Cagliari

Cagliari ( Casteddu) ist die größte Stadt Sardiniens, Hauptstadt der Autonomen Region Sardinien in Italien sowie Hauptstadt der Provinz Cagliari. Die Stadt selbst hat 149.575 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012), Agglomeration etwa 470.000, und liegt im Süden der Insel, am Ufer des nach ihr benannten Golfes. Die Hafenstadt verfügt über eine Universitätund ist Sitz des Erzbistums Cagliari. Die Altstadt von Cagliari wird Castello genannt und befindet sich auf einer Hügelspitze, von der aus man den gesamten Golf von Cagliari überblicken kann.

Cagliari_panorama

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Geschichte:

Karalis oder Kalares war eine phönizische Kolonie, die später zumKarthagischen Reichgehörte und infolge desErsten Punischen Kriegesunter die Herrschaft der Römer geriet (lat. Caralis). Im Zweiten Punischer Krieg war die Stadt Sitz eines Praetors und wichtigster römischer Flottenstützpunkt auf Sardinien. Später erhielten die Einwohner das römische Bürgerrecht. Im 4. Jahrhundert war die Stadt Bischofssitz von Lucifer von Calaris. Mit dem Niedergang des Weströmischen Reiches fiel Cagliari in die Hand der Vandalen. Danach kam es zum Byzantinischen Reich. Im Zuge des Ermattens der byzantinischen Herrschaft über die Insel im 9. Jahrhundert, bildeten sich die zunächst fünf Giudicati (wörtlich Richtertümer) heraus. Das Judikat von Cagliari annektierte alsbald dasjenige Agugliastra, womit die Insel über Jahrhunderte in jene vier Judikate eingeteilt war, die auch ihr Wappen verdeutlicht. In dieser Phase der Unabhängigkeit Sardiniens wurde die Stadt allerdings von ihren Bürgern verlassen, da die phönizisch-römische Stadt, direkt am Meer gelegen, mehrfach von maurischen Seeräubern überfallen wurde. Die neue Stadt namens Santa Igia gründeten sie weiter westlich im Binnenland. Mit dem Erstarken der italienischen Seerepubliken konkurrierten Pisa und Genua um die Oberhoheit über Sardinien. Pisa brachte Cagliari unter seine Herrschaft. Im 14. Jahrhundert kam das pisanische Gebiet Sardiniens durch die HerrschaftAragons über Pisa in dessen Besitz und damit durch den Vertrag von Tordesillas bis ins 17. Jahrhundert unter spanische Verwaltung. Nachdem das Königreich Sardinien für kurze Zeit von den spanischen an dieösterreichischen Habsburger gegangen war, kam es 1718 unter das Haus Savoyen, das das Königreich Sardinien-Piemontetablierte. Damit gehört es seit 1861 zu Italien.

Sehenswürdigkeiten:

Der Dom zu Cagliari, die Kathedrale Santa Maria di Castello, ist Bischofskirche des Erzbistums Cagliari und wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert von den Pisanern im gotisch-pisanischen Stil errichtet. Die Kirche stellt ein Konglomerat aus zahlreichen Um- und Ausbauten dar, denn bereits im 14. Jahrhundert erfolgten an der Außenfront Umbauten im katalanisch-gotischen Stil. Danach errichteten die Spanier eine barocke Fassade, von der Reste hinter dem Dommuseum gelagert sind. Diese wurde schließlich 1933 abgerissen und wieder nach den alten pisanischen Plänen hergerichtet. Original erhalten sind hingegen die Portale der Seitenschiffe (links pisanisch, rechts gotisch) und der Glockenturm. Über dem Türsturz des Hauptportals ist ein römischer Sarkophag eingemauert. Das Innere des Doms ist im Barockstil gehalten. Neben dem kunstvoll gefliesten Boden aus Buntmarmor, dem Altar mit Steinintarsien, den Deckengemälden und sakralen Skulpturen sind vor allem das Altarbild „Retablo della Crocifissione“ mit einer Darstellung der Kreuzigung und der thronenden Madonna von 1528/30 sowie die Marmorkanzel des Bildhauermeisters Guglielmo aus der Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnenswert. Letztere stand ursprünglich im Dom zu Pisa und wurde im 14. Jahrhundert als Geschenk der Pisaner für den Dom nach Cagliari gebracht. Die in zwei Teile zersägte Kanzel mit Szenen aus dem Leben Jesu gilt als eines der herausragendsten Werke pisanischer Kunst auf Sardinien und wird dem Meister Wilhelm von Innsbruck (Guillelmus) zugeschrieben, der auch den schiefen Turm in Pisa errichtet haben soll. Vier steinerne Löwen, die ursprünglich die Kanzel trugen, flankieren nun den Hauptaltar. Erwähnenswert ist die Krypta. Das Gewölbe ist mit 600 Rosetten verziert, keine gleicht der anderen. Sie beherbergt Grabkammern mit den Überresten von fast 300 sardischen Märtyrern, die im 17. Jahrhundert von der Kirche Basilica di San Saturno in die Krypta umgebettet wurden.

