Ascoli Piceno

Ascoli Piceno ist eine italienische Stadt mit 50.079 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Region Marken. In der Antike trug sie den Namen Asculum. Der heutige Name wird auf den eisenzeitlichen Volksstamm der Picener, deren Hauptstadt es gewesen sein soll, oder auf ein geheimnisvolles Spechtritual (italienisch picchio: Specht) der Sabiner zurückgeführt, so von Strabo und Plinius dem Jüngeren.


Geografie:

Ascoli Piceno, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Ascoli Piceno, liegt im Süden der italienischen Region Marken. Der Ort wird von drei mächtigen Bergstöcken umgeben und liegt 30 km landeinwärts von der adriatischen Küste auf einer Höhe von 153 m s.l.m.


Klima:

Klima der Stadt Ascoli Piceno / Klima der Marken

Das Klima der Stadt wird von der Lage im Subapennin beeinflusst. Die Winter sind nass und kühl. Schneefall und starken Temperaturabfall gibt es bei Luftströmungen aus dem Balkan. Manchmal können Schneefälle sehr intensiv und anhaltend sein. Verstärkt wird das Phänomen durch den Apenninstau. Nachtfröste sind häufig, während Nebel sehr selten ist. Die Sommer sind heiß und weitgehend trocken. Es kommt zu plötzlich auftretenden und teils heftigen Gewittern.

1961-1990:


Sehenswürdigkeiten:

Der Dom „Sant’Emidio“ auf der „Piazza dell’Arringo“, Kathedrale des Bistums Ascoli Piceno, war ursprünglich ein romanisches Bauwerk, das mehrfach umgebaut wurde. Gleich neben dem Dom das frühromanische Baptisterium, ein achteckiger Bau. An der Piazza befinden sich auch das Rathaus, der „Palazzo Comunale“ (1683-1745), in dem sich das städtische Kunstmuseum befindet, unter anderem mit Werken von Cola dell’Amatrice, Crivelli und Tizian; unweit davon die romanische Kirche von San Gregorio Magno, in der man noch die Überreste von einem römischen Tempel erkennen kann (1. Jh. v. Chr.).

Geht man weiter, erreicht man den Mittelpunkt der Stadt, die „Piazza del Popolo“, übersetzt der „Platz des Volkes“, was er für die Ascolaner in der Tat auch ist. Hier stehen der „Palazzo dei Capitani del Popolo“ aus dem 13. Jahrhundert und die gotische Hallenkirche „San Francesco“ (1258-1371). An der rechten Seite von „San Francesco“ angebaut die „Loggia dei Mercanti“, die Markthalle (1513), links der Renaissance-Kreuzgang, in dem vormittags der Markt stattfindet. In den Toiletten des Jugendstilkaffeehauses Caffè Meletti findet sich unter den (durchsichtigen) Waschtischen Überreste von Mauern aus römischer Zeit.

Das Caffè war auch Drehort der Filme Gefährliche Nächte, Alfredo, Alfredo und Der Große Blek.

Weitere Sehenswürdigkeiten: die Römerbrücken Ponte di Cecco und Ponte Romano di Solestà, letztere mit herrlichem Blick über Altstadt und Fluss; die romanische Kirche Santi Vincenzo ed Anastasio (11. Jahrhundert) mit 64 quadratischen Feldern an der Fassade, die Kirche San Pietro Martire und das 1840–1846 erbaute Theater Teatro Ventidio Basso.

Zwei Kilometer südlich der Stadt steht eine kleine Römerbrücke über den Gran Caso.

Quintana:

Das Reitturnier von Ascoli, die „Giostra della Quintana“, geht auf das Mittelalter zurück (zuerst erwähnt in den Stadtstatuten von 1377). Sie findet jährlich am ersten Sonntag im August statt.

Ähnlich der Landshuter Hochzeit folgt es einem festen Ritual, bei der große Teile der Einwohner sich in historisch getreuen mittelalterlichen Gewändern präsentieren, etwa 1500 nehmen allein an den Paraden am Vormittag teil. Der eigentliche Wettstreit zu Pferd, die Quintana, ist dabei ein Stechen mit der Lanze. Die Vertreter der sechs Stadtteile galoppieren entlang eines Kurses in der Form einer Acht, in deren Mitte sich die übergroße Figur eines Sarazenen befindet. Wer am schnellsten reitet und den Sarazzen am besten trifft, der gewinnt. Dieses Ritual erinnert an die Sarazenen, die im Mittelalter mehrfach erfolglos versuchten, Italien zu erobern. Am Abend finden in allen Stadtteilen bunte Feste statt.


(© Pixabay-License / Philipp Ruch)