Bergamo

Bergamo ist eine Stadt in der italienischen Region Lombardei und Hauptstadt der Provinz Bergamo.

Geographie: 

Bergamo liegt etwa 50 Kilometer nordöstlich von Mailand am Fuß der Alpen an der Grenze zurPo-Ebene und hat 115.072 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012). Die alte Oberstadt (Città Alta) liegt 380 m ü. M. auf einem Hügel, der zu den letzten Ausläufern der Alpen gehört, bevor diese in die fruchtbare Poebene übergehen. Die neue Unterstadt (Città Bassa, auch Città Borghi) und einige Vorstädte erstrecken sich um den Altstadthügel, sowohl in der Ebene als auch über angrenzende Hügel.

Klima:

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5°C8°C13°C18°C23°C28°C30°C29°C25°C17°C10°C6°C
-1°C1°C5°C9°C13°C17°C20°C19°C15°C10°C5°C1°C

Sonnenstunden:

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Geschichte:

Laut Iustinus gründeten Gallier Bergamo nach der Vertreibung der Etrusker. Nach Ptolemäusgehörte die Stadt dem Volksstamm derCenomanen, Cato zufolge den Orobiern, die sie Parra nannten. Von den Römern wurde der Ort 196 v. Chr. erobert und Bergomum genannt. Er wurdeMunicipium und gehörte zur Tribus Voturia. Als das (West-)Römische Reich im Niedergang begriffen war, machte Attila zuerst 451 einen missglückten Einfall nach Gallien; dann wandte sich der Hunnenführer 452 nach Norditalien und eroberte und plünderte dort mehrere Städte, u. a. auch Bergamo. 460 errang der weströmische Heermeister Ricimer bei Bergamo einen Sieg über die Alaunen. 569 fiel Bergamo an Alboin und wurde in der Folge Residenz eines der bedeutendstenlangobardischen Herzogtümer. Ende des 6. Jahrhunderts versuchte sich Herzog Gaidulf von Bergamo vergeblich vom Langobardenreich unabhängig zu machen. Er wurde 594 hingerichtet.Rothari, der letzte Herzog von Bergamo, strebte 701 den Königstitel an, wurde aber von KönigAripert II. besiegt und getötet. Dieser wandelte daraufhin Bergamo in ein von der Hauptstadt Paviaabhängiges Gastaldat um. Nach der Niederlage des Langobardenkönigs Desiderius gegen den Karolingerherrscher Karl den Großen (774) geriet die Stadt unter die Herrschaft der Franken und wurde Sitz eines Grafen. Im 10. Jahrhundert waren Mitglieder des Geschlechts der GiselbertinerGrafen von Bergamo, die der Stadt wieder zu größerer Bedeutung verhalfen. Der Einfluss der Grafen sank gegen Ende des 10. Jahrhunderts und ab 904 herrschten in Bergamo prokaiserlich eingestellte Bischöfe. Deren Regierung neigte sich zu Ende, als Bischof Arnulf im Investiturstreitauf der Mailänder Synode von 1098 seines Amtes enthoben wurde. Nun einigten sich die einflussreichsten Familien, Bergamo zu einer Kommune aristokratischen Charakters zu machen. 1156 begannen die Feindseligkeiten Bergamos mit der nahe gelegenen Stadt Brescia, die viele Jahre andauerten. 1167 traten die Bergamasker dem gegen Barbarossa gerichteten Lombardischen Bund italienischer Kommunen bei. 1183 wurde diese Auflehnung gegen die Italienpolitik des Kaisers im Konstanzer Frieden beigelegt und Barbarossa im nächsten Jahr bei seinem Einzug in Bergamo willkommen geheißen. Streitigkeiten zwischen verschiedenen an der Regierung beteiligten Parteien, die sich aus bedeutendsten städtischen Familien zusammensetzten, gefährdeten seit den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts die kommunale Struktur Bergamos. So kam es 1206 zu einem Kampf zwischen der den Ghibellinen zuneigenden Familie der Suardiund der zu den Guelfen zählenden Sippe der Rivola. Weitere Parteikämpfe veranlassten die Bergamaskser 1230 zur Gründung der Società del popolo, die mit 200 Infanteristen erneute Zusammenstöße verhindern sollte. 1237 kämpfte Bergamo auf Seiten Kaiser Friedrichs II. in der Schlacht von Cortenuova gegen den Lombardenbund. 1261-64 folgte ein Kampf gegen das guelfische Mailand, der mit der Unterwerfung durch die Torriani endete. Diese übten damals die Signorie in Mailand aus und Filippo della Torrewurde 1264 Podestà von Bergamo. 1296 kam es zu einem Bürgerkrieg zwischen den Colleoni und den Suardi. Letztere mussten flüchten, konnten aber mit Hilfe der Mailand seit 1277 beherrschenden Familie der Visconti zurückkehren. Als König Johann von Böhmen nach Italien zog, wählten die Bergamasker ihn 1331 zum Signore, doch hatte er dieses Amt nur wenige Monate inne, da er bald Mastino II. della Scala, dem Herrn von Verona, unterlag. 1333 wurde Bergamo vonAzzo Visconti längerfristig mit Mailand verbunden. Mehrmals versuchten sich aber die wichtigsten Familien Bergamos wieder unabhängig zu machen, insbesondere als Gian Galeazzo Visconti 1402 starb. Nach Vertreibung des herzoglichen Vikars wurde Roger Suardi zum Statthalter erwählt, welcher Bergamo an Pandolfo III. Malatesta verkaufte (1407), unter dessen Regierung die Stadt aufblühte. 1419 kam Bergamo an Filippo Maria Visconti, aber eine starke, mit der Republik Venedigsympathisierende Partei agitierte gegen die Herrschaft der Visconti. In den nächsten Jahren regierten abwechselnd Mailand und Venedig über Bergamo, bis die Stadt 1428 endgültig an die Lagunenmetropole fiel. Es gab später mehrmalige Eroberungen Bergamos durch die Franzosen undSpanier, bei denen den Venezianern jeweils die Rückeroberung gelang. So wurde die Stadt 1509 von Ludwig XII. eingenommen, aber schon 1516 von den Venezianern wieder gewonnen, die ab 1561 insbesondere die Oberstadt stark befestigten und die Herrschaft bis 1796 behielten. Nach der Eroberung Oberitaliens durch Napoleon kam Bergamo 1797 im Rahmen der Auflösung der Republik Venedig im Frieden von Campo Formio zur Cisalpinischen Republik. Nach dem Sturz Napoleons war es seit 1815 österreichisch und teilte das Schicksal des lombardo-venezianischen Königreichs. Die weitere Geschichte der Stadt hängt mit dem Risorgimento zusammen, wobei Bergamo den größten Anteil an Garibaldini im sogenannten Zug der Tausend stellte. Als Teil desKönigreichs Sardinien wurde sie 1859 Provinzhauptstadt des Königreiches Italien und später des neugeschaffenen italienischen Staates. Die Stadt hatte 1881 23.819, mit den Borghi 33.977 Einwohner. Bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bestand eine Bauverordnung, die jedem Bewohner der Unterstadt den ungestörten Blick auf Bergamo Alta garantierte. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt im späten April 1945 von den Alliierten und italienischen Partisanen erobert. Papst Johannes XXIII. stammte aus der Provinz Bergamo und war Rektor imPriesterseminar in Ober-Bergamo. Noch heute gibt es in der Città Alta ein Humanistisches Gymnasium, die große Stadtbibliothek sowie die geisteswissenschaftlichen Fakultäten der 1960 gegründeten Universität Bergamo (Università degli Studi di Bergamo).

