Bolzano

Bozen ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomenProvinz in Italien, und als solche Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags. Seit 1964 ist die Stadt Bischofssitz der neugeschaffenen Diözese Bozen-Brixen, seit 1998 mit der Freien Universität Bozen Universitätsstadt. Bozen wird zu den großen städtischen Zentren im Alpenraum gerechnet und gilt auf Grund ihrer Bikulturalität als wichtiger Begegnungsort der österreichisch-deutschen und der italienischen Kultur und Wirtschaft. Die Stadt wurde zur Alpenstadt des Jahres 2009 gekürt.

Geographie:

Das Stadtgebiet von Bozen liegt zentral im Süden Südtirols und umfasst eine Fläche von 53,34 km², wobei davon lediglich 28 km² als permanenter Siedlungsraum genutzt werden. An dieser Siedlungsfläche hat die dichte städtische Bebauung den allergrößten Anteil. Bozen liegt in einem Talkessel am Zusammenfluss von Eisack, Talfer und Etsch, der an drei Seiten von hohen Bergketten umschlossen wird. An dieser Stelle gabeln sich die Alpentransversalen der oberen Etschtal- und derEisacktalfurche, welche über historische Handelswege zum Reschen- respektive Brennerpass führen und damit die Stadt in den Mittelpunkt eines überregionalen Wegenetzes gerückt haben. Bis 1911 beschränkte sich das Bozner Stadtgebiet auf eine vergleichsweise kleine Fläche östlich der Talfer, weshalb die Stadt von der einheimischen Bevölkerung bis heute auch alsTalferstadt bezeichnet wird. Der Ortsmittelpunkt liegt auf einer Höhe von 262 m ü. NN. Die höchste Erhebung des Bozner Stadtgebiets – der Titschengipfelam Kohlerer Berg – liegt 1616 m ü. NN. Die niedrigste Stelle mit 232 m ü. NN befindet sich am Etschufer an der Südgrenze der Stadt. Bozens Nachbargemeinden sind Deutschnofen, Leifers und Pfatten im Süden, Eppan und Terlan im Westen, Ritten undJenesien im Norden sowie Karneid mit dem Eggentaler Bach als natürlicher Grenze im Osten. Die nächsten Großstädte sind Trient 58 km in südlicher und Innsbruck 118 km in nördlicher Richtung. Die Entfernung zur Hauptstadt Rom beträgt 642 km.

Geologie:

Der größte Teil des bewohnten Stadtgebiets liegt auf einem Schwemmfächer der Talfer, weshalb der Bozner Talkessel lange Zeit ein unbewohnbares und häufigen Überschwemmungen ausgesetztes Sumpfgebiet gewesen ist. Der Untergrund des Talbodens besteht aus fluvialen Ablagerungen und ist reich an Grundwasser, dessen Wasserspiegel durchschnittlich bei 2-5 m unter der Oberfläche liegt. Lithostratographisch liegt der Raum Bozen in der Etschtaler Vulkanit-Gruppe, weshalb die Bergketten, welche die Stadt umschließen, von Ignimbriten beherrscht werden. So sind auch im Talkessel sandige Schotter, Schotter und Sande, die eine grobe Schichtung oder eine konkave Schrägschichtung aufweisen die vorherrschenden Lithofazies. Die maximale Größe der Steine und Gerölle variiert zwischen 35 und 50 cm. Im nordöstlichen Stadtgebiet bei Zwölmalgreien und St. Magdalena sowie im Süden bei der Haselburg sind aber auch Moränen und Schotterflächen erhalten, die sich in der Würm-Kaltzeit gebildet haben.

Klima:

Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in den Sommermonaten liegt zwischen 27 und 29 °C, die durchschnittlichen nächtlichen Tiefstwerte in den Wintermonaten bei −1 bis −4 °C. Die durchschnittliche Lufttemperatur in Bozen beträgt 12,3 °C, der jährliche Niederschlag 710 mm. Im Schnitt ergibt sich die höchste Niederschlagsmenge im Juli mit über 88 mm, während der Januar mit rund 24 mm der trockenste Monat ist. Der Juli weist mit rund 7 Stunden und 30 Minuten täglich die längste Sonnenscheindauer auf. Der Dezember bringt es durchschnittlich immerhin noch auf 3 Stunden pro Tag. Das Stadtklima von Bozen wird sowohl durch die Kessellage als auch durch die dichte Bebauung beeinflusst. So steigen während der wärmeren Jahreszeit Wärmebelastung und Schwüle, da der Luftaustausch im Stadtkern stark eingeschränkt ist. Problematisch ist vor allem die Luftverschmutzung im Stadtgebiet, die gegenwärtig am meisten auf den innerstädtischen Autobahnverkehr (in der Vergangenheit auch auf die Industrie) zurückzuführen ist. So ist die Belastung durch die klassischen Schadstoffe Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und die Schwermetalle spätestens seit der Jahrtausendwende im Rahmen aller Grenzwertvorgaben.