Anfiteatro Romano stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und ist mit etwa 1150 m² das größte römische Bauwerk auf Sardinien. Es wurde direkt in den Hang gebaut, die Sitzreihen sind teilweise in den Stein gehauen und boten angeblich Platz für bis zu 20.000 Besucher, das entsprach etwa der damaligen Gesamtbevölkerung Cagliaris. Der Begriff „Amphitheater“ weist darauf hin, dass die Arena mittels unterirdischer Kanäle unter Wasser gesetzt werden konnte, um – neben Tier- und Menschenkämpfen, Theateraufführungen und Ähnlichem – die damals beliebten Seekampfspektakel aufzuführen. Seine Blütezeit erlebte das Theater während der römischen Kaiserzeit; später, vom Mittelalter bis in die Zeit der spanischen Herrschaft wurde es nicht mehr genutzt und verfiel zunehmend. 1866 wurde es gesäubert und renoviert, dazu kamen Anbauten wie Gänge und Sitzreihen aus Holz, um die archäologische Stätte auch heute noch als Veranstaltungsort nutzen zu können. Im Sommer finden regelmäßig Konzerte, Festivals und Musicalaufführungen vor dieser fantastischen Kulisse statt.

Nostra Signora di Bonaria mit ihrer imposanten Barockfassade ist eine viel besuchte Wallfahrtskirche und der sardische Sitz des Mercedarier-Ordens. Von der ausladenden Freitreppe hat man eine wunderbare Aussicht auf den Golfo degli Angeli. Den Namen Nostra Signora di Bonaria erhielt die Basilika von einer Madonnenfigur, die, so erzählt die Legende, in einer stürmischen Nacht 1370 hier angespült worden war. Als die Menschen die Kiste mit der Figur öffneten, stellten sie voller Erstaunen fest, dass die sich in den Händen der Madonna befindliche Kerze noch brannte. So wurde die Madonna die Schutzpatronin der Fischer und Seeleute und schließlich auch der Insel Sardinien.

Torre dell’Elefante und Torre di San Pacrazio: Elefantenturm und Pancrazioturm sind Teil der pisanischen Befestigungsanlage aus den Anfangsjahren des 14. Jahrhunderts, Werke des berühmten Architekten Giovanni Capula. Unter den Spaniern fungierten die Türme als Gefängnisse, die Freiflächen davor angeblich als Hinrichtungsplätze. Dafür wurden die Türme auch an der vierten Seite zugemauert und erst 1906 wieder in den Urzustand versetzt. 1999 schließlich erfolgte erneut eine Renovierung. Seitdem dienen sie als Aussichtstürme. Der Name „Elefantenturm“ leitet sich von dem kleinen Marmorelefanten über dem Tor ab. Warum und seit wann dieser dort steht, ist nicht geklärt. Ein zweites Elefantenbildnis findet sich an der Oberkante der Eingangstreppe: Es handelt sich um ein grobes Steinrelief, welches einen etwas unförmigen Elefanten darstellt. Die Torre San Pancrazio hat ihren Namen von einer kleinen Kirche in der Nähe des Turmes.

Die Bastione San Remy ist eine Aussichtsterrasse und Treffpunkt der Cagliaritaner. Der bei Touristen und Einheimischen beliebte Platz im klassizistischen Stil wurde 1901 auf die alte Bastion aus piemontesischer Zeit als Aussichtsterrasse und Treffpunkt für die städtische Bevölkerung gebaut.

Weiter Sehenswürdigkeiten:

  • Die Kirchen Santa Restituta, Sant’Efisio, Sant’Eulalia, San Saturno, San Giacomo
  • Die Kirche San Michele im Viertel Stampace ist ein hervorragendes Beispiel des katalanischen Barock
  • Das Castello San Michele
  • Das Rathaus Cagliaris und Palazzo di Città (das ehemalige Rathaus im neogotischen Stil), Palazzo Viceregio (Vizeköniglicher Palast)
  • Der Botanische Garten zu Cagliari: 1866 erstmals eröffnet, wurde der Botanische Garten während des Zweiten Weltkriegs zerstört und daher in den darauf folgenden Jahren komplett neu angelegt. Der interessant strukturierte Garten zeigt u.a. einheimische Gewächse, Heilpflanzen, biblische Pflanzen, eine umfangreiche Kakteensammlung sowie seltene Pflanzen der verschiedenen Kontinente. Des Weiteren befinden sich auf dem Gelände archäologische Fundstätten, z.B. Zisternen und eine römische Höhle. Der behindertengerecht eingerichtete Park verfügt über einige Wasserspiele.
  • Il Poetto, einer der längsten Strände des Mittelmeers, ist etwa fünf Kilometer von der Stadtmitte entfernt.

Rathaus

Blick auf den Strand von Cagliari: Il Poetto

 

 

 

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