La Spezia

La Spezia ist eine Stadt in dernorditalienischen Region Ligurien und Hauptstadt dergleichnamigen Provinz. Mit 92.439 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) ist La Spezia die zweitgrößte Gemeinde der Region, nach der Regionalhauptstadt Genua. Die Stadt liegt am östlichen Ende der Riviera di Levanteund der Region Ligurien, wenige Kilometer von der Regionalgrenze zur Toskana entfernt. Sie liegt an einem tiefen Naturgolf, der ihr seinen Namen verdankt. DieserGolf, der auch unter dem Namen Golfo dei Poeti (zu deutsch: Golf der Poeten) bekannt ist, ist von einer Hügelkette umgeben, deren höchsten Punkt der Monte Parodi (673 Meter), westlich des Stadtzentrums, bildet. Das Gemeindegebiet stellt einen Teil der VerwaltungszoneAutorità di Bacino Interregionale del Fiume Magra dar, und ein kleiner Abschnitt des Territoriums von La Spezia (die Siedlung Tramonti) gehört zum Nationalpark der Cinque Terre.

Geographie:

La Spezia liegt auf einem engen Landstreifen, den im Norden und Westen Berge und im Süden das Meer begrenzen. Eine Folge davon ist, dass eine größere Anzahl von Stadtvierteln auf den umliegenden Hügeln entstanden ist und die urbane Struktur daher relativ unregelmäßig ist. Um dem Stadtkern die Expansion in östlicher Richtung zu ermöglichen, wurde in den 1930er Jahren sogar der Hügel Colle dei Cappuccini abgetragen. An dessen Stelle befindet sich heute die Piazza Europa. Die Entwicklung in Richtung Westen verhindert das Marinearsenal. Im Laufe der Stadtentwicklung wurden zahlreiche Arbeiten zurUrbarmachung notwendig. So bestand die Zone des heutigen Hafens weitestgehend aus Sumpfland (im Volksmund: Stagnoni). Der Golf von La Spezia, mit einer Ausdehnung von circa 150 Hektar, wird von einem 2210 Meter langem Wellenbrechervom Ligurischen Meer abgetrennt. Zwei Öffnungen von ungefähr 400 und 200 Metern ermöglichen den Zugang. Die Bucht selbst hat eine Länge von 4,6 Kilometern und eine Breite von 3,2 Kilometern. Die besondere Beschaffenheit des Golfes, die Schutz vor Unwettern und feindlichen Angriffen bietet, war Grund dafür, dass in La Spezia eines der größten Marinearsenale gebaut wurde und sich dort im Laufe der Zeit einer der bedeutendsten Handelshäfen des Mittelmeers entwickeln konnte.

Klima:

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5°C5°C7°C10°C14°C17°C20°C19°C17°C13°C9°C6°C

Geschichte:

Ausgrabungen belegen, dass es in der Gegend des Golfs von La Spezia bereits in der Eisen- und Bronzezeitmenschliche Siedlungen gegeben hat. Zur Zeit der Gründung Roms befand sie sich am Rande desetruskischen Einflußbereiches. Die Ursprünge der römischen Kolonisation hängen eng zusammen mit der Geschichte von Luna, einer römischen Ansiedlung nahe der heutigen Gemeinde Ortonovo im Südosten derProvinz La Spezia. Wegen der zum Teil steilen Apenninabfälle entlang der ligurischen Küste war die Anbindung an die Straßenverbindungen des Römischen Reichs recht begrenzt. Dennoch zeugen zahlreiche Ausgrabungsstätten davon, dass auch das Umland des heutigen Golfes von La Spezia fest in die Infrastruktur des Reiches eingegliedert war.  Das Christentum faßte vermutlich ab dem 3. Jahrhundert Fuß in der Region. Einhergehend mit derVölkerwanderung sowie den militärischen Auseinandersetzungen zwischen west- und oströmischem Reichfielen Heruler und Goten in Ligurien ein. 643 fiel die Region unter die Herrschaft der Langobarden. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Küste regelmäßig von arabischen und normannischen Piratenheimgesucht – ein Faktor, der sich erst mit dem Aufkommen der italienischen Stadtrepubliken langsam änderte. Die Ansiedlung La Spezia, ursprünglich nicht mehr als ein Fischerdorf, entstand im 12. Jahrhundert. Unter der Herrschaft von Nicolò Fieschi von 1256 bis 1273 entwickelte sich das durch seine Lage am Ende einer Bucht begünstigte Dorf zum Vorposten im Kampf gegen die Vorherrschaft Genuas. Aus dieser Zeit stammen auch die bis heute erhaltenen Grundmauern des Castello San Giorgio. Nach der Eroberung 1273 wurde La Spezia Teil der Republik von Genua: als Außenposten zur Verteidigung gegen den Konkurrenz der toskanischen Stadtrepubliken, insbesondere Pisa.

