Klausen (Chiusa)

Klausen (italienisch Chiusa) ist eine Stadt und Gemeinde mit 5179 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) im mittleren Eisacktal in Südtirol (Italien).


Geographie:

Klausen liegt etwa zehn Kilometer südlich von Brixen. Das Gemeindegebiet umfasst neben der Stadt selbst den westlichen Talhang mit den DörfernVerdings und Latzfons, sowie auf der östlichen Seite im Eingangsbereich des Villnößtals die Ortschaft Gufidaun. In Klausen mündet der Tinnebach in den Eisack.


Geschichte:

Der Klausen überragende Säbener Berg war schon in vorchristlicher Zeit ein bedeutender Siedlungsplatz. Hier finden sich Gräber sowohl aus rätoromanischer wie aus germanischer Zeit. Zwischen 800 und etwa 1000 war Säben ein bedeutender Bischofssitz, bevor dieser nach Brixen verlegt wurde. Zahlreiche archäologische Funde bestätigen das. Urkundlich wird Klausen erstmals am 7. Juni 1027 erwähnt als „Clausa sub Sabiona sita“. Bei der Urkunde handelt es sich um die Übertragung der Grafschaft im Norital (d. h. Eisacktal und Unterinntal westlich vom Ziller) – samt der Klause unterhalb Säben mit dem Zoll – durch Konrad II. an denBrixner Bischof Hartwig. Der Ort wurde durch Bischof Konrad von Rodank gefördert. Dieser ließ um 1205 oberhalb des Ortes, an der heutigen Kirche St. Sebastian, das Hospital anlegen und inkorporierte ihm die Pfarrei Klausen. Im 13. Jahrhundert erhielt Klausen das Marktrecht und 1308 wurde der Markt zur Stadt erhoben. Das Hospital wurde in den 1460er Jahren in die Stadt verlegt. Hierbei wurde die Apostelkirche als neue Hospitalkirche errichtet. Da die Hospitalkirche die Aufgaben der Pfarrkirche nicht mehr erfüllen konnte, wurde vermutlich im Zuge der Verlegung des Hospitals auch die 1494 geweihte Andreaskirche erbaut. Ab dem 15. Jahrhundert war Klausen Sitz eines Berggerichtes, da bei Villanders Erz abgebaut wurde. Im Jahr 1699 stiftete die spanische Königin Maria Anna in Klausen dasKapuzinerkloster. Maßgeblich für diesen Entschluss war ihr Beichtvater, der aus Klausen stammende Kapuzinerpater Gabriel Pontifeser. Bis 1960 war Klausen Ausgangspunkt für die Grödner Bahn. Am heutigen Bahnhofsgelände ist das aufgelassene Kehrviadukt noch zu sehen. Klausen gilt als „Törggelehauptstadt“.


Sehenswürdigkeiten:

  • Kloster Säben: einer der ältesten Wallfahrtsorte am ehemaligen Standort des ältesten Bischofssitzes von Tirol.
  • Pfarrkirche St. Andreas mit Bildern von Josef Schöpf und Grablegung in Holz geschnitzt von Hans Reichle.

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