische Heer den kriegerischen Auseinandersetzungen bei Agnadello. Nach neuesten Erkenntnissen soll der Kapitän des Sees Zuane Moro die gesamte Flotte mit Steinen beschwert, in Brand gesetzt und schließlich versenkt haben. Vor dem neuen Hafen von Lazise befindet sich in etwa 500 Meter Entfernung vom Ufer in einer Tiefe zwischen 24 Metern und 27 Metern das Wrack der im 16. Jahrhundert gesunkenen Galeere, sie hat eine Größe von 30 Metern Länge und 3 Metern Breite.

Im Jahre 983 wurde die Ortschaft bereits unter Otto von Sachsen zur Gemeinde. Ab 1607 wurde das Arsenal unter Herrschaft der Serenissima zur Zollstelle. Auf dem ganzen Gardasee und dem norditalienischen Fluss Etsch wurde mit Waren wie Getreide, Papier, Stoffe, Öl sowie Eisenartikel gehandelt. Die Gegebenheit einer vorrangigen Stellung im Handel war dadurch gesichert. Nachdem sich die napoleonische Besetzung zurückgezogen hatte, war der Ort von 1815 bis 1866 in österreichischem Besitz. Lazise trat mit dem Ende des dritten italienischen Unabhängigkeitskriegses und der nachfolgenden Volksabstimmung dem Königreich Italien bei. Das wirtschaftliche Leben bestand früher ausschließlich aus dem Fischfang und der Landwirtschaft, im Besonderen aus Wein- und Olivenanbau.

Ihre Altstadt weist noch immer viele Bauwerke mittelalterlichen Ursprungs auf. Das Stadtbild wird von den im 14. Jahrhundert durch die Scaliger errichteten Stadtmauern und von der Burg beherrscht.  Lazise besitzt zahlreiche malerische Ecken wie die Piazza Vittorio Emanuele und den kleinen Hafen, in dem noch heute Fischerboote liegen. Die Häuser und Bogengänge um den Hafen herum sowie die charakteristischen Gassen der Altstadt beherbergen zahlreiche Bars, Restaurants und Geschäfte. Es gibt drei große Stadttore, durch die man in das Innere der historischen, autofreien Altstadt gelangt. Zum einen über den Eingang, der direkt an der verkehrsträchtigen Straße namens Via Gardesana liegt und auch als Haupteingang gilt, zum anderen über die Rosenheimstrasse (Via Rosenheim), die aufgrund der Partnerstadt Rosenheim so bezeichnet wurde, und schließlich zuletzt über die Straße namens Via Bastia. Heute konzentriert sich das wirtschaftliche Leben auf den Tourismus, der aus Lazise eines der begehrtesten Ziele der „Oliven-Riviera“ gemacht hat. Überwiegend wird es von den deutschen Touristen als beliebtes Urlaubsziel besucht.

 Sehenswürdigkeiten:

Die Burg wurde gegen Ende des 9. Jahrhunderts zur Verteidigung gegen die Hunnenplage erbaut. Mehrere Umbauten sowie zusätzliche Festigungswerke folgten. Die Scaliger-Burg zählt zu den besterhaltenen Festungsanlagen am Gardasee. Charakteristisch ist der viereckige Grundriss des sechstürmigen Scaligerkastells. Neben seinen fünf etwas kleineren Türmen besteht es aus einem mächtigen Hauptturm, dem (mastio). Der Burgkomplex befindet sich im Park der Villa Bernini. Im oberen Teil des Hauptturmes sind noch die alten Wappen zu erkennen, auch wenn sie zuerst Kaiser Maximilian und später Bartolomeo und Antonio della Scalazertrümmern ließen. „Die Gerechtigkeit des Mondragòn gibt demjenigen unrecht, der recht hat.“ („La giustizia del mondragòn la ghe dà torto a chi g’ha rasòn“): Dieses Sprichwort sprachen die Lazisiensi, wenn sie das Mauerwappen kommentierten. Es macht deutlich, welch mangelndes Vertrauen die Bürger von Lazise der Gewaltherrschaft entgegenbrachten.

Im Jahre 1295 wurde die Kirche SS. Zeno e Martino zum ersten Mal in einem Dokument erwähnt und ist dem Heiligen Zeno, dem Schutzheiligen der Kirche in Verona, der Gewässer und des Fischfangs, geweiht. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche erst nach einem Projekt des Architekten Luigi Trezza, anschließend nach einem Projekt von Francesco Ronzano wieder aufgebaut. In ihrem Inneren beherbergt sie ein Altarbild vom Heiligen Martin (1928) von C. Dusi sowie den “Kreuzweg” (1831) von P. Testoni. Von A. Spiazzi sind die Statuen auf den Fassaden.

Die Kirche San Nicoló wurde im 12. Jahrhunderts von den am Hafen lebenden Einwohnern errichtet und dem Heiligen Nikolaus, der im Mittelalter als Patron der Gewässer und Seefahrer galt, geweiht. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche jedoch als Lager, Kaserne, Wohnstätte sowie Lichtspieltheater eingesetzt. Als Kirche wird sie wieder seit 1953 verwendet. Zudem dient sie als Gedenkstätte für Kriegsgefallene. Auf der äußeren Nordwand erinnert ein Fresko („Maria aus dem Volk“) aus dem 14. Jahrhundert derMadonna mit Kind auf dem Thron. Im Inneren befinden sich weitere bemerkenswerte Fresken, die wieder freigelegt wurden. Die bekannteste davon ist die „Stillende Madonna auf dem Thron“, sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Mit dem Fresko wird der Anspruch auf die göttliche Mutterschaft Marias verdeutlicht.

Unmittelbar neben der Kirche S. Nicolò befindet sich die Veroneser Zollstelle, die im 14. Jahrhundert ursprünglich als Arsenal der Scaliger und der Venezianererbaut wurde. Das Gebäude war Stützpunkt für die Produktion von Salpeterzur Herstellung von Schießpulver, beherbergte schließlich die Zollstelle für die Waren, die von Venetien im- und exportiert werden sollten und verfügte außerdem über eine Baumwollweberei sowie die “Casa del Fascio” (Verbandshaus).

 

 

 

LaziseUebersicht

 

 

 

 

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