In den Jahrhunderten zwischen dem Spätmittelalter und dem Ausbruch der Französischen Revolutionentwickelte sich La Spezia langsam aber stetig zur zweitwichtigsten Stadt an der ligurischen Küste. Die zerstörte Stadtmauer wurde zu dieser Zeit wieder aufgebaut; ebenso die Kathedrale Santa Maria, die Mitte des 15. Jahrhunderts von den Genovesen niedergebrannt und geplündert worden war. Ebenso wie die gesamte Region wurde auch La Spezia von einer Malaria-Epidemie im Jahr 1656 schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Als Militär- und Industriestadt sowie Verwaltungsmetropole der gleichnamigen Provinz wartete La Spezia zu Anfang des Jahrhunderts mit einer Einwohnerzahl von über 70.000 Bewohnern auf. 1911 gründete der FuturistHector Cozzani die Zeitschrift „Eroica“. 1913 begann der Architekt Vincenco Bacigalupi mit dem Bau des Trianon-Theaters. Weitere Bauten und Denkmäler folgten nach der faschistischen Machtübernahme 1922 – darunter auch der 1933 entstandene, neoklassizistische Palazzo delle Poste in der parallel zum Hafenkai verlaufenden Via Vittorio Veneto.

Tourismus:  

Von besonderer Bedeutung ist in den letzten Jahren der Tourismusfür die Stadt geworden. Von diesem profitiert nicht nur die Rivieramit den vielbesuchten Cinque Terre, sondern auch das Hinterland, und hier insbesondere das Val di Vara. Vom Cinque Terre-Tourismus ist die Stadt bislang zwar nur indirekt betroffen – als Ausgangspunkt für den Schienen-Regionalverkehr entlang der ligurischen Levante. Darüber hinaus bedienen in der Urlaubssaison unterschiedliche Fährlinien den Ausflugsverkehr in die umliegenden Orte. Darüber hinaus ist der Hafen von La Spezia auch Ausgangspunkt für den Fährbetrieb nach Sardinien und Korsika. Um Küste und Umland auch für einen nachhaltigen Tourismus zu erschließen, entstanden an der Küste und in den Tälern der Provinz diverse Agrotourismusbetriebe, was zu einer Wiederbelebung der ländlichen Region führte. Durch die Renovierung der vielen, in Verfall geratenen Landhäuser konnte das traditionelle Bild der Umgebung La Spezias bewahrt, beziehungsweise wiederhergestellt werden. Das gesteigerte Interesse an biologischen und hochwertigen Landwirtschaftprodukten hat auch den weingastronomischen Tourismus ansteigen lassen. Eine durch Verkehrsberuhigung und Fußgängerzonen mit in Gang gesetzte Aufwertung erfahren haben seit Anfang des 21. Jahrhunderts schließlich auch die Altstadt-Quartiere des Prione-Viertels zwischen Hauptbahnhof und Hafen.

Passeggiata Morin

Sehenswürdigkeiten:

Als Regionalmetropole und Hafenstadt wartet La Spezia mit einer Reihe historischer Gebäude sowie einigen Museen auf. Darüber hinaus verfügt die Stadt über zahlreiche kulturelle Angebote. Diese umfassen eine große Bandbreite an Sehenswürdigkeiten und Monumenten, sowie improvisierte Kunstinitiativen. La Spezia ist Mitglied in der Vereinigung der Kunst- und Kulturstädte (Associazione Città d’Arte e Cultura – CIDAC). Im Jahr 2007 gab es im Rahmen des Wissenschaftfestivals (Festival della Scienza) zahlreiche Veranstaltungen in der Stadt. Bekannt ist die Stadt auch durch ein alljährlich stattfindendes Jazzfestival. Abgesehen vom Castello San Giorgio, das oberhalb der Altstadt liegt, konzentrieren fast alle Sehenswürdigkeiten im unmittelbaren Stadtzentrum. Das Zentrum und dessen Kern, das Prione-Viertel zwischen Bahnhof und Hafenanlagen, wird grob umgrenzt vom Marinearsenal, der vom Bahnhof Richtung Arsenal und Porto Venere gehenden Viale Garibaldi sowie der parallel zum Hafen verlaufenden Durchgangsstraße Via Vittorio Veneto. Die zentrale Straße des Prione-Viertels ist die zur Fußgängerzone umgebaute Via Prione, welche, zunächst als Via Fiume, vom Bahnhofsvorplatz bis zum Hafen führt.