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-5°C-1°C3°C7°C11°C14°C16°C16°C12°C7°C1°C-3°C

Sonnenstunden:

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Geschichte: 

Die spätere Stadt Bozen wurde zwischen 1170 und 1195 als Markt mit einer Gasse und einem Platz errichtet. Um 1195 ist bereits ein Pfarrer belegt, der für seine Tätigkeit die 1180 errichtete Marienkirche nutzte, deren Nachfolgerin heute alsDom bekannt ist, die damals außerhalb der Stadtmauer lag. Der Mittelalterliche Markt erhielt 1265 das Stadtrecht, die Stadt wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erweitert, zunächst um die bischöfliche Neustadt (Obstplatz), dann um die Wangersche Vorstadt (siehe Bindergasse) und zuletzt, nach diversen anderen Erweiterungen, 1925 um die ehemalige Marktgemeinde Gries. In Bozen wurden seit seiner Gründung mehrere Jahrmärkte (Messen) veranstaltet, 1635 gewährte die Tiroler LandesfürstinClaudia de’ Medici den Bozner Merkantilmagistrat (Handelsgericht). Die Industrialisierung Südtirols ging von Bozen aus, wo 1848 die Baumwollspinnerei gegründet wurde (eigentlich in St. Anton, bei St. Peter). In und bei der Landgemeinde Zwölfmalgreien entstanden vor der Eingemeindung (1911) weitere für Bozen wichtige Bauwerke: Der Bahnhof Bozen-Gries (1859), das E-Werk Kardaun (1901), die Kohlerer Bahn (1908). Der Tourismus hatte seinen Schwerpunkt im Kurort Gries, aber auch in Bahnhofsnähe entstanden mehrere Hotels (wie das heute noch bestehendes Parkhotel Laurin, 1910).

Sehenswürdigkeiten:

Schlösser und Burgen:

  • Schloss Runkelstein
  • Schloss Maretsch
  • Schloss Sigmundskron
  • Haselburg
  • Ruine Rafenstein
  • Schloss Ried
  • Schloss Klebenstein
  • Ruine Weineck

Weitere Bauten in der Innenstadt:

  • Bozner Lauben
  • Obstplatz
  • Waltherplatz mit dem Walther-Denkmal von Heinrich Natter
  • Laurinbrunnen von Andrä Kompatscher
  • Batzenhäusl
  • Kornplatz
  • Talferbrücke
  • Mariensäule
  • Neptunbrunnen
  • Bindergasse
  • Rathaus Bozen: 1907 erbaut vom Münchner Architekten Carl Hocheder
  • Goetheschule (Bozen): ehemalige Kaiser-Franz-Joseph-Mädchenschule
  • Museion: ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst
  • Dom Maria Himmelfahrt (Bozen): der gotische Dom der Stadt
  • Franziskanerkirche: Kloster mit Kreuzgang
  • Dominikanerkirche:
  • Alte Pfarrkirche Gries: mit dem Michael-Pacher-Altar
  • Abtei Muri-Gries
  • St. Johann im Dorf
  • St. Georg im Weggenstein
  • Kapuzinerkirche und -kloster
  • Heiliggrabkirche am Virgl
  • St. Martin in Kampill
  • St. Magdalena in Prazöll
  • Karmelitenkirche Bozen
  • Evangelische Christuskirche (Bozen): erbaut 1908
  • Siegesdenkmal
  • Gerichtsplatz
  • EURAC: ehemaliges Gebäude der faschistischen Jugendorganisation GIL
  • Kohlerer Bahn
  • Seilbahn Jenesien
  • Rittner Seilbahn
  • Oswaldpromenade
  • Guntschnapromenade
  • Radkunstweg „Augenreise“ über Kardaun nach Blumau

 

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