Belluno

Belluno (venetisch: Bełun, deutsch veraltet: Beilun) ist eine Stadt in Norditalien mit 35.545 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie ist Hauptstadt der gleichnamigenProvinz in Venetien und liegt am Fluss Piave. Belluno wurde zur Alpenstadt des Jahres 1999 gekürt.


Geographie:

Croda da Lago (© Pixabay-License / kordula vahle)

Der antike Teil der Stadt erhebt sich auf einem Felsvorsprung nahe des Zusammenflusses des Ardo mit dem Piave. Im Norden ragen die imposanten Schiara-Dolomiten (2565 m) mit der Gusela del Vescovà, dem Monte Serva (2133 m)  und dem Monte Talvena empor. Im Süden liegen die Belluneser Voralpen, die die Veneziansiche Ebene von der Stadt trennen. Ebenfalls im Süden liegt das Skigebiet Nevegal. Der Nationalpark Dolomiti Bellunesi liegt im nördlichen Teil des Stadtgebietes. Belluno stellt praktisch das „Tor zum Nationalpark“ dar. Das Gebiet ist sehr wasserreich und wird von vielen Flüssen und deren Zuläufen durchflossen.

Dolomiti Bellunesi (© Pixabay-License / Andreas Glöckner)


Klima:

Klima der Stadt Belluno / Klimastationen der Provinz Belluno / Klima in Venetien (Veneto)

Belluno gilt als die kälteste Provinzhauptstadt in Italien. Die Niederschlagsmengen sind sehr konstant und summieren sich im Verlaufe des Jahres auf 1400 bis 1500 mm. Der meiste Regen fällt zwischen April und November. Das Gesamtklima der Stadt ist eher kühl bis warm geprägt. Die Niederschläge kommen im Winter als Schnee herab.

1961-1990:


Geschichte:

Im 5. Jahrhundert v. Chr. siedelten auf dem Gebiet des heutigen Belluno die Volksstämme der Veneter und der Kelten, die der späteren Stadt ihren Namen gaben: Belluno kommt vermutlich vomkeltischen Ausdruck belo-donum, welcher so viel wie lichte Anhöhebedeutet.

Römisches Reich und Langobarden:

Etwa 300 Jahre später, im 2. Jh. v. Chr., wurde Belluno die römische Reichsstadt Bellunum. Nach dem Untergang des Römischen Reiches in den Wirren der Völkerwanderung um 500 wurde die Stadt wiederholt von denGermanen angegriffen und auch eingenommen, aber schließlich von Justinian zurückerobert, bis sie dann um 580 an die Langobarden fiel.

Karolingische Herrschaft und Hohes Mittelalter:

Ende des 8. Jahrhunderts kam Belluno schließlich unter karolingische Herrschaft. Im 10. Jahrhundert dehnte Giovanni II., Bischof von Belluno, sein Einflussgebiet bis ins Cadore, nach Jesolo, Bassano und Venzoneaus. 1249 eroberte Ezzelino da Romano die Stadt, worauf die Herrschaft der Camineser und Scaliger folgte.

Carrara und Venedig:

1360 wurde Belluno dem Territorium von Carrara zugeschlagen, 1404 wurde es an Venedig abgetreten. In den Jahren 1508 bis 1512 nahm Belluno am Krieg Venedigs gegen die Liga von Cambrai teil. In den nächsten Jahren wurden immer neue Kulturpflanzen in Europa bekannt, wie zum Beispiel die Bohne, der Mais oder die Kartoffel, was die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe in Belluno stark veränderte.

Napoleon und Habsburger:

1797 marschierten die napoleonische Truppen in Belluno ein, hierauf folgte eine fast zehnjährige Herrschaft durch Franzosen und Österreicher, bis Belluno im Jahre 1806 Hauptstadt des Dipartimento del Piave im neu gegründeten Italienischen Königreich wurde. Nach dem Fall Napoléons I. 1815 wurde das Belluneser Land in das Königreich Lombardo-Venetien eingegliedert.

Risorgimento:

Während 1848 noch ein starkes Unabhängigkeitsbestreben unter den Einwohnern Bellunos herrschte, schloss sich die Stadt 18 Jahre später gemeinsam mit Venetien als Provinzhauptstadt dem Königreich Italien an.

Industrialisierung:

1886 wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie Treviso-Belluno begonnen, welche bis 1914 bis Calalzo verlängert worden ist.

Weltkriege:

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Annexion Südtirols sowie des Trentino wurde der südöstliche Teil des Letzteren zusammen mitCortina d’Ampezzo abgetrennt und der Provinz Belluno zugeordnet. In den Jahren 1943–1945 gab es in der Bevölkerung großen Widerstand gegen das Regime der von Deutschland abhängigen faschistischen Repubblica Sociale Italiana. Zahlreiche Bürger schlossen sich der Resistenza an und kämpften gegen die Truppen Mussolinis und die deutsche Wehrmacht.

Dammbruch des Stausees:

Am 9. Oktober 1963 trat der Stausee des Vajont aufgrund eines Bergrutsches über die unversehrte Staumauer, worauf sich 50 Millionen Kubikmeter Wasser in das Tal ergossen. Mehrere Dörfer wurden vollständig zerstört, es gab fast 2.000 Tote und die Auswirkungen des Unglücks waren auch im etwa 20 km entfernten Belluno zu spüren. Im Jahre 1993 wurde der Nationalpark Bellunesische Dolomiten eingerichtet.


Sehenswürdigkeiten:

  • Piazza Duomo
  • Dom
  • Palazzo della Crepadona
  • Piazza dei Martiri
  • Palazzo dei Rettori
  • San Rocco

Verkehr:

Wenige Kilometer nordöstlich von Belluno, bei Ponte nelle Alpi, trifft die aus Süden kommende Autostrada A27 auf die aus Norden kommende Strada Statale 51 di Alemagna. Belluno ist an diese Verkehrsachse über die Strada Statale 50 del Grappa e del Passo Rolle angebunden, die in südwestlicher Richtung bis nach Feltre und ins Trentinoführt. Belluno hat einen Bahnhof und einen kleinen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt.


Sonnenaufgang auf der Marmolada (© Pixabay-License / Valter Cirillo)