Sehenswürdigkeiten:

Die Altstadt, die heute ganz unterDenkmalschutz steht, zieht sich wie einAmphitheater an einer Anhöhe empor und ist vollständig mit einer fünf Kilometer langenStadtmauer umgeben. Die heutigen Mauern stammen aus dem 16. Jahrhundert und beinhalten mehrereBastionen. In der Mitte der Altstadt liegt diePiazza Vecchia, an der die wichtigsten Gebäude der Altstadt liegen: das mittelalterliche Rathaus Palazzo Vecchio (della Ragione) mit dem Stadtturm, dahinter derbDom (ursprünglich von Ant. Filarete erbaut, im 17. Jahrhundert gänzlich umgestaltet) mit Kuppel, die Kirche Santa Maria Maggiore, ein schöner romanischerBau (von 1173) mit den Denkmälern und Gräbern derMusiker Gaetano Donizetti und Johann Simon Mayr, und die darangebaute prachtvolle Cappella Colleoni mit den Grabmälern des Generals Bartolomeo Colleoni und seiner Tochter Medea. Im östlichen Bereich von Ober-Bergamo liegen die kleine reizende Kirche S. Michele al Pozzo Bianco, berühmt wegen der Fresken des Lorenzo Lotto und heute gerne als Hochzeitskapelle genutzt sowie die Kirche des Augustinerklosters (Ex Chiesa di S. Agostino), des einzigen gotischen Kirchenbaus in der Città Alta. Vom alten Kastell auf dem Hügel San Vigilio nordwestlich über der Altstadt genießt man eine ausgedehnte Fernsicht. In der unteren Stadt liegen die Accademia Carrara, eine Gemäldesammlung mit Werken vonBotticelli, Rubens, Raffael, Pisanello und weiteren, und die sogenannte Fiera, ein großes Steingebäude mit 540 Buden und einem großen Saal in jeder Ecke, in dem jährlich die berühmteBartholomäusmesse abgehalten wird. Die beiden Stadtteile sind durch den Viale Vittorio Emanuele sowie seit 1887 durch dieStandseilbahn der Città Alta verbunden.

Dom von Bergamo

Dom; Innenraum; Kuppel

Dom; Altar

Dom

 

 

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