Garfagnana

Die Garfagnana ist eine Gebirgslandschaft der Provinz Lucca in der Nordtoskana. Die Landschaft liegt zwischen den Apuanischen Alpen und dem Apennin und wird vom Serchio durchflossen. Der Landstrich gilt als einer der regenreichsten Gebiete Italiens und ist stark bewaldet. Zu den dominanten Baumarten zählen die Edelkastanie, Eiche und Pinie. Der Hauptort der Landschaft ist Castelnuovo di Garfagnana. Historisch gesehen gehörte die Garfagnana vor dem Risorgimento zum Herzogtum Modena der Familie Este. Einst war die Landwirtschaft der Hauptverdienst in der Region. Heute jedoch ist die größte Einnahmequelle der Tourismus.

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Geographie:

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Die Garfagnana ist eine gebirgige Landschaft mit hohen Regenmengen und dichten Wäldern. Die Landschaften sind sehr vielfältig und reichen von undurchlässigen Wäldern zu felsigen Bergketten und sanften Hügellandschaften in den tieferen Lagen. Das Flussufer des Serchio ist breit und steinig und bildet das Zentrum des Landstriches.

Der Monte Prado (2054 m), der höchste Berg der Toskana, liegt im Gebiet der Garfagnana und bildet die Grenze zwischen der Toskana und Emilia-Romagna. Der höchste Berg der Apuanische Alpen, der Monte Pisanino (1947 m), liegt vollständig in der Garfagnana.


Klima:

Aufgrund des unterschiedlichen Reliefs gibt es in der Garfagnana unterschiedliche Klimazonen:

  • Fondovalle (≤ 300 m): das Fondovalle weist ein Klima mit heißen Sommern und kurzen sommerlichen Dürreperioden. Das Klima ist submediterran und ist im Winter von einer gewissen Kontinentalität gekennzeichnet. Die Temperaturunterschiede sind hoch und die Winter weisen niedrige Temperaturen auf. Die Nächte weisen Temperaturen von unter 0°C auf.
  • Bassa/Alta Collina (450 bis 1050 m): dieses Gebiet weis ein gemäßigtes bis submediterranes Klima auf. Die Sommer sind warm und von kurzen Dürreperioden geprägt. Aufgrund der hohen Temperaturschwankungen und der kalten Nachttemperaturen spricht man auch von einem Kontinentalklima.
  • Alta Valle/Bassa Montagna (450 bis 1050 m): im Hochtal und den niederen Bergen herrscht ein ozeanisches Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern. Die Niederschläge sind ganzjährig hoch. Aufgrund der Höhen- und Inlandlage herrscht dort ein kontinentales Klima.
  • Bassa / Alta Montagna (1050 bis 1800 m):  in dieser Höhenzone wird das Klima durch warme Sommer und sehr hohen Niederschlägen geprägt. Es herrscht ein Kontinentalklima mit strengen und kalten Wintern sowie kurzen warmen Sommern und ganzjährig hohe Niederschläge vor.
  • Alta Montagna (≥ 1800 m): diese Höhenlage weist ein kaltes und gemäßigtes Klima auf. In den Gipfelregionen herrscht ein subarktisches Klima mit kühlen Sommern und sehr langen Wintern. Generelle sind die Winter in der oberen Bergregion sehr lang, streng und kalt.

Schneefall:

In der Garfagnana kann Schnee fallen. Unter 400 m ist der Schneefall jedoch gering und ein seltenes Phänomen. Oberhalb von 1000 m häufen sich die Schneemengen stark an und können sich auf 100 cm summieren. Ingesamt liegen die durchschnittlichen Schneemengen zwischen 10 cm und 100 cm, je nach Exposition und Höhe. Schnee kann zwischen Oktober und Juni fallen. In den niederen Lagen fällte meist nur zwischen Dezember und Februar Schnee.

Castelnuovo di Garfagnana:


Geschichte:

Historisch gesehen war die Garfagnana von den Liguren und Etruskern besiedelt. 180 v. Chr. eroberten die Römer den Landstrich. Nach dem Fall des Römischen Reiches kam die Region im Besitz der Karolinger und war ab 888 Teil des karolingischen Reiches. Später stritten sich die Guelfen mit den Ghibellini um den Besitz der Garfagnana. 1248 gliederte Kaiser Friedrich II. des Hl. Römischen Reiches die Region in die Republik Lucca ein. Im 15. Jahrhundert kontrollierte die Familie Este von Ferrara die Garfagnana. 1847 ging sie im Besitz des Königreiches Modena ein. Nach dem Risorgimento gehört die Gebirgslandschaft der Provinz Massa-Carrara an, wurde jedoch ab 1923 zur Provinz Lucca angegliedert.


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