Avellino

Avellino ist eine italienische Provinzstadt mit 55.448 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt im Süden des Landes in der Region Kampanien 40 km östlich von Neapel und ist Hauptstadt derProvinz Avellino sowie Bischofssitz.

Geographie:

Die Nachbargemeinden sind Aiello del Sabato, Atripalda, Caposele, Capriglia Irpina, Contrada,Grottolella, Manocalzati, Mercogliano, Monteforte Irpino, Montefredane, Ospedaletto d’Alpinolo und Summonte.

Klima:

Das Klima in Avellino ist mediterran. Die Winter sind mild und die Sommer heiß und trocken. Die Regenzeit beginnt jährlich in Oktober und Endet erst im Mai.

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11°C12°C15°C19°C23°C28°C31°C31°C26°C22°C16°C13°C
5°C5°C7°C10°C13°C17°C20°C20°C17°C13°C10°C6°C
Geschichte:

Antike:

Aus vorgeschichtlicher Zeit ist ein katastrophaler Ausbruch des Vesuv bekannt, der etwa um 1770 v. Chr. das Gebiet des heutigen Avellino mit einer dicken Ascheschicht bedeckte. Bei Ausgrabungen fand man unterhalb dieser Schicht Reste vom Häusern, Artefakte und Skelette, die eine bronzezeitliche Besiedlung belegen.

Vor der römischen Eroberung war das etwa 3 km vom heutigen Avellino entfernt gelegene antike Abellinum vermutlich einsamnitisches Zentrum. Es war ein bedeutender Wegpunkt an der historischen Verbindungsstraße von Salerno nachBenevent.

Mittelalter:

Nach den gotischen und vandalischen Invasionen des 5. Jahrhunderts nach Christus kam Avellino unter langobardischeHerrschaft, eine Burg wurde auf dem „Terra“-Hügel östlich der Stadt erbaut. Im frühen Mittelalter war Avellino dann Teil desHerzogtumes Benevent und später Teil des Fürstentumes Salerno.

Um 1100, während der normannischen Herrschaft erlangte Riccardo dell’Aquila die Herrschaft der Stadt. Diese war später zeitweise die Residenz Kaiser Friedrichs II. König Karl von Anjou wies die Stadt der Familie Montfort zu, auf die noch weitere Familien folgten.

Frühe Neuzeit:

1581 erwarb der neapolitanische Patrizier Don Marino I. Caracciolo, Herzog von Atripalda, Feudalrechte an der Stadt und wurde 1589 Prinz von Avellino. Avellino wurde zum Familiensitz der Caracciolos. Die Söhne und Enkel Don Marin wurden regierende Kanzler des Königreiches Neapel und Ritter des Ordens des Goldenen Vlieses. Der Enkel Don Marino II (1587–1630) war Förderer vonGiambattista Basile. 1694, 1731 und 1805 richteten Erdbeben in Avellino schwere Schäden an.

19. Jahrhundert:

1820 wurde Avellino zu einem Zentrum revolutionärer Aufstände. Die Einigung Italiens etwa fünfzig Jahre später brachte jedoch ebenfalls nicht die erhofften positiven Reformen für Avellino. Immerhin erhielt Avellino einen Bahnanschluss, der fast im nahe gelegenen Atripalda gelegene Bahnhof konnte jedoch nicht die Küstenferne kompensieren.

20. Jahrhundert:

1943 bombardierten alliierte Flugzeuge die Stadt, das Ziel war ein deutscher Panzerverband.

Auch Avellino wurde während des heftigen Erdbebens vom 23. November 1980 stark zerstört. Allerdings setzte recht bald ein moderner Wiederaufbau ein.

Sehenswürdigkeiten:

  • Kastell, östlich der Innenstadt gelegen. Das Kastell wurde von den Langobarden erbaut, im 18. Jahrhundert durch einen barocken Palast ergänzt und während des Erdbebens 1980 fast vollständig zerstört. Eine Rekonstruktion ist im Gange.
  • Der Dom stammt aus dem 12. Jahrhundert. Auch er wurde 1980 fast vollständig zerstört und rekonstruiert. Seine heutige Gestalt lehnt sich an die klassizistischen Umbauten an. Den Zugang zum Dom bildet ein Bronzeportal von Giovanni Sica.
  • Kloster Montevergine – das Kloster liegt auf einem 1270 m hohen Berggipfel nordwestlich von Avellino. Die heute barockisierten Bauten wurden ab dem 12. Jahrhundert über einem antiken Kybele-Tempel errichtet.

 

Museen:

  • Lapidario e museo Diocesano
  • Galleria nazionale dei Selachoidei (Museum der Haie)
  • Museo Archeologico Provinciale Irpino – das Museum enthält u.a. eine archäologische Abteilung mit Fundstücken aus der Irpinia.
  • Museo d’Arte
  • Museo Zoologico degli Invertebrati <<L. Carbone>>
  • Pinacoteca provinciale

Stadtbild:

Avellino weist einen erstaunlich hohen Anteil an Parks und Alleen auf. Das Stadtbild wirkt gepflegt und ist im Wesentlichen durch wenige Baudenkmäler, einige Ruinen des Erdbebens und zahlreiche Neubauten nach 1980 geprägt. Stadtzentrum ist die Piazza Libertá, an der die Provinzverwaltung und die Gerichte sitzen. Nördlich und östlich des Platzes liegen die vom Erdbeben übriggebliebenen oder wiederaufgebauten Teile der Altstadt. Nördlich liegt die Piazza Kennedy, die parkartig gestaltet ist. Östlich liegt der Dom. Nach Westen führt von der Piazza Libertá der teilweise als Allee ausgeführte Corso Vittorio Emmanuele, der das Zentrum der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert darstellt. Hier liegen die meisten Geschäfte und die Villa Communale in einem von hohen alten Bäumen bestandenen Park.

Östlich der Altstadt liegt die Ruine des Kastells. Gegenüber dieser Ruine wurde in den 1990er Jahren das neue Theater eingeweiht. Es soll das bisher vernachlässigte östliche Viertel der Stadt aufwerten. Weiter im Osten folgt der Bahnhof. Hier geht die Stadt in die Nachbarstadt Atripalda über.

Die Hänge nördlich der Innenstadt Avellinos sind mit modernen Wohnbauten bebaut, dahinter liegt die Autobahn A16 Neapel–Bari.


 

Avellino2

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Avellino2.JPG/Daniel Jünger