Amatrice

Amatrice ist eine Gemeinde in der Provinz Rieti in der italienischen Region Latium mit 2657 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Sie liegt 138 km nordöstlich von Rom und 63 km nordöstlich von Rieti und ist Mitglied der Comunità Montana del Velino sowie seit 2015 des Club I borghi più belli d’Italia (des „Clubs der schönsten Italienischen Orte“). Die Gemeinde grenzt an die Regionen Umbrien, die Marken und die Abruzzen.

Geographie:

Amatrice liegt im oberen Tal des Tronto, an der Via Salaria am Fuß der Monti della Laga. Auf dem Gebiet der Gemeinde liegt in optisch beherrschender Lage der Gipfel des Monte Gorzano (2458 m), des höchsten Bergs von Latium.

Klima:

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5°C6°C10°C15°C20°C22°C26°C26°C22°C16°C10°C6°C
-1°C-1°C2°C5°C10°C12°C15°C15°C12°C8°C4°C1°C

Geschichte:

Die Gegend von Amatrice ist seit prähistorischen Zeiten besiedelt. Verschiedene Ortsteile wurden im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt. Seit dem 13. Jahrhundert gehörte die Region zum Königreich Neapel. Im 14. und 15. Jahrhundert lebte die Stadt in ständiger Fehde mit anderen Städten und Burgen im Umland. Im 18. Jahrhundert fiel die Stadt in das Eigentum der Familie Farnese. Von 1861 bis 1927 gehörte die Stadt zur Provinz Abruzzo Ulteriore, seither zur Provinz Rieti. Von 1911 bis 2011 verlor die Gemeinde etwa drei Viertel ihrer Einwohner durch Abwanderung.

Erdbeben:

1639, 1672, 1703 und 1737 wurde Amatrice durch Erdbeben und 1826 durch eine Überschwemmung des Tronto zerstört bzw. schwer beschädigt.

August 2016:

Am 24. August 2016 wurde der Ort durch ein Erdbeben weitgehend zerstört. Das Epizentrum dieses Bebens war 10 km nördlich von Amatrice.

 Insgesamt kamen dabei – durchwegs im Raum Amatrice – fast 300 Menschen zu Tode. Der mittelalterliche Turm – die Torre civica – bei der dem Hl. Augustin geweihten Kirche blieb zunächst zwar mit Sprüngen, doch samt seinem Dach stehen. Im Zuge der ersten Erdstöße fiel die Glocke in ihrem Geschoss zu Boden und blieb die Uhr auf 3:38 Uhr stehen und wurde zu einem mahnenden Wahrzeichen für die Zerstörung des Orts.

Oktober 2016:

In den ersten Oktobertagen besuchte der Papst den Ort.

Am Morgen des 30. Oktober kam es erneut zu einem – besonders starken – Erdbeben (MW = 6,5), das das oberste Glockengeschoss dieses Turms einstürzen ließ. Diesmal gab es einige Verletzte.

Sehenswürdigkeiten:

  • Mittelalterliches Zentrum mit Stadtmauern aus dem 13. Jahrhundert und sechs Stadttoren, u.a. die Porta Carbonara an der Chiesa di Sant’Agostino
  • Torre civica (13. Jahrhundert)
  • Chiesa di San Giuseppe (17. Jahrhundert)
  • Santuario Icona Passatora (Santa Maria delle Grazie) mit Fresken im Stil des Dionisio Cappelli aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert im Ortsteil Ferrazza
  • Chiesa di San Martino mit romanischem Portal im Ortsteil San Martino in ca. 1500 m Höhe
  • Santuario della Madonna delle Grazie von 1523 im Ortsteil Varoni

 

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