Cremona

Cremona ist eine Stadt in der Lombardei,Italien, am linken Flussufer des Po inmitten der Po-Ebene (ital.:Pianura padana) mit 72.137 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Zugleich ist Cremona Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz. Die Stadt wurde insbesondere bekannt durch die Geigenbauerfamilien Amati, Guarneri und Stradivari.

Blick vom Domportal auf das Bapisterium und dem Palazzo Comunale (© Pixabay License / maristeneva0)


Geographie:

Cremona liegt im Süden der norditalienischen Region Lombardei am nördlichen Ufer des Po. Die Stadt Piacenza (Emilia-Romagna) liegt 30 km, Mantua (Lombardei) 65 km, Lodi (Lombardei) 50 km, Brescia (Lombardei) 50 km, Parma 56 km (Emilia-Romagna), Bergamo (Lombardei) 75 km und Mailand (Lombardei) 85 km von Cremona entfernt. Die Stadt liegt 45 m über den Meeresspiegel in der zentralen Po-Ebene.


Klima:

Cremona liegt nach der Köppen-Klimaklassifikation in der gemäßigten Klimazone mit heißen Sommern. Man spricht auch von einem subkontinentalen Klima der subtropischen Klimazone. Die Winter sind kalt und neblig. Die Sommer sind sehr heiß und schwül. Neben dichten Nebel kann es zu heftigen Gewitterstürmen und extrem Hitze kommen.

1961-1990:

1981-2010:


Geschichte:

Antike:

 Cremona wurde 218 v. Chr., also im gleichen Jahr wie Placentia (Piacenza), von den Römern als Vorposten gegen die gallischen Stämme gegründet. Es wurde 190 v. Chr. mit 6000 neuen Siedlern verstärkt und bald eine der blühendsten Städte Norditaliens. Wahrscheinlich bekam die Stadt 90 v. Chr. die Rechte einesMunicipiums. Nach der zweiten Schlacht von Bedriacum im Jahr 69 wurde Cremona von den Truppen des zukünftigen Kaisers Vespasianeingenommen und zerstört, wobei nur der Tempel der Mefitisstehenblieb. Vespasian ordnete den sofortigen Wiederaufbau an, aber die Stadt erlangte nicht wieder ihren alten Wohlstand.

Mittealter:

(© Pixabay License / Smiljan)

Von denLangobarden unter Agilulf wurde sie 605 abermals zerstört, 615 wieder aufgebaut und von langobardischen Herzögen regiert. Im 9. Jahrhundert scheinen die Bischöfe von Cremona erhebliche weltliche Macht erlangt zu haben. Die Kommune Cremona wird erstmals in einem Dokument von 1098 erwähnt, mit dem die Stadt ein Territorium mit der Bezeichnung Isola Fulcheria von der Markgräfin Mathilde von Tuscien als Lehen bekam. Die neuen Besitzungen musste es in mehreren Kriegen gegen die benachbarten Kommunen verteidigen. Im Krieg des Lombardenbundesgegen Friedrich Barbarossa trat Cremona, nachdem es an der ZerstörungCremas 1160 und Mailands 1162 beteiligt gewesen war, schließlich dem Bund bei, nahm aber nicht an der Schlacht von Legnano teil. In den Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und Ghibellinen stellte sich das traditionell kaisertreue Cremona auf die Seite der Ghibellinen und fügteParma 1250 eine entscheidende Niederlage zu. Die schönsten Gebäude Cremonas stammen aus dieser Zeit. Nach 1266 kamen im Zusammenhang mit dem endgültigen Untergang der Staufer die Guelfen in Cremona an die Macht. Die Stadt rebellierte 1311 gegen König Heinrich VII., ergab sich aber schließlich; der Stadt wurden auf Befehl Heinrichs zahlreiche Rechte entzogen, ebenso wurden die Stadtbefestigungen eingerissen. Schließlich wurde Cremona 1322 von Galeazzo I. Visconti in Besitz genommen. 1406 fiel sie an Cabrino Fondulo, der mit großen Festen Kaiser Sigismund und Papst Johannes XXIII. empfing, letzteren auf seinem Weg zum Konzil von Konstanz. Er übergab die Stadt 1419 an Filippo Maria Visconti. 1499 wurde sie von den Venezianern besetzt, fiel aber 1512 an Massimiliano Sforza und 1535 zusammen mit der übrigen Lombardei an die Spanier.

Neuzeit:

Der Überraschungsangriff auf die französische Garnison am 2. Februar 1702 (Schlacht von Cremona) durch Eugen von Savoyen gehört zu den bemerkenswerten Ereignissen des Spanischen Erbfolgekrieges: Irische Söldner derKaiserlichen Truppen, welche durch das Haus eines Priesters in die Stadt gelangten, wurden zwar nach einem heftigen Kampf wiederum durch irische Söldner in französischen Diensten (Regiment Dillon unter Major Daniel O’Mahoney) aus der Stadt vertrieben, konnten aber den französischen Befehlshaber Marschall Villeroi gefangen nehmen. Im 18. Jahrhundert erlebte Cremona wieder eine Blüte. In der von Napoleon gegründeten Italienischen Republik war es die Hauptstadt eines Départements. Zusammen mit der übrigen Lombardei ging es 1814 an Österreich und wurde 1859 Teil des Königreichs Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von der amerikanischen Militärverwaltung 1945 in Cremona ein DP-Lager für jüdische Displaced Persons (DP) eingerichtet, die zumeist aus Österreich nach Norditalien geflüchtet waren. In dem Lager, das von der UNRRA verwaltet wurde, lebten bis zu 1200 DPs, die 1947 nach Süditalien verlegt wurden.


Sehenswürdigkeiten:

  • Violinenmuseum: Im Palazzo Comunale (Rathaus) befindet sich ein Violinenmuseum mit kostbaren Exponaten der Cremoneser Geigenbauerdynastien.
  • Dom in Cremona: der Dom, mit einer Höhe von 110 m ist ein Wahrzeichen von Cremona
  • Bahnhof Cremona

Domfassade (© Pixabay License / Smiljan)