Gebäude und Kirchen:

  • Castello San Giorgio. Auf der städtischen Anhöhe oberhalb der Altstadt gelegen, ist die ehemalige Verteidigungsfeste der Republik Genua das älteste noch erhaltene historische Gebäude. Die Grundmauern stammen aus dem 12., die erweiterten Anbauten großteils aus dem 17. Jahrhundert, als Militärarchitekten den oberen Teil der Verteidigungsanlage sowie den Stadtwall erweitern ließen. Die Restaurierungsarbeiten an der Anlage wurden im Jahr 1998 abgeschlossen. Seither ist das Kastell (wieder) für den Publikumsverkehr geöffnet.
  • Kirche Santa Maria Assunta. Die im 13. Jahrhundert entstandene und 1454 neu errichtete ehemalige Kathedrale an der Piazza Beverini wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Die Restaurierung, insbesondere die Neuerbauung der zerstörten Fassade, erfolgte im Jahr 1954. Zum heutigen Inventar der Kirche gehören Altäre, Skulpturen und Gemälde aus unterschiedlichen Epochen – darunter die Marienkrönung, eine Terracotta-Skulptur des toskanischen Renaissancekünstlers Andrea della Robbia.
  • Kirche Santo Giovanni e Agusto. Erbaut im 17. Jahrhundert, liegt die kleine Kapelle oberhalb der Piazza Sant’ Agostino, einem kleinen Platz in der Altstadt, dessen Bausubstanz großteils noch aus dem 18. Jahrhundert stammt.
  • Cattedrale Cristo Rei: Der große, markante Bau im funktionalischen Stil der Nachkriegsära entstand in den Jahren 1956 bis 1976. Aktuell fungiert er als offizieller Bischofssitz sowie zentrale Kirche der Stadt. Gegenüber der Piazza Europa gelegen, bilden Kathedrale und Platz den optischen Endpunkt der teilweisearkadengesäumten Geschäfts- und Durchgangsstraße Via Vittorio Veneto.
  • Chiesa Santa Maria della Neve. Die an der Viale Garibaldi gelegene Wallfahrtskirche aus dem 19. Jahrhundert wartet mit Stilemelenten aus Romanik und Renaissance auf.
  • Palazzo delle Poste. Das Hauptpostamt, 1933 im neoklassizistischen Stil erbaut, befindet sich ungefähr auf der Mitte der Via Vittorio Veneto.
  • Wochenmarkt-Areal auf der Piazza Cavour. Jeden Werktagvormittag ist das überdachte, im schnörkellosen Industriestil gehaltene Marktareal Schauplatz des größten Lebensmittelmarktes in der Region. Die Angebote umfassen ein großes Sortiment an frischem Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Fleischund Fisch.

Castello San Giorgio

Seehafen:

Neben dem Handelshafen und dem Marinestützpunkt verfügt La Spezia über mehrere Anlegeplätze, die sowohl von Sportbooten und Yachten, wie auch den Verbindungsschiffen zu den Küstendörfern der Provinz genutzt werden. Von der Pier Italia legen in den Frühlings- und Sommermonaten Linienschiffe nach Lerici,Porto Venere, der Insel Palmaria, den Cinque Terre, Portofino und Genua ab. Einige der angrenzenden Gemeinden haben mit der Verwaltung La Spezias und den Personenbeförderungsunternehmen ein Abkommen zum weiteren Ausbau dieser Wasserwege beschlossen. Zudem ist seit einigen Jahren ein Projekt aktiv, welches den Golf als Zwischenstopp für größere Kreuzfahrtschiffe vorsieht. Dadurch soll das Touristenaufkommen weiter erhöht werden. Über die aufgeführten Ferien- und Regionallinien existiert auch ein regelmäßiger Fährdienst zu den Inseln Sardinien und Korsika.

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