Certaldo

Certaldo ist eine Gemeinde mit 16.076 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) im Zentrum des Elsatals in der Provinz Florenzin Italien.

Geographie:

Der Ort erstreckt sich über ca. 75 km². Er liegt ca. 40 km südwestlich von Florenz. Das Stadtgebiet wird von der Elsadurchquert. Das historische Zentrum der Stadt, die Oberstadt (Certaldo alto, auchCertaldo alta) liegt auf einem Hügel, die Unterstadt (Certaldo basso) unten am Fluss und direkt an der Via Francigena entstand ab dem 17. Jahrhundert. Von der Unterstadt führt eine Standseilbahn in die Oberstadt. Zu den Ortsteilen zählen Fiano, Sciano, Bagnano und Marcialla.Die Nachbargemeinden sind Barberino Val d’Elsa, Castelfiorentino, Gambassi Terme, Montespertoli, San Gimignano (SI) und Tavarnelle Val di Pesa.

Klima:

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3°C4°C6°C9°C13°C17°C19°C19°C16°C12°C8°C4°C
Geschichte:

Die Ursprünge des Ortes reichen bis in die Zeit der Etruskerzurück, der Ort selbst wurde jedoch erst 1164 erstmals genannt, als Friedrich Barbarossa die Orte Certaldo, Pogniund Semifonte (heute Barberino Val d’Elsa) den Grafen Alberti aus Prato schenkte. In Dantes 16. Gesang des Inferno wird Certaldo ebenfalls erwähnt. Vor allem ist der Ort jedoch bekannt als möglicher Geburtsort und als Sterbeort von Giovanni Boccaccio, der hier auch beerdigt wurde. Der Palazzo Pretorio war Burg der kaisertreuen Grafen Alberti, die ihren Besitz behielten, als sie sich 1184 dem guelfischen Florenz unterwarfen. 1292 übernahm Florenz die unmittelbare Herrschaft in Certaldo, der Palazzo Pretorio wurde Sitz des Gouverneurs, 1415 dann der Sitz des Vikariats des Elsatals und des Pesatals(Val di Pesa). Die heute noch sichtbaren Wappen an der Aussenfassade sowie in der Eingangshalle sind Familienwappen verschiedener Vikare. Durch die unterhalb des historischen Stadtkerns verlaufende Via Francigena und ihren Handelsströmen vergrößerte sich der Ort im 17. Jahrhundert, der tiefer gelegene Ortsteil erhielt den Namen Certaldo basso. 1784 verlor der Ort das Vikariat, der Palazzo dei Vicari (Palazzo Pretorio) wurde danach bis 1866 als Rathaus benutzt, als das Rathaus nach Certaldo basso an die Piazza Boccaccio verlegt wurde. Die 1849 errichtete Bahnstrecke Empoli–Siena mit Haltepunkt in Certaldo basso brachte weiteren wirtschaftlichen Aufschwung, der durch den Tabak- und Weizenanbau seit dem 19. Jahrhundert verstärkt wurde. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ist der Tourismus die stärkste Industrie des Ortes.

Sehenswürdigkeiten:

  • Das Haus des Giovanni Boccaccio in der Via Boccaccio, der Hauptstraße Certaldo Altos, wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombardierung beschädigt, aber nach dem Krieg rasch wieder aufgebaut. In inneren befinden sich Fresken von Pietro Benvenuti aus dem Jahr 1826.
  • Der Palazzo Pretorio am oberen Ende der Via Boccaccio stammt in seinen Ursprüngen aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 15. und 16. Jahrhundert erweitert.
  • In der ehemaligen Kirche SS Jacopo e Filippo (ca. 12. Jahrhundert) befinden sich die Gräber Boccaccios und der Heiligen Julia von Certaldo; angegliedert ist ein romanischer Kreuzgang und Konvent des Augustinerordens aus dem 14. Jahrhundert, in dem sich seit 2001 das Museo di arte sacra (Museum der heiligen Kunst) befindet.
  • Die ehemalige Kirche Chiesa dei Santi Tommaso e Prospero vom Anfang des 13. Jahrhunderts neben dem Palazzo Pretorio enthält einen Tabernakel von Benozzo Gozzoli aus dem 15. Jahrhundert.
  • Der an der Via Boccaccio gelegene Palazzo Stiozzi Ridolfi stammt aus dem 14. Jahrhundert.
  • Chiesa di Santa Maria, Kirche aus dem 14./15. Jahrhundert im Ortsteil Bagnano, enthielt das Werk Trittico della Madonna con Bambino, San Pietro e San Romolo(befindet sich heute im Museo d’Arte Sacra in Certaldo, um 1315/1320 entstanden) von Ugolino di Nerio.

 

 

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