Casentino

Das Casentino ist ein Gebirgstal in derProvinz Arezzo der italienischen Region Toskana.Die höchsten Gipfel sind mit rund 1600 Metern der Monte Falco (1658 m), der Monte Falterona (1654 m), wo der Arnoentspringt, der Pratomagno (1592 m), der das Casentinotal vom Chianti trennt, und der Monte della Verna, der es vom oberen Tibertal trennt. Das Gebiet umfasst 826,34 km².

500 Jahre war das Casentino dominiert von der Adelsfamilie der Guidi. 1440 fiel es an Florenz; ein Gouverneur wurde eingesetzt, der das Gebiet verwaltete. Aufgrund seiner geographischen Lage und seiner Geschichte ist das Casentino immer eine Art entlegene Insel im Herzen Mittelitaliens geblieben.

Auch heute noch ist diese Gegend – auch unter Italienern – wenig bekannt, obwohl sie kaum 50 km von Florenz entfernt ist. Man kommt im Casentino nicht zufällig vorbei – man muss es wollen. Die im Casentino gesprochenen Sprache hat sich etwas Archaisches erhalten, das an das antike Italienisch erinnert, in dem Dante seine Göttliche Komödie schrieb.

Landschaft:

  • 55% Gebirge
  • 40% Hügelland
  • 5% Flachland

Klima:

Das Klima im Casentino ist etwas rauer und kühler als in der zentralen Toskana, abhängig von der Höhenlage der Orte. Bis Mitte Mai und ab September müssen mit kühlem Wind und Niederschägen gerechnet werden, im Winter gibt es auch Schnee.Die ideale Reisezeit ist Mai bis Oktober, wobei man im Casentino sogar im Hochsommer wandern kann, wenn man Wege durch höher gelegene Gebiete und schattige, quellenreiche Wälder wählt. Das Casentino ist damit eine gute Alternative für Naturliebhaber und Familien, die auf die Sommerferien angewiesen sind. Im Juli und August sind an den Wochenenden sehr viele Städter im Casentino unterwegs, um der Hitze zu entfliehen, besonders beliebte Ausflugsziele sind Vallombrosa und das Pratomagno-Gebiet im Westen des Casentino, ferner der Passo della Consuma und der Passo dei Mandrioli sowie der Monte Falterona.

 

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9°C11°C14°C19°C23°C27°C30°C30°C26°C20°C14°C11°C
2°C3°C5°C8°C12°C15°C18°C17°C15°C11°C7°C4°C

Sonnenstunden:

Jan.
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Mai
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Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4 h5 h5 h7 h10 h10 h11 h10 h7 h6 h3 h3 h

Städte:

 

  • Bibbiena
  • Capolona
  • Caprese Michelangelo
  • Castel Focognano
  • Castel San Niccolò
  • Chitignano
  • Chiusi della Verna
  • Ortignano Raggiolo
  • Poppi
  • Pratovecchio Stia
  • Subbiano
  • Talla

Nationalpark Foreste Casentinesi:

In den Bergen des Casentino liegt einer der größten Wälder Italiens – der Nationalpark Foreste Casentinesi: auch dieser hat mit der langen Isolation der Gegend zu tun, genauso wie die erfreuliche Tatsache, dass hier Hirsche, Dachse, Wildschweine und sogar Wölfe leben. Heute sind die Wälder des Casentino zu einem der größten Nationalparks Italiens geworden.

Klöster:

  • Santuario della Verna, das ältesteFranziskanerkloster überhaupt, wurde im Jahr 1214 von Franz von Assisi als Einsiedelei gegründet. Franz von Assisi lebte in einer spektakulär in den Felsen des Tafelbergs Monte Penna gelegenen Felsenhöhle und sprach der Überlieferung nach hier mit den Vögeln. 1224 soll sich dort etwas ganz Entscheidendes ereignet haben: Franz sei „stigmatisiert“ worden. An Händen und Füßen hätten sich plötzlich Wundmale wie bei Christus gezeigt. La Verna ist heute ein lebendiges Kloster und ein bedeutender Wallfahrtsort.
  • Eremo di Camaldoli, Kloster und Eremitage der Kamaldulenser im Ortsteil Camaldoli (Poppi), ist zwischen 1024 und 1025 vom heiligen Romuald, einem Benediktinermönch (+1027), gegründet worden und findet seine Wurzeln in der Tradition des Mönchtums des christlichen Orients und in der Mönchstradition des Westens. Das „Eremo“ liegt in 1000 Meter Höhe, mitten im Nationalpark „Foreste Casentinese“ in eindrucksvoller Lage. Sehr interessant sind die antike „Herberge“, der kleine Kreuzgang aus dem 15. Jh., die Bibliothek, die Barockkirche (Bildtafeln von Vasari; Kreuzgang aus dem Jahre 1543), die zeitgenössische „Apotheke“ mit antiken Möbeln und Vasen, das „Kloster“ selbst, in dessen Refektorium sich ein großes Ölgemälde von Pomarancio (17. Jh.) befindet.

 

 

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