Cassino

Cassino ist eine Stadt in der italienischen Provinz Frosinone in der Region Latium mit 36.142 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Sie ist vor allem für die Benediktinerabtei Montecassino bekannt, die Benedikt von Nursia auf dem gleichnamigen Hügel oberhalb der Stadt erbaute. Sie ist die zweitgrößte Stadt der Provinz und das wirtschaftliche Zentrum der Osthälfte der Provinz Frosinone. Cassino ist Sitz einer Universität. Bis 1863 hieß die Stadt San Germano.

Geographie: 

Cassino liegt 131 km südöstlich von Rom, 98 km nördlich von Neapel und 53 km südöstlich von Frosinone. Zur Küste bei Minturno beträgt die Entfernung 37 km.

Landschaft:

Cassino liegt im Tal des Liri, am Fluss Rapido, der 8 km südlich der Stadt in den Liri mündet, und am Fuße des Berges Montecassino, Ausläufer des Massivs des Monte Cairo.

Stadtteile:

Seine Stadtteile sind Caira und Montecassino im Massiv des Monte Cairo sowie San Cesareo, Sant’Angelo in Theodice, Sant’Antonio, San Pasquale und San Michele, die in der Ebene liegen.

Gemeindegebiet:

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 18 bis 841 m s.l.m..

Erdbeben:

Die Gemeinde befindet sich in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).

Nachbargemeinden:

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn: Villa Santa Lucia, Terelle, Sant’Elia Fiumerapido, Cervaro, San Vittore del Lazio, Rocca d’Evandro (CE), Sant’Apollinare und Pignataro Interamna.

Ebene von Cassino:

→ Ebenen von Cassino

Klima:

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11°C12°C15°C19°C24°C28°C32°C32°C26°C21°C15°C11°C
3°C4°C7°C10°C13°C17°C20°C20°C17°C13°C9°C6°C

Geschichte:

Casinum war eine volskische, dann samnitische Stadt im Süden Latiums.

Antike:

In der römischen Geschichtsschreibung wird sie selten erwähnt, zuerst im 2. Punischen Krieg. Das antike Casinum besaß ein Amphitheater und ein Theater, mehrere Tempel und war von einer Stadtmauer umgeben.

Frühes Mittelalter:

529 n. Chr. gründete Benedikt von Nursia die Abtei Montecassino an der Stelle der antiken Akropolis. 577 wurden Kloster und Stadt durch die Langobarden unter Zotto zerstört, der Casinum dem Herzogtum Benevent einverleibte, wenn auch faktisch die Äbte des Klosters die Macht ausübten. 744 gewährte Herzog Gisulf II. dem Klosterterritorium offiziell die Unabhängigkeit. 883 wurden Stadt und Kloster ein zweites Mal, nunmehr von den Sarazenen, zerstört.

Hoch- und Spätmittelalter:

1230 traf sich Friedrich II. in der Stadt, die nun San Germano hieß, mit Papst Gregor IX., um Frieden zu schließen. 1503 endete die territoriale Unabhängigkeit des Klosters und San Germano wurde Teil des Königreichs Neapel.

Neuzeit:

1806 kam der Ort zur Provinz Terra del Lavoro und wechselte 1927 zur Provinz Frosinone und damit wieder zu Latium.

2. Weltkrieg:

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt am 15. Februar 1944 bei einem alliierten Bombenangriff zerstört und war anschließend nach der Besetzung des Berges durch deutsche Truppen Zentrum der Schlacht um Monte Cassino, wobei die Stadt völlig zerstört wurde.

21. Jahrhundert:

Am 15. März 2014 fand zum 70. Jahrestag dieses Ereignisses eine Gedenkfeier statt, an der Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano teilnahm.

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Sehenswürdigkeiten:

  • Der wichtigste Anziehungspunkt für Pilger und Touristen ist die Abtei Montecassino.
  • In der archäologischen Zone am Südwesteingang der Innenstadt befinden sich das Archäologische Nationalmuseum, die Ruinen des Amphitheaters, des Theaters und das Mausoleum der Ummidia Quadratilla aus der Gens Ummidia, der Erbauerin des Theaters.
  • Auf halbem Weg zum Montecassino liegt die mittelalterliche Burg Rocca Janula.
  • Im Museum Historiale werden die Ereignisse um die Schlacht um Monte Cassino behandelt.

Soldatenfriedhöfe:

Bei der Schlacht um Monte Cassino starben auf beiden Seiten insgesamt über 70.000 Soldaten. Daher gibt es heute im Gebiet der Stadt Friedhöfe für die Gefallenen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und dem Commonwealth. Auf der Deutschen Kriegsgräberstätte Cassino im Norden der Stadt ruhen 20.076 Tote.

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Montecassino

Verkehr:

Autobahn:

Cassino liegt an der Autobahn A1 Autostrada del Sole von Rom nach Neapel, Ausfahrt Cassino.

Historisches Straßennetz:

Die historische Straßenverbindung ist die Via Casilina, in der Antike Via Latina, die heute als Staatsstraße SS6 klassifiziert ist.

Bahnhof:

Cassino besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Rom–Neapel.


